Skip to main content
Home » Augenblick, bitte! » WARUM IST DIE SCHRIFT SO KLEIN? Wie sich das Sehen verändert – und wann ein Seh-Check sinnvoll ist
Augenblick, bitte!

WARUM IST DIE SCHRIFT SO KLEIN? Wie sich das Sehen verändert – und wann ein Seh-Check sinnvoll ist

Großes Foto: Unsplash | Kleines Foto: Kuratorium Gutes Sehen e. V. (KGS)

Kerstin Kruschinski

Stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin
Kommunikation beim Kuratorium Gutes Sehen e. V.

Ein bekanntes Gesicht auf der anderen Straßenseite lässt sich erst erkennen, wenn es näherkommt. Straßenschilder tauchen später aus der Unschärfe auf. Beim Lesen wird das Smartphone weiter weggehalten, am Bildschirm fällt das Sehen zunehmend schwer. Solche Veränderungen können in jedem Alter auftreten. Oft entwickeln sie sich so schleichend, dass sie kaum bemerkt werden. Das Gehirn gewöhnt sich an das weniger klare Bild. Mehr Licht, größere Buchstaben oder ein anderer Abstand helfen eine Weile. Auch eine veränderte Haltung kann unbewusst ausgleichen, jedoch reagieren Nacken und Schultern oft mit Verspannungen.

Ab Mitte 40 steckt hinter Problemen beim Lesen häufig Alterssichtigkeit. Die Augenlinse verliert an Elastizität und kann nicht mehr so mühelos von der Ferne auf die Nähe umschalten. Werden Gegenstände in der Ferne undeutlicher, können etwa Kurzsichtigkeit, eine Hornhautverkrümmung oder eine beginnende Linsentrübung dahinterstecken.

Gewissheit über die vorhandene Sehleistung bringt ein Seh-Check im Augenoptik-Betrieb. Hier werden u. a. das Sehen in Nähe und Ferne, das Zusammenspiel der Augen und der Korrektionsbedarf geprüft. Steckt eine Fehlsichtigkeit dahinter, werden die Werte für Brille oder Kontaktlinsen bestimmt. Wenn eine Augenerkrankung die Ursache ist, sollte diese augenärztlich abgeklärt werden.

Gewissheit über die vorhandene Sehleistung bringt ein Seh-Check im Augenoptik-Betrieb.

Auch ohne Beschwerden sind regelmäßige Kontrollen wichtig: zwischen 40 und 60 etwa alle zwei Jahre, ab 60 jährlich. Ergänzend können Screenings, etwa mit Aufnahmen des Augenhintergrunds, Hinweise auf Veränderungen geben. Je nach Verfahren markiert eine KI Bilder, die anschließend genauer geprüft werden sollten. Eine Diagnose liefert das Screening nicht; auch ein unauffälliges Ergebnis bietet keine absolute Sicherheit. Wichtig sind deshalb eine fachkundige Bewertung und ein klarer Weg zur weiteren Abklärung.

Anders sieht es aus, wenn Beschwerden plötzlich auftreten: Bei Sehverlust, Schmerzen, Lichtblitzen, Schatten im Gesichtsfeld oder vielen neuen schwarzen Punkten darf keine Zeit verloren werden. Solche Beschwerden müssen umgehend augenärztlich abgeklärt werden.

Verschwimmt dagegen allmählich der Alltag, kann ein Sehtest klären, was sich verändert hat – damit Speisekarte, Monitor, Nachbarn und Verkehrszeichen wieder gut erkannt werden.

Wie oft sollten die Augen zum Check?

Was in welchem Alter sinnvoll ist und wer die richtige Anlaufstelle ist:

Next article