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Augenblick, bitte!

MYOPIE IM KINDESALTER: FRÜH ERKENNEN, GEZIELT BREMSEN

Großes Foto: Kelly Sikkema, Unsplash | Kleines Foto: Privat

Elke van Alen

Orthoptistin und Mitglied
im Berufsverband Orthoptik Deutschland e. V. (BOD)

Bei einer Myopie (Kurzsichtigkeit) werden entfernte Dinge unscharf gesehen, weil das Auge meist zu stark in die Länge wächst. Neben der erblichen Veranlagung – besonders bei kurzsichtigen Eltern – beeinflusst auch der Alltag die Entwicklung. Viel Naharbeit, lange Phasen an Smartphone, Tablet oder Büchern sowie zu wenig Aufenthalt im Freien erhöhen das Risiko. Entscheidend ist nicht allein der Bildschirm, sondern die Kombination aus kurzer Arbeitsdistanz, wenigen Pausen und Lichtmangel.

Eine normale Brille oder Kontaktlinse sorgt für scharfes Sehen, bremst das Augenwachstum jedoch nicht automatisch. Zur Verlangsamung einer fortschreitenden Myopie stehen mittlerweile spezielle Brillengläser, weiche Kontaktlinsen, Orthokeratologie-Nachtlinsen und niedrig dosierte Atropin-Augentropfen zur Verfügung. Welche Methode sinnvoll ist, hängt von Alter, Stärke, Verlauf, Alltag und Mitarbeit des Kindes ab. Regelmäßige Kontrollen von Sehschärfe, Brillenstärken und auch der Augenlänge helfen, den Erfolg der Therapie zu beurteilen.

Warnzeichen sind Zusammenkneifen der Augen, sehr nahes Herangehen an Bildschirm oder Buch, Schwierigkeiten beim Erkennen der Tafel und Kopfschmerzen. Präventiv sinnvoll sind tägliche Zeit im Freien, gute Beleuchtung, ausreichend Abstand und regelmäßige Blickpausen. Tritt aber eine Myopie ein, oft zwischen dem 10. bis 12. Lebensjahr, dann sollte eine augenärztlich-orthoptische Untersuchung erfolgen, um ein Fortschreiten in der Wachstumsphase zu begrenzen.

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