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Allergien und Atemwege

Atopische Erkrankungen – wenn das Immunsystem überreagiert

Foto: 2619914215 (KI-generiert)

Atopische Erkrankungen gehören zu den häufigsten chronischen Krankheiten in Deutschland. Dazu zählen vor allem die Neurodermitis (atopische Dermatitis), allergisches Asthma bronchiale, Heuschnupfen (allergische Rhinitis) sowie Nahrungsmittelallergien. Gemeinsam ist ihnen eine Überempfindlichkeit des Immunsystems gegenüber eigentlich harmlosen Umweltstoffen wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren oder bestimmten Nahrungsmitteln. Betroffene reagieren oft schon auf geringe Mengen dieser Auslöser mit Beschwerden, die die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen können.

Sonja Lämmel

Dipl.-Oecotrophologin

Typisch für atopische Erkrankungen ist eine genetische Veranlagung. Das bedeutet: Wer Eltern oder Geschwister mit atopischen Erkrankungen hat, trägt ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Allerdings gilt das nicht ausschließlich. Zusätzlich spielen auch Umweltfaktoren eine große Rolle. Luftverschmutzung, Tabakrauch, veränderte Lebensgewohnheiten, einseitige Verzehrsgewohnheiten und ein zunehmend „steriles“ Umfeld können dazu beitragen, dass sich das Immunsystem ungünstig entwickelt.

Der atopische Marsch – wenn Allergien sich weiterentwickeln

Viele atopische Erkrankungen treten nicht isoliert auf, sondern entwickeln sich im Laufe der Zeit in einer bestimmten Reihenfolge. Dieses Phänomen wird als „atopischer Marsch“ bezeichnet. Häufig beginnt er im Säuglingsalter mit Neurodermitis, später folgen Nahrungsmittelallergien, dann Heuschnupfen und schließlich Asthma. Nicht jeder Verlauf ist gleich, aber das Wissen darüber kann helfen, frühzeitig gegenzusteuern.

Die Beschwerden sind je nach Erkrankung unterschiedlich: Neurodermitis äußert sich durch trockene, juckende und entzündete Haut. Heuschnupfen führt zu Niesreiz, laufender oder verstopfter Nase und juckenden Augen. Asthma zeigt sich unter anderem durch Husten, pfeifende Atmung und Atemnot. Bei Nahrungsmittelallergien können verschiedene Organsysteme beteiligt sein in schweren Fällen sogar lebensbedrohliche anaphylaktische Reaktionen auftreten.

Behandlung und Prävention: Auslöser erkennen, Beschwerden lindern

Eine zentrale Rolle in der Behandlung spielt die Vermeidung individueller Auslöser – soweit diese eindeutig identifiziert wurden. Ergänzend kommen moderne Medikamente zum Einsatz. Bei bestimmten Allergien kann zudem eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) helfen, die Ursache langfristig zu behandeln. Wichtig ist außerdem eine gute Aufklärung und Selbsthilfe: Wer seine Erkrankung versteht, kann Symptome besser einordnen, früh reagieren und den Alltag sicherer gestalten. Vorbeugend können im Säuglingsalter so genannte Präventionsmaßnahmen das Risiko der Entstehung von atopischen Erkrankungen senken. Hierzu gehört zum Beispiel eine rauchfreie Umgebung für das Kind, eine abwechslungsreiche, vielfältige Ernährung des Säuglings und auf keinen Fall strikte Diäten für Mutter und Kind. 

Atopische Erkrankungen sind zwar meist nicht heilbar, aber heute gut behandelbar. Mit einer passenden Therapie, ärztlicher Begleitung und einem bewussten Umgang mit Auslösern ist für viele Betroffene ein aktives, stabiles Leben möglich.

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