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Augenblick, bitte!

Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) – eine neue Volkskrankheit

Heike Ferber, Makula-Beraterin von PRO RETINA. Foto: ©Klaus Becker

Die Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) gehört zu den am weitesten verbreiteten Augenerkrankungen in der westlichen Welt. Betroffen sind vor allem Menschen über 50 Jahre. AMD führt zu schweren Seheinbußen und zur Erblindung im gesetzlichen Sinne. Allein in Deutschland geht man von fast sieben Millionen Betroffenen in den verschiedenen Verlaufsstadien aus. Bei der AMD ist die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut betroffen: die Makula. Unterschieden werden zwei Formen.

Dr. Sandra Jansen

Fachreferentin Diagnose und Forschung
PRO RETINA Deutschland e. V.

Trockene AMD – weit verbreitet und riskant

Die trockene AMD ist stärker verbreitet. Bei ihr lagern sich Abfallprodukte, sogenannte Drusen, unter der Netzhaut ab. Im Verlauf der Erkrankung nehmen die Drusen zu. Dadurch wird die Versorgung der Sehzellen in der Makula eingeschränkt. Die Folge: Die Netzhautzellen sterben ab. Sind die betroffenen Areale klein und liegen sie außerhalb der Makula, ist die Beeinträchtigung meist noch recht gering. Erst wenn die Makula selbst betroffen ist, kann es zu einer deutlichen Einschränkung der visuellen Wahrnehmung kommen. Die ersten Medikamente, die das Fortschreiten einer trockenen AMD bremsen können, sind seit 2023 in den USA zugelassen. Ob sie in Zukunft auch in Deutschland zugelassen und verfügbar sein werden, ist unklar.

Feuchte AMD – gute Behandlungsmöglichkeiten

Die feuchte Form der AMD hat einen aggressiveren Verlauf. Dieser kann aber bei rechtzeitiger Diagnose durch eine Spritzenbehandlung aufgehalten oder verlangsamt werden. Die Standardtherapie der feuchten AMD besteht aus Medikamenten, die in den Glaskörper des Auges gespritzt werden. Diese sogenannte intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM) hemmt einen Botenstoff, der das Wachstum krankhafter Blutgefäße fördert. Die Behandlung kann das Sehvermögen häufig stabilisieren bzw. sogar verbessern. Sie heilt die Erkrankung jedoch nicht. Meist sind über Jahre regelmäßige Kontrollen und wiederholte Injektionen erforderlich. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist, dass die Therapie konsequent durchgeführt wird.

Ein neuer Hoffnungsträger für Betroffene mit einer feuchten AMD ist ein reiskornkleines Implantat im Auge. Es dient als Wirkstoffdepot für den Botenstoff-Hemmer und gibt diesen kontinuierlich ab.  Das Fortschreiten der feuchten AMD wird so gestoppt. Verbessern kann sich die Sehkraft durch das Implantat jedoch nicht. Alle sechs bis neun Monate muss das Depot mit einer Spritze aufgefüllt werden. Die Zulassung für den Wirkstoff des Implantats wurde im September 2026 erteilt.

Auswirkungen der AMD auf den Alltag

Für Betroffene bedeutet AMD oft mehr als den Verlust von Sehschärfe. Lesen, Einkaufen oder das Erkennen von Gesichtern werden schwieriger. Viele Menschen ziehen sich aus Unsicherheit zurück. Hilfsmittel, Sehtraining und eine gute Beratung können helfen, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten: Vergrößernde Sehhilfen wie Lupen, Bildschirmlesegeräte oder spezielle Apps erleichtern das Lesen. Sprechende Geräte – etwa Uhren, Küchenwaagen oder Smartphones mit Vorlesefunktion – unterstützen im Haushalt und unterwegs. Kontrastreiche Markierungen an Alltagsgegenständen und spezielle Beleuchtungssysteme helfen bei der Orientierung. Darüber hinaus gibt es digitale Hilfen wie Texterkennungs-Apps oder Navigationslösungen für sehbeeinträchtigte Menschen.

Individuelle Beratung durch geschulte Beraterinnen und Berater, etwa durch die Patientenselbsthilfeorganisation PRO RETINA Deutschland e. V., hilft dabei, passende Hilfsmittel zu finden und optimal zu nutzen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in den regionalen Selbsthilfegruppen der PRO RETINA, kann dabei unterstützen, Wege zum selbstbestimmten Leben mit der Krankheit zu finden.

Über PRO RETINA Deutschland e. V.

PRO RETINA Deutschland e. V. unterstützt Menschen mit Netzhauterkrankungen nach dem Leitsatz „Forschung fördern, Krankheit bewältigen, Versorgung verbessern, selbstbestimmt leben“. Die Patientenorganisation bietet fundierte Informationen und den Austausch mit anderen Betroffenen, fungiert als Bindeglied zwischen Patient und Arzt und unterstützt die Forschungsförderung, damit neue Therapien entwickelt werden. Ermöglicht wird diese Arbeit durch ehrenamtliches Engagement und durch Spenden.

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Für mehr Informationen und die Möglichkeit, kostenlose Broschüren zu AMD zu bestellen, schreiben Sie uns eine eMail via [email protected] oder besuchen Sie uns unter:

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