Home » Augenblick, bitte! » Barrieren in der digitalen Welt überwinden
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Wenn Wilhelm Gerike liest, ist es nicht still. Eine Sprachausgabe-Software liest den Text auf dem Monitor in hoher Geschwindigkeit vor. Willi Gerike ist blind. Seinen Rechner steuert er mit Tastenkombinationen und er nutzt eine Braillezeile.

Der Bildschirm von Savo Ivanic ist schwarz mit weißer Schrift und sechsfach vergrößert. Er arbeitet für das Projekt [email protected] und setzt sich für die berufliche Integration und Weiterbildung blinder und sehbehinderter Menschen ein. Er ist hochgradig sehbehindert.

Beide arbeiten selbstverständlich mit PCs. „Die Digitalisierung bietet seheingeschränkten Menschen viele Chancen. Sie eröffnet neue Berufsfelder und Zugang zu Informationen“, sagt Ursula Weber vom Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf.

Doch gibt es in der digitalen Welt auch massive Barrieren. „Durch meine Monitoreinstellung verschwindet bei Bestellungen im Internet gelegentlich der Bestell-Button“, berichtet Savo Ivanic. Viele PDF-Dokumente und Fachanwendungen sind nicht barrierefrei, da sie als Grafik angezeigt werden.

Von solchen Erfahrungen berichten seheingeschränkte Menschen im Studium, im Beruf und in Aus- und Weiterbildung. Doch auch Fahrkartenschalter, Bankautomaten und sogar Kaffeemaschinen werden zunehmend mit Touchscreens ausgestattet. Für seheingeschränkte Menschen sind sie nicht bedienbar.

„Hierfür müssen wir Bewusstsein schaffen bei Herstellern und Entwicklern, damit digitale Barrieren von vornherein vermieden werden. Aber auch der Gesetzgeber ist gefragt“, so Ursula Weber. Selbsthilfeorganisationen wie der DVBS fordern, dass blinde und sehbehinderte Menschen uneingeschränkt am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Sie möchten mehr erfahren?

Weitere Informationen finden Sie unter www.dvbs-online.de.

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