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Barrierefrei bauen für die Zukunft

Foto: 4 PM production via shutterstock

Treppen, Schwellen, enge Türen oder schwer zugängliche Badewannen – das sind nur einige von vielen Hindernissen für Ältere und Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit. Ein Umbau der eigenen vier Wände kann das Leben in solchen Fällen nicht nur wesentlich erleichtern. Oft ermöglichen breitere Türen und Bewegungsflächen oder barrierefreie Bäder überhaupt erst das weitere Wohnen in der vertrauten Umgebung. Die Deutsche Seniorenliga in Bonn rät, bei allen Bau- und Umbaumaßnahmen das Alter im Blick zu behalten. Für sinnvolle Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen ist es nie zu spät.

Erhard Hackler

Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga

Nicht ausgrenzen, sondern Hindernisse abbauen, nicht in die Abhängigkeit drängen, sondern Selbstständigkeit fördern – dies ist einer der wichtigsten Leitsätze, um Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen in unsere Gesellschaft zu integrieren. Doch zu oft scheitert die Umsetzung an ganz alltäglichen Hürden. Während öffentliche Bereiche und Gebäude zunehmend barrierefrei gestaltet werden, ist dies im privaten Umfeld und in Privatwohnungen eher die Ausnahme.

Barrierefreies Wohnen: Daheim statt Heim

In Deutschland gibt es momentan lediglich 250.000 Wohnungen, die den Maßstäben altersgerechten Wohnens genügen. Und das, obwohl durch den demografischen Wandel der Bedarf groß ist und ständig steigt. Es gibt immer mehr ältere Menschen, die trotz Einschränkungen ihrer Mobilität in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben möchten. Marktexperten gehen davon aus, dass allein bis zum Jahr 2020 mindestens weitere 800.000 Wohnungen altersgerecht angepasst oder neu errichtet werden müssen. Da das Angebot an altersgerechten Wohngebäuden und Wohnquartieren nicht ausreichend schnell wächst, droht vielen Älteren der Umzug in ein Heim. Doch das ist von der überwiegenden Mehrheit der älteren Menschen nicht gewollt. „Der Verbleib in den eigenen vier Wänden ist für das psychische Wohlergehen älterer Menschen von eminenter Wichtigkeit und fördert darüber hinaus die Bereitschaft und Fähigkeit zu einem selbstständigen und selbstbestimmten Leben“, meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. Tatsächlich leben heute gut 90 Prozent der älteren Bevölkerung in ihren langjährigen Wohnungen oder Häusern in ihrer gewohnten Umgebung. Also inmitten von Erinnerungen, die das Altern angenehm und lebenswert machen. Klug ist somit, wer schon früh an Alternativen zu Treppen und Schwellen denkt, an praktikable Badezimmer- und Küchengrößen, die auch mit Gehhilfe oder Rollstuhl zu nutzen sind, oder gar daran, dass sich ein großes Haus in kleinere Einheiten umbauen lässt.

Wohnqualität im Alter bestimmt die Lebensqualität

Keiner weiß, ob er im Alter eher dem Bild des rüstigen, gut versorgten Menschen im besten Lebensalter entsprechen oder ob er auf den Pflegedienst angewiesen sein wird. Sicher ist jedoch, dass dem Wohnen und der Wohnumgebung mit zunehmendem Alter eine stärkere Bedeutung zukommt. Die Wohnung wird zum ruhenden Pol im Rentenalter. In einem sind sich alle Untersuchungen über die Bedürfnisse älterer Menschen einig: Bei ihnen steht der Wunsch nach möglichst langer Selbstständigkeit in den bekannten „vier Wänden“ im Vordergrund.

Altersgerechtes Bauen schließt Wohnkomfort nicht aus

Die Gestaltung des Alters liegt ganz wesentlich in unserer Hand. Insofern ist es sinnvoll, sein Wohnumfeld rechtzeitig an die individuellen Bedürfnisse und eventuell auftretende körperliche Defizite anzupassen. Aber es wäre zu wenig, die Planungen nur auf seniorengerechtes und barrierefreies Bauen zu reduzieren. Auch die Bedürfnisse an Individualität, Komfort und Design können in Umbaumaßnahmen mit einfließen, denn Barrierefreiheit schließt Wohnkomfort nicht zwangsläufig aus. Und als schöner Nebeneffekt bringt jede Umbaumaßnahme, ob reine Verschönerung oder sinnvolle Modernisierung, eine Wertsteigerung der Immobilie mit sich.

Informationen

Weitere Informationen finden Sie unter: www.deutsche-seniorenliga.de

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