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Senioren zeigen Senioren den Weg durch das digitale Dickicht – geht das?

Foto: RossHelen via shutterstock

Als der Deutsche Senioren-Computer-Club e.V. (DSCC) im März 1997 gegründet wurde, war es die Idee der Gründer, die selbst erfahrene gegenseitige Hilfe im Umgang mit den immer noch relativ neuen Personalcomputern auch anderen älteren Menschen anzubieten.

Axel Birsul

Präsident des DSCC Berlin

Es sprach sich schnell herum. Die Mitgliederzahlen stiegen rasant in den dreistelligen Bereich. Der Verein bezog nach einem Jahr zuerst einen, wenig später fünf vom Bezirksamt Lichtenberg zur Verfügung gestellten Räume (seit 2006 ist es eine Etage). Zwei Jahre nach der Gründung wurden schon 14 Computerkurse angeboten. Im Jahr 2000 wurde das 300. Mitglied begrüßt, es gab erste Internetkurse und die DSCC-Homepage entstand. Nebenbei wurde auch Geburtshilfe für ähnliche Vereine in Hamburg und Leipzig geleistet.

Schnell etablierten sich neben den dreimal im Jahr angebotenen Kursen (in kleinen Gruppen von vier Lernenden) auch Interessengruppen (IG) zu verschiedenen Themen. Zunächst waren es der digitale Videoschnitt und die IG Sound. Es bildete sich die Arbeitsgemeinschaft der Systemadministration aber auch die ersten Wandertage wurden verabredet, ganz nach dem noch heute geltenden Motto: „Aktiv und fit bis ins hohe Alter“.

Als Informationsquelle über die immer vielfältiger werdenden Aktivitäten diente von Beginn an die Clubzeitung „Der graue Computer-Freak“, deren 100. Ausgabe 2007 erschien. Mitglieder schreiben Artikel zu Themen, die sie bewegen, Interessengruppen berichten über ihre Tätigkeit und das Präsidium äußert sich zu dem, was gerade für den Club von Bedeutung ist. Wer an der Zeitung oder der Gestaltung des korrespondierenden Internetauftritts mitarbeiten möchte, ist in den Arbeitsgruppen herzlich willkommen.

Auch heute, nach über 22 Jahren sind die Grundideen erhalten geblieben: Alle zahlen ihren Beitrag, das unbezahlte Ehrenamt ist im Statut verankert, Mitglieder, die etwas mehr wissen, helfen anderen Mitgliedern. Es gibt nicht nur Kurse, sondern, bei Bedarf auch individuelle Hilfe und Beratung. Der Club hat derzeit etwas über 600 Mitglieder, wovon 63% Frauen sind. Rund 100 haben in irgendeiner Weise ehrenamtliche Aufgaben übernommen. Sie halten Grundkurse für Computer- und Internetnutzung (Linux, Windows, Android), zu Office-Anwendungen, Videoschnitt oder Bildbearbeitung, organisieren eine Vielzahl von Interessengruppen oder tun, was getan werden muss.

Angebote für Sehschwache und bei Bedarf auch für an Parkinson Erkrankte (mit dem Schwerpunkt auf Tastatureingaben) sind ebenfalls den Schulungen zuzuordnen. So auch ein internes Forum mit Online-Kursen, zum Üben und zur gegenseitigen Hilfe. Es gibt IG zu Smartphone und Tablet, für Linux und für etwas fortgeschrittene Windows-Interessierte. Regelmäßige Vorträge runden das Angebot ab.

Die Interessengruppen festigen das soziale Miteinander. Sie beruhen ausschließlich auf der Initiative von Mitgliedern. Sehr beliebt sind die Gruppen, die englische oder französische Konversation betreiben (Spanisch für Anfänger ist ein Kurs). Mitglieder schreiben Kurzgeschichten und Gedichte, Fotogruppen bestücken Ausstellungen und üben Bildbearbeitung, es wird gewandert und gesungen. Andere besprechen Bücher und treffen sich zu Schach, Skat oder gemeinsamen Handarbeiten. Videoschnittgruppen ergründen die Möglichkeiten verschiedener Programme und wer die Hand-Auge-Koordination verbessern möchte, kann sich in Flugsimulation üben.

Der Club macht Spaß – auch den freiwilligen Helfern!

Sie möchten mehr erfahren?

Weitere Informationen über den Deutschen Senioren-Computer-Club Berlin e.V. finden Sie unter www.dscc-berlin.de

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