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Warum Diäten bei der Gewichtsreduktion so oft versagen

Eine Tatsache, die inzwischen auch auf der Straße jederzeit zu beobachten ist. Betroffene leiden unter ihrem Übergewicht. Dabei geht es nicht nur um die Blicke Fremder. Besonders schweres Übergewicht bis zur Fettleibigkeit behindert im Alltag. So weit wollen es viele Verbraucher allerdings nicht kommen lassen. Besonders um den Jahreswechsel oder sobald es wieder auf den Sommerurlaub zugeht, werden gute Vorsätze gefasst.

In der Praxis ist Abnehmen oft alles andere als leicht. Mit mehr Bewegung wird sich schwergetan – besonders wenn der Alltag mit dem Job im Büro, Haushalt und der Kinderbetreuung vollgestopft ist. Also einfach weniger essen! Diäten haben Hochkonjunktur. Und es vergeht kaum eine Woche, in welcher Lifestyle-Magazine nicht mit einer neuen Diät ihre Auflage ankurbeln wollen. Aber: Beim Abnehmen entpuppen sich viele Diäten als „Strohfeuer“. Nach einigen Tagen oder Wochen mit tatsächlicher Gewichtsabnahme landen die überflüssigen Pfunde wieder auf den Hüften. Warum?

Diäten sind nur kurz wirksam

Es gibt sie – Betroffene, die eine ganze Diätgeschichte erzählen können. In den Berichten schwingt die Frustration darüber mit, dass der ganze Aufwand unterm Strich so gut wie nichts gebracht hat. Egal, ob es um FDH, Kohlsuppendiät oder die Ananas-Diät geht – in vielen Fällen wird von anfänglichen Erfolgen berichtet. Nach ein paar Monaten zeigt die Waage allerdings wieder das Ausgangsgewicht – und oft noch ein paar Gramm mehr.

Das Ganze ist als Jo-Jo-Effekt bekannt geworden. Schuld daran ist nicht unbedingt mangelnder Durchhaltewille. Vielmehr steht ein Mechanismus dahinter, welcher unseren Vorfahren – vor der Transformation vom Jäger zum Bauern – das Überleben sicherte.

Diäten sind ein Hungerzustand

Wer diesen Effekt verstehen will, muss sich mit seinem Stoffwechsel beschäftigen. Der Körper kann Fette und Kohlenhydrate für die Energiegewinnung verwenden. Letztere lassen sich leichter aufschließen und stellen – für das Gros der Bevölkerung – den wichtigsten „Energierohstoff“ dar. Während der täglichen Ernährung arbeitet der Stoffwechsel normal. Sobald die Diät startet, fehlt Energie. Um diese zu ersetzen, kann der Körper auf der einen Seite die Fettpolster (was gewünscht ist) angreifen. Auf der anderen Seite wechselt der Körper in den Hungerstoffwechsel – es reduziert sich der Grundumsatz.

abnehmen, diät, Gewichtsreduktion, Lediglich dauerhafte Ernährungsumstellungen führen zum Erfolg. Dazu muss man sich genauer mit den unterschiedlichen Nährstoffen auseinandersetzen Foto: maho/Fotolia.com

Dieses Schalten auf Sparflamme hat in der Natur einen lebenswichtigen Grund. In einer modernen Gesellschaft wirkt sich das Ganze aber fatal aus. Sobald die Diät beendet wird, kehren viele Verbraucher zu ihren gewohnten Lebensstilen zurück. Wurde vorher gern Fast Food gegessen, ist dies auch nach der Diät noch so. Das Problem: Ein geringerer Grundumsatz führt zu einem verringerten Energieverbrauch. Bei wieder gleicher Energiemenge landet mehr in den Fettpolstern.

Was ist eine Diät?

Viele Verbraucher kennen die Antwort: Diäten sind Phasen einer verringerten Energiezufuhr. Diese Aussage trifft aber genau genommen auf nur einen Teil der Diäten zu – die Reduktionsdiät. Im historischen Kontext bedeutet Diät so viel wie Lebensführung.

Und hier lässt sich bereits erahnen, auf was das Ganze hinauslaufen soll. Um nach einer kurzen Phase der kalorischen Reduktion nicht wieder in die Falle des Jo-Jo-Effekts zu geraten, muss auf eine langfristige Änderung der Lebensgewohnheiten hingearbeitet werden. Wie kann das Ganze in der Praxis funktionieren?

Langfristig denken: Den Lebensstil verändern

Bei Übergewicht wird zuerst immer an eine Diät gedacht – sprich es steht die Ernährung als Stellgröße im Mittelpunkt. Ein durchaus richtiger Ansatz. Allerdings sind kurzfristige Diäten nicht der richtige Weg.  Wer wirklich abnehmen und anschließend das Gewicht auch halten will, muss langfristig denken.

Soll heißen: Diäten, welche sich auf Dauer durchhalten lassen, sind eigentlich die einzig richtige Entscheidung.

Die zweite wichtige Stellgröße sollte in diesem Zusammenhang ein Ankurbeln des Energieverbrauchs sein. Hier führt der Weg an mehr Bewegung – sprich Sport – nicht vorbei.

Wundermittel gibt es nicht

Abnehmen beschäftigt viele Menschen – und ist in den letzten Jahren zu einem riesigen Markt geworden. Nicht ohne Grund haben:

  • Abnehm-Pillen
  • Fat-Burner-Kapsel
  • Säfte
  • Superfood

als wundersame Schlankmacher Hochkonjunktur. Und oft werden diese „Wundermittel“ vom Verbraucher teuer bezahlt. Über den Nutzen bestimmter Zusatzstoffe gibt es jedoch zum Teil deutliche Kontroversen. Einige Inhaltsstoffe wie Koffein mögen eine kleine Unterstützung beim Abnehmen bieten, aber ohne Training und eine Ernährungsumstellung hält sich der Erfolg stark in Grenzen.

Generell muss sich jeder Verbraucher über einige Punkt im Klaren sein. Schlankmacher, die im Schlaf Kilos schmelzen lassen, gibt es in der Praxis nicht. Die überflüssigen Pfunde stecken in den Fettzellen. Der Weg zum Wunsch-/Idealgewicht führt am Ende nur darüber, diese Energie aus den Zellen zu ziehen und zu verbrennen. Hierzu muss entweder durch die Ernährung ein entsprechendes Energiedefizit entstehen oder Muskelzellen verbrennen die Energie.

In erster Linie bezieht sich diese Aussage auf Nahrungsergänzungsmittel. In den letzten Jahren tauchen auch beim Thema Fettverbrennung teils kuriose „Geräte“ auf. Diese sollen beispielsweise über Stromimpulse die Fettzellen schmelzen und Muskeln wachsen lassen. Aber: Auch hier ist Skepsis ein durchaus guter Ratgeber. Muskeln wachsen in der Regel durch die Anpassung an Trainingsreize – und nicht, weil sie ein paar Minuten am Tag „gestreichelt“ werden.

Sinnvolle Maßnahmen zur Gewichtsreduktion

Für Übergewicht sind heute im Wesentlichen zwei Faktoren verantwortlich:

  • Fehler in der Ernährung
  • Bewegungsmangel

Ernährungsfehler lassen sich auf verschiedene Ursachen zurückführen. So ist die Energiedichte gerade verarbeiteter Lebensmittel sehr hoch. Und viele Gerichte/Lebensmittel enthalten Zucker – ohne dass dies offensichtlich ist. Dieser versteckte Zucker ist einer der Dickmacher.

abnehmen, diät, Gewichtsreduktion, Es gibt viele Möglichkeiten, das eigene Gewicht zu reduzieren. Sport sollte dabei immer eine Rolle spielen. Foto: Nadezhda/Fotolia.com

Auf der anderen Seite zieht ein Job im Büro langes Sitzen nach sich. Das Einzige, was sich am Ende bewegt, sind der Kopf und die Finger über der Tastatur. Das Ergebnis: Arbeitnehmer kommen nach Feierabend auf wenige hundert Schritte, die sie in 8 Stunden zurückgelegt haben. Zu wenig, um ausreichend viel Energie zu verbrennen.

1. Bewegung im Büro

Ein wichtiger Trick besteht darin, sich im Büro mehr zu bewegen. Lieber dem Drucker am Ende des Flurs statt dem im Büro zu nehmen – eine Möglichkeit. Oder in Zukunft Akten selbst ins Archiv bringen, anstatt den Praktikanten diese Aufgabe zu überlassen.

2. Fahrrad statt Auto

Gerade in Städten kann aufs Auto verzichtet werden. Stattdessen mit dem Rad oder zu Fuß ins Büro aufmachen ist ein weiterer Trick, um dank mehr Bewegung endlich den Pfunden auf der Hüfte den Kampf anzusagen.

3. Ernährung umstellen

Hierbei handelt es sich um eine naheliegende Maßnahme. Experten raten seit Jahren zu einer Ernährung, die viel auf Obst und Gemüse setzt. Richtig mit Nüssen und magerem Fleisch kombiniert, sorgt diese Ernährung für eine gesündere Lebensweise.

4. Muskeln aufbauen

Dieser Trick ist einfach und wirkungsvoll. Je mehr Muskeln mit Energie versorgt werden müssen, umso mehr Kalorien werden bei jedem Schritt – selbst im Schlaf – verbraucht. Krafttraining ist ein sehr wirkungsvolles Mittel zum Abnehmen.

Fazit: Diäten helfen – wenn´s richtig gemacht wird

Diäten sind Zeitverschwendung! Spätestens nach der fünften Diät und Jo-Jo-Effekt werden viele Verbraucher so denken. Dabei können Diäten funktionieren – wenn sie richtig interpretiert werden. Der Grund: Auch langfristige Ernährungsumstellungen gehören zu den Diäten und haben sich in der Vergangenheit als wirksames Mittel erwiesen. Wichtig ist, hier am Ball zu bleiben und nicht in alte Muster zurückzufallen. Und natürlich kann es nicht schaden, gemeinsam mit einer Umstellung der Ernährung auch etwas für die Fitness zu tun. Gerade Kraftsport kann an dieser Stelle sehr effektiv sein.

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