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Zwischen Bewegung und Stabilisierung: Was Gelenkprobleme lindern kann

Foto: siam.pukkato via Shutterstock

Etwa fünf Millionen Deutsche leiden an einer schmerzhaften Form einer Gelenkerkrankung. Hierbei nutzt sich der Knorpel zwischen den Gelenkknochen ab. Infolgedessen knackt, knirscht und schmerzt das Knie bei jeder noch so kleinen Bewegung.

Schlimmstenfalls schwillt das Kniegelenk an, wird rot und erhitzt sich. Zwar gilt die fortgeschrittene Arthrose bislang als nicht heilbar, dennoch lassen sich die mit der Krankheit einhergehenden Beschwerden mit gezielten physiotherapeutischen Maßnahmen lindern. Ausreichend und richtige Bewegung und den Körper durch das eigene Verhalten stabil halten sind die Basis zur Behandlung von Gelenkproblemen.

Stabilisierung der Gelenkprobleme durch nützliche Hilfsmittel und gesunden Lebensstil

Insgesamt ermöglichen die 140 gelenkigen Verbindungen zwischen den menschlichen Knochen dem Körper die alltäglichen Bewegungen. Alle Gelenke sind von einer bindegewebigen Hülle – einer Kapsel – umgeben, die das Gelenk stabilisiert. Sobald der Gelenk-Knorpel verschleißt und nicht mehr elastisch ist, raut seine Oberfläche durch kleine Risse auf. Diese Risse bilden den Nährboden für schmerzhafte Gelenkerkrankungen, bei denen irgendwann Knochen auf Knochen reibt. Das Knie ist das am meisten beanspruchte Gelenk im gesamten Körper. Es ist besonders anfällig für Gelenkprobleme. Die ersten Symptome einer akuten Knieentzündung oder Arthrose machen sich schleichend bemerkbar: Mit einem brennenden oder schmerzhaften Gefühl an der Außen- oder Innenseite des Knies oder mit „Anlaufschmerzen“ nach längerem Sitzen. Mithilfe einiger Faktoren lässt sich einer weiteren schmerzhaften Abnutzung des Kniegelenks entgegenwirken.

Die wichtigste Säule besteht in der Stabilisierung des Kniegelenks unter Zuhilfenahme einer formfesten Kniebandage. Sie ist vielseitig einsetzbar: prophylaktisch im Sport, um Verletzungen zu verhindern, oder als schmerzstillendes Hilfsmittel. Um das Gelenk bestmöglich zu unterstützen, bieten sich verschiedene Bandage-Arten an.

Bandage Form Funktion
Stabilisierende KniebandageSie entlastet die Kniescheibe und schützt das Gelenk vor weiteren Ver-
letzungen beim Sport.
Funktionssichernde
Kniebandage
Diese Bandage hält die Funktion des Knies aufrecht und gewährleistet trotz Verletzung einen natürlichen Bewegungsablauf.
Kompressible
Kniebandage
Diese Kniebandage eignet sich, um die Durchblutung der umliegenden Muskulatur zu verbessern und bestehende Schmerzen zu lindern.

Auch gegen eine akute Entzündung von Gelenken – die Arthritis – lässt sich mit eigenverantwortlichen Maßnahmen und therapeutischen Hilfsangeboten vorgehen. Neben dem regelmäßigen Training in einer gelenkschonenden Sportart vermindern Hyaluronsäure-Injektionen den weiteren Verschleiß der Gelenke. Es ist unumgänglich, für diese symptomatische Therapie einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Betroffene kommen zumeist nicht umhin, ihre Ernährung und den damit verbundenen Lebensstil umzustellen. Denn häufig handelt es sich bei den schmerzvollen Gelenkbeschwerden um eine Begleiterscheinung des Übergewichts. Bereits fünf Kilo Übergewicht verdoppeln das Risiko, an einer schmerzhaften Kniearthrose zu erkranken. Das Kniegelenk ist neben dem Hüftgelenk besonders anfällig für die zusätzlichen Pfunde, da es die Überlastung abfedern muss. Ein Betroffener kann seine Gelenke also stabilisieren, indem er die Ernährung umstellt und Gewicht verliert.

Sauerkirschsaft vermindert Muskelschmerzen und oxidativen Stress, wodurch
entzündliche Prozesse im Körper abklingen. Foto: ArtCookStudio via Shutterstock

Gelenkprobleme mit gesunder Ernährung und effektiven Hausmitteln stabilisieren

Gelenkprobleme verlaufen schleichend und schubweise. In den schmerzhaften Phasen sollten Betroffene möglichst auf Sport verzichten. Stattdessen wenden sie in dieser Phase stabilisierende Bandagen an und stellen ihre Ernährung um. Meistens setzt die moderne Medizin in den leidvollen Phasen Schmerzmittel ein. Doch gibt es bei leichten bis mittelschweren Gelenkschmerzen sanftere und natürliche Wege, um das Leiden zu mindern: Gewürze und Hausmittel. Die fernöstliche Medizin fungiert hierbei als Vorbild. Sie wendet die speziellen Kombinationen seit Jahrhunderten an – mit Erfolg. Die langsam einsetzende Wirkung kann die Schmerzen soweit lindern, dass Medikamente reduziert oder abgesetzt werden können.

  • Kurkuma entfaltet eine stark entzündungshemmende Wirkung. Das fettlösliche Gewürz lässt sich optimalerweise zusammen mit Öl, Fett oder schwarzem Pfeffer einnehmen.
  • Beinwell-Extrakte erweisen sich bei Gelenkschmerzen schmerzstillend und abschwellend.
  • Ingwer wirkt ebenso entzündungshemmend und reduziert die durch verschlissene und entzündete Gelenke entstehenden Schmerzen.
  • Die entzündungshemmende Wurzel der Afrikanischen Teufelskralle ist ein bewährtes natürliches Heilmittel für alle Gelenkleiden.
  • Auch die Heilpilze Reishi und Cordyceps erweisen sich bei Gelenkschmerzen als wohltuende Elixiere.
  • Die Kombination der drei Gewürze Muskat, Kreuzkümmel und Koriander soll die Gelenkschleimhaut besser durchbluten und entzündungshemmend wirken. Medizinischen Erkenntnissen zufolge verbessern sich die Beschwerden bei Männern nach vier bis sechs Wochen. Bei Frauen schlägt die Gewürzmischung erst nach acht bis zwölf Wochen an. Zu beachten ist hierbei, dass lediglich eine Messerspitze der drei Gewürze dem Essen beigemengt wird. Alternativ bereiten Reformhäuser oder Apotheken eine exakte Mischung zu.

Verschiedene Lebensmittel helfen bei akut entzündlichen und chronischen Gelenkbeschwerden.

Gezielten Muskelaufbau mit gelenkschonenden Sportarten betreiben

In den beschwerdearmen Phasen hilft der gezielte Muskelaufbau dabei, die Gelenke langfristig zu stabilisieren. Die regelmäßige Bewegung in einer gelenkschonenden Sportart verhindert das Fortschreiten der Erkrankung. Physiotherapeutische Übungen und Wärmezufuhr tun den Gelenken in den beschwerdefreien Zeiten ebenfalls gut. Bei einem entzündeten Gelenk sind schmerzstillende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac vonnöten, damit es sich langfristig wieder bewegen lässt. Mit gängigen Schmerzmitteln schaffen Schmerzpatienten beschwerdefreie Voraussetzungen für das Ausüben von Sport. Fließende Bewegungen ohne Sprünge oder Stöße erweisen sich als hilfreich, um die Gelenkprobleme zu lindern. Sportarten mit dynamischen Richtungswechseln und permanenten Anlaufen und Abstoppen gilt es zu meiden.

  • Beim Schwimmen lastet nicht das gesamte Körpergewicht auf den Gelenken. Vielmehr werden diese durch den Auftrieb im Wasser entlastet. Rücken- und Kraulschwimmen sind bei ausgeprägten Gelenkschmerzen als bevorzugte Schwimmstile anzusehen.
  • Auch Aquajogging und Wassergymnastik nutzen die verringerte Schwerkraft des Wassers, wodurch sie die Gelenke minimal belasten.
  • Der Stockeinsatz beim Nordic Walking stärkt den gesamten Muskelapparat. Gleichzeitig belastet die ausdauernde Sportart die Gelenke weniger als das Joggen.
  • Beim Rad fahren bewegen sich die Gelenke ohne stoßende oder drückende Bewegungen. Für die ausgelasteten Knie- und Hüftgelenke sind diese „fließenden“ Bewegungen ideal.
  • Ein ebensolches Ganzkörpertraining mit fließenden Abläufen ist beim Rudern möglich.
  • Pilates-Übungen und Yoga können die schmerzenden Gelenke besser durchbluten. Doch nicht alle Assanas sind gelenkschonend einzustufen, weshalb das Training nur unter Anleitung erfolgen sollte.
  • Ein medizinisches Training deckt verschiedene ausdauerfördernde und kraftstärkende Disziplinen ab. Ärzte, Sportlehrer oder Physiotherapeuten leiten die Patienten an. Zu den beliebtesten Sportarten gehört das therapeutische Klettern. Es fördert eine gelenkige, aufrechte Haltung, kräftigt den Rumpfbereich und hält die Körperspannung aufrecht.

Einsteiger sollten zunächst herausfinden, welche Sportarten sie mögen und auf dieser Basis verschiedenes ausprobieren. Eine Aufwärmphase zwischen fünf und zehn Minuten ist bei allen Sportarten Pflicht. Mit einer gleichmäßigen Bewegung gelangen die Gelenke leichter von der Ruhe- in die sportliche Phase.

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