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Home » Frauengesundheit » Alkohol in der Schwangerschaft – schon kleine Mengen können großen Schaden anrichten
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Ein Glas Sekt zum Anstoßen, ein Schluck Wein zum Essen – viele Schwangere glauben, ein „bisschen Alkohol“ schade nicht. Doch wissenschaftlich ist längst belegt: Es gibt keine sichere Menge an Alkohol in der Schwangerschaft. Selbst eine geringe Dosis kann die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen und lebenslange Folgen haben.

Wie Alkohol auf das Ungeborene wirkt

Wenn eine schwangere Frau Alkohol trinkt, gelangt dieser über die Plazenta direkt in den Blutkreislauf des Fötus. Das ungeborene Kind baut Alkohol jedoch viel langsamer ab als die Mutter. Die Folge: Das Nervensystem, das Gehirn und die Organe können nachhaltig geschädigt werden. Wenn eine schwangere Frau Alkohol trinkt, gelangt dieser über die Plazenta direkt in den Blutkreislauf des Fötus. Das ungeborene Kind baut Alkohol jedoch viel langsamer ab als die Mutter. Die Folge: Das Nervensystem, das Gehirn und die Organe können nachhaltig geschädigt werden. Alkoholkonsum ist in jeder Phase der Schwangerschaft gefährlich, denn das Gehirn und das zentrale Nervensystem entwickeln sich über die gesamte Schwangerschaft hinweg. Während die strukturelle Entwicklung in den ersten Wochen stattfindet, verläuft die funktionelle Entwicklung – etwa die Reifung der Nervenzellen und Verbindungen im Gehirn – bis zur Geburt weiter.

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Warum ist Alkohol während der Schwangerschaft so gefährlich?
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Fetale Alkoholspektrumstörungen – die unsichtbare Epidemie

Die Folgen dieses Konsums werden unter dem Begriff Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) zusammengefasst. Dazu zählt auch das sogenannte Fetale Alkoholsyndrom (FAS), bei dem sichtbare körperliche Merkmale hinzukommen. Doch auch Kinder ohne äußerlich erkennbare Auffälligkeiten können genauso schwer betroffen sein – oft bleiben ihre Beeinträchtigungen, etwa Lernschwierigkeiten, Impulskontrollprobleme oder soziale Defizite, unerkannt. Gerade weil man ihnen ihre Behinderung nicht ansieht, haben sie es im Alltag häufig besonders schwer. Kinder mit FAS kommen oft mit Wachstumsstörungen, Gesichtsauffälligkeiten, kognitiven Einschränkungen und Verhaltensauffälligkeiten zur Welt. Doch die Bandbreite ist groß: Auch Kinder ohne sichtbare Merkmale können betroffen sein – man spricht dann von Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD).

Nach Schätzungen des Deutschen Ärzteblatts werden in Deutschland jährlich etwa 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen geboren – davon rund 3.000 mit einem voll ausgeprägten FAS. Expert:innen gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele Fälle unerkannt bleiben. Damit gehört FASD zu den häufigsten vermeidbaren angeborenen Behinderungen in Deutschland.

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Warum das Risiko meist unterschätzt wird

Noch immer kursieren Mythen wie „Ein Glas Wein entspannt die Mutter und schadet dem Kind nicht“ oder „Früher haben Frauen auch getrunken, und die Kinder sind gesund.“ Solche Aussagen sind nicht nur falsch, sondern gefährlich. Studien zeigen, dass selbst geringe Mengen das Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten und Entwicklungsstörungen erhöhen. Besonders problematisch: Viele Frauen trinken Alkohol, bevor sie von ihrer Schwangerschaft wissen – auch das kann bereits Folgen haben.

Gesellschaftliche Verantwortung und Aufklärung

Während in Ländern wie Kanada oder Schweden deutliche Warnhinweise auf Alkoholflaschen Pflicht sind, fehlt in Deutschland bislang eine konsequente Kennzeichnung. Ärzt:innen, Hebammen und Apotheken spielen hier eine zentrale Rolle, indem sie frühzeitig informieren und Unterstützung anbieten.

Null Toleranz für Alkohol in der Schwangerschaft

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ist vermeidbar – die Folgen sind es nicht. Deshalb gilt: Null Alkohol in der Schwangerschaft und Stillzeit – ohne Ausnahme. Wer unsicher ist oder bereits Alkohol getrunken hat, sollte offen mit Ärzt:innen sprechen, statt aus Scham zu schweigen. Aufklärung, Sensibilität und Unterstützung sind entscheidend, um Kinder vor vermeidbaren Schäden zu schützen. Jede werdende Mutter, jede Familie, jede Gesellschaft kann dazu beitragen – durch Information, Empathie und klare Haltung: Ein Kind trinkt immer mit – und schon ein Glas ist eines zu viel.

Du möchtest noch tiefer in das Thema Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) einsteigen?

Auf der Website von FASD Deutschland e.V. findest du viele weitere Informationen, Erfahrungsberichte, Hilfsangebote und Fachwissen rund um das Leben mit FASD – für Betroffene, Familien und Fachkräfte.

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