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Allergien

Kratzen, Niesen und Hoffnung

Fotos: Jonas Kiegel

Laura ist 26 Jahre alt und hat Neurodermitis. Begleitet wird die Hauterkrankung von einer chronischen induzierbaren Nesselsucht sowie Allergien. Im Interview spricht sie über ihr Leben zwischen Kratzen, Niesen und Hoffnung.

Laura

Verfolgen Sie ihren inspirierenden Weg auf Instagram und im Blog auf www.leben-mit-neurodermitis.info

Was war der Auslöser für die Neurodermitis?  

Meine Neurodermitis habe ich bereits mit einem halben Jahr bekommen. Einen Auslöser gab es nicht.

Welche Faktoren spielen eine erhebliche Rolle für einen Schub?

Schübe kommen und gehen. Heute sind sie bei mir anders als früher. Der schlimmste Trigger ist bei mir Stress. Aber auch wenig Schlaf, Pollen, zu viel Zucker, zu viel Alkohol verschlechtern meine Haut. Wenn von diesen Faktoren zu viele auf einmal auf mir lasten, wird meine Haut besonders schlimm. Leider dauert es dann auch wieder länger, bis sich die Haut erholt hat, wenn ich dann diese Trigger wieder verringern konnte.

Kinder mit Neurodermitis haben ein erhöhtes Risiko, später weitere allergische Erkrankungen zu entwickeln. War das bei dir auch der Fall?

Meine Allergien haben sich im Laufe der letzten vier bis fünf Jahre gebildet und sind mit der Zeit stärker geworden: Besonders Katzenhaare, Hausstaub und die Frühblüher machen mir zu schaffen. Meistens habe ich eine laufende Nase, juckende Augen und meine Haut wird dann meistens auch schlechter.

Nesselsucht hatte ich das erste Mal vor sechs Jahren, es hielt zwei oder drei Jahre an. Immer beim Sport kamen nach zehn bis 15 Minuten die Quaddeln und blieben 30 bis 60 Minuten.

Heute kommen die Quaddeln sehr selten, sind nicht stark ausgeprägt und verschwinden schnell, das kann aber auch am Medikament liegen.

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Welche Ratschläge hast du für „Frischerkrankte“?

Mir hat es geholfen, mir viel Wissen über die Erkrankung anzueignen und die Erkrankung zu akzeptieren. Ich habe lange nach einem guten Arzt gesucht. Es ist wichtig, einen Arzt zu finden, der die Erkrankung ernst nimmt und die individuellen Symptome betrachtet. Einfach nur Kortison verschreiben hilft niemandem mit Neurodermitis weiter. Denn heute gibt es nicht nur Kortison. Da Neurodermitis in Schüben verläuft und durch Trigger verstärkt wird, sollte man seine Trigger herausfinden. Es dauert lange, aber es lohnt sich. Und jeder Mensch ist anders. So auch der Umgang mit der Erkrankung. Nur weil dem einen etwas hilft, muss es nicht automatisch dem anderen helfen.

Was musst du bei deiner täglichen Hautpflege und im Bereich Make-up beachten? pH-Neutralität? Nebenwirkungen?

Ich habe mich schon in meiner Jugend nicht viel geschminkt. Das lag aber eher daran, dass ich lieber länger schlafen wollte. Doch für Treffen mit Freunden und Partys habe ich gerne Make-up getragen. Ich musste auch auf keine Inhaltsstoffe achten. Heute ist das leider anders, denn ich habe mein Make-up entsorgt. Die Ekzeme treten jetzt auch im Gesicht auf. Egal welche Inhaltsstoffe das Make-up hätte, es würde die Haut zusätzlich massiv reizen. Das ist es mir nicht mehr wert. Denn mein Umfeld ist eher verwundert, wenn ich dann doch mal dezentes Make-up auftrage. Deshalb fühlt es sich sehr befreiend an, dass mein Umfeld sich an mein Erscheinungsbild gewöhnt hat.

Es ist sehr wichtig für meine Haut, sie mit ausreichend Feuchtigkeit und Fett einzucremen. Da meine Haut sich schnell an Salben gewöhnt und so die Wirkung nachlässt, wechsle ich häufig die Cremes und probiere viel aus.

Welche Reaktionen musstest du in der Öffentlichkeit einstecken? Hast du Mobbing erlitten? Wie ist es heute?

Ich hatte eine wirklich tolle Kindheit. Trotz Ekzem an Hals und Ellenbeugen wurde ich nicht gemobbt. Auch heute gehe ich sehr offen mit der Erkrankung um und bekomme viel Verständnis. Nur einen Winter lang musste ich viele abgeneigte Blicke ertragen. Da habe ich versucht, ohne Medikamente den Schub zu überstehen, wodurch meine Haut extrem schlimm wurde. Zusätzlich kämpfte mein Körper so sehr mit der Entzündung, dass ich auch bei Temperaturen um null Grad mit T-Shirt unterwegs war, weil mein Körper quasi am Brennen war. Diese Situation konnten viele Menschen nicht nachvollziehen.

Welches Mittelmaß eignet sich für dich am besten, um die Neurodermitis im Zaum zu halten?

Aufgrund der Schwere meiner Neurodermitis nehme ich an einer klinischen Studie für ein neues Medikament teil. Dieses Medikament hilft mir sehr gut. Parallel achte ich darauf, mein Stresslevel niedrig zu halten. Dabei hat es mir beispielsweise geholfen, meine Arbeitsstunden zu reduzieren.

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Leben mit schwerem Asthma: Gemeinsam aktiv werden

Reizhusten, Atemnot und eingeschränkte Ausdauer begleiten Menschen mit Asthma oft. „Ich fühlte mich wie eine Batterie, die vorher voll war und sich schlagartig entladen hat. Ich dachte oft, ich mache für meine Frau und meinen Sohn alles kaputt. Ich konnte zeitweise nichts machen und Urlaub war nicht möglich.“, so erging es Wolfgang mit seiner Asthma-Erkrankung. Doch sich damit abzufinden, war keine Option. Es kam der Punkt, da wollte er mehr. „So kann es nicht weitergehen. Das kann doch nicht alles (gewesen) sein – dazu bist du noch zu jung. Du willst doch noch mal etwas unternehmen können.“

Wer die Gelegenheit ergreift und Dinge anpackt, kann sie verändern – ob privat, im Job oder in der herausfordernden Situation mit einer chronischen Atemwegserkrankung, wie schweres Asthma. Laut Umfrage* versteckt fast die Hälfte (46 Prozent) aller Betroffenen mit unkontrolliertem Asthma die eigene Krankheit, um nicht als „anders“ wahrgenommen zu wer- den.** „Es ist eben einfach so“, denken viele Menschen mit schwerem Asthma.

Es ist Zeit für Veränderung!

Häufig geht die Asthma-Erkrankung mit Einschränkungen im Alltag einher. Der Lieblingssport kann nicht mehr weiterbetrieben werden, Urlaube müssen gut vorbereitet sein oder auch das einfache Treppensteigen kann zur Herausforderung werden. Aber das muss nicht sein. Die Initiative „Asthma-Aktivisten“ von Sanofi will zu neuem Mut, Optimismus und Selbstbewusstsein inspirieren, um das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen, statt sich von der Krankheit kontrollieren zu lassen. Deswegen engagiert sich die Initiative für ein klares „Ja“ zu einem aktiven Leben mit Asthma.

Der Startschuss: Asthma-Status überprüfen

Die Ersteinschätzung des Asthma-Status mithilfe des Asthma-Selbsttests ist dabei ein erster Schritt für einen positiven Veränderungsprozess. Das Ergebnis gibt einen Hinwies darauf, ob die Erkrankung möglicherweise nicht gut kontrolliert ist. Untersuchungen zeigen, dass die Mehrheit der Menschen mit Asthma ihre Asthma-Kontrolle subjektiv nicht richtig einschätzen können. Sie geben an, dass ihr Asthma gut kontrolliert sei, obwohl dies nicht immer der Fall ist. Das kann unter- schiedliche Gründe haben. Manch- mal werden Situationen, in denen Asthma-Auslöser befürchtet werden, vermieden. Das kann der Spaziergang mit Freunden sein oder sportliche Aktivitäten, die nicht mehr regelmäßig ausgeübt werden. Symptome der Asthma-Erkrankung, wie Kurzatmigkeit, Husten und Engegefühl in der Brust werden hingenommen, ohne mit der behandelnden Lungenfachärztin oder dem behandelnden Lungenfacharzt darüber zu sprechen.

Mit nur vier Fragen zu Beschwerden, Schlaf, Einschränkungen im Alltag und Häufigkeit der Bedarfsmedikation lässt sich schnell und einfach überprüfen, ob das Asthma möglicherweise unkontrolliert ist. Das Ergebnis bietet eine gute Ausgangsbasis für das Gespräch mit der Lungenfachärztin oder dem Lungenfacharzt. So besteht die Möglichkeit, die Therapie an die Situation des Betroffenen anzupassen.

Offenheit im Arztgespräch lohnt

Für eine passgenaue Behandlungsoption ist eine aktive Rolle der Betroffenen im Arztgespräch erforderlich. Fragen sollten gestellt, Beschwerden und Einschränkungen besprochen sowie Sorgen und Ängste mitgeteilt werden. Ein Asthma-Tagebuch beispielsweise kann helfen, den Krankheitsverlauf besser zu verstehen. Es können unter anderem Symptome, Häufigkeit des Bedarfsmedikaments, sowie Auslöser (z. B. Pollen, Lebensmittel etc.) fest- gehalten werden. Auch dafür bieten die Asthma-Aktivisten Unterstützung mit einer Vorlage für ein Tagebuch. Zudem geben Betroffene, als auch eine Lungenfachärztin hilfreiche Tipps für ein erfolgreiches Arztgespräch. Für Wolf- gang, der schon lange mit der Asthma- Erkrankung lebt, hat die aktivere Rolle im Arztgespräch viel verändert. Durch eine Therapieanpassung hat sich vieles zum Positiven entwickelt: „Ich habe mein altes Leben zurück. Letztes Jahr bin ich zum ersten Mal wieder 5 km gelaufen.“ Es lohnt sich, aktiv zu werden – nicht nur im Arztgespräch.

Bewusster leben – leichter atmen

Wie schon mit kleinen Veränderungen das Leben mit Asthma erleichtert werden kann, wird auf der Website Asthma-Aktivisten.de auf vielfältige Weise beschrieben. Neben Informationen zum Arztgespräch gibt es mehr rund um das Leben mit Asthma, wie beispielsweise auch Sport. Denn regelmäßiger Sport kann die körperliche Belastbarkeit verbessern. „Asthma und Sport – das passt zusammen und kann weitere positive Effekte für Menschen mit Asthma haben. Mit gut eingestelltem Asthma und langsamen Belastungssteigerungen ist Bewegung das Beste, was jeder für sich und seinen Körper unterstützend tun kann.“, so der Sport-Experte Dr. Rainer Glöckl. Er erläutert auf der Website auch, wie der innere Schweinehund überwunden werden kann und verrät sein persönliches Erfolgsrezept, um dauerhaft dran zu bleiben.

Du hast das Gefühl, Dein Asthma kontrolliert Dein Leben?
Entdecke, wie andere mit ihrer Erkrankung umgehen, und hole Dir Tipps zu alltagsrelevanten Themen von Betroffenen und Experten unter:


Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit SANOFI entstanden.

* Umfrage unter 306 Teilnehmern (51 Prozent Männer, 49 Prozent Frauen) mit unkontrolliertem Asthma, wie schwerwiegend der Einfluss der Erkrankung auf den Alltag ist. Auftraggeber der Befragung ist Sanofi.

** Die Frage wurde von 144 Teilnehmern beantwortet.

MAT-DE-2200914-1.0-03/2022

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