Mit sechs Jahren erlebte Cathy Hummels einen lebensbedrohlichen Asthma-Anfall – ein Erlebnis, das ihre gesamte Kindheit prägte. Heute ist sie beschwerdefrei, doch auch ihr Sohn machte bereits Erfahrungen mit Atemwegsproblemen. Im Interview spricht sie offen über Angst, Aufklärung und warum der richtige Umgang mit Atemwegserkrankungen entscheidend ist.
Cathy, du lebst seit deiner Kindheit mit Asthma und hattest dabei auch einen lebensbedrohlichen Zwischenfall. Wie hat dich diese Erfahrung geprägt?
Den ersten Asthma-Anfall hatte ich, als ich sechs Jahre alt war. Ich war bei einer Freundin zu Besuch, die ein Meerschweinchen hatte, auf das ich stark allergisch reagierte. Plötzlich bekam ich keine Luft mehr, es fühlte sich an, als würde ich durch einen zusammengepressten Strohhalm atmen. Das war sehr dramatisch und ich bin an diesem Anfall fast gestorben. Ich erinnere mich nur noch bruchstückhaft daran, da ich bewusstlos wurde. Ich wachte im Krankenhaus wieder auf und musste dort zwei Wochen lang bleiben, ganz allein, das war furchtbar.
Wann wurde dir bewusst, dass freies Atmen keine Selbstverständlichkeit ist?
Dieser erste Anfall war traumatisch. Wenn man einmal fast erstickt ist, dann prägt das einen stark. Ab diesem Moment war mein Leben ein anderes, weil ich in der ständigen Angst lebte, dass das wieder passieren könnte. Meine Kindheit war alles andere als unbeschwert. Ich konnte nirgendwo mehr hingehen ohne meinen Inhalator. Übernachtungen bei Freundinnen waren tabu, bei Ausflügen musste meine Mutter vorab alle informieren, worauf ich allergisch bin. Ich konnte in kein Zeltlager fahren, über keine grüne Wiese springen. Zu meinem allergischen Asthma kam noch ein psychisch bedingtes hinzu, weil mein Körper aufgrund der Angst vor einem Anfall in den Panikmodus schaltete, was dann auch wieder Atemnot auslöste.

DEN ERSTEN
ASTHMA-ANFALL
HATTE ICH, ALS
ICH SECHS JAHRE
ALT WAR.
Heute bist du beschwerdefrei. Was hat dir geholfen, deinen persönlichen Weg im Umgang mit Asthma zu finden?
Ich hatte zwar weiterhin eine Pollen- und Tierhaarallergie, aber der Körper verändert sich ja im Laufe der Zeit. Als ich 15, 16 Jahre alt war, habe ich begonnen, mich intensiv mit meiner Ernährung zu befassen. Ich verzichtete auf weißen Zucker, Milcheiweiß und Laktose, achtete darauf, viel Gemüse und Obst zu essen. Ich glaube, dass das maßgeblich dazu beigetragen hat, dass meine Beschwerden weniger wurden und irgendwann verschwanden. Ich brauchte irgendwann auch keine Medikamente mehr, heute habe ich keinerlei Symptome mehr.
Auch dein Sohn hatte bereits gesundheitliche Probleme mit der Lunge. Was ist passiert?
Mein Sohn hatte zwei Mal das RS-Virus. Aufgrund meiner eigenen Vorgeschichte wusste ich, dass dadurch das Risiko steigt, dass er Asthma bekommen könnte. Das hat mich wirklich stark getriggert und ich habe mir große Sorgen gemacht. Er war zwei Mal im Krankenhaus, weil es ihm so schlecht ging. Danach waren wir bei einer tollen Pneumologin in Behandlung, die uns erklärte, dass man Asthma mit der richtigen Behandlung sehr gut therapieren kann und man heute beschwerdefrei leben kann. Er wurde entsprechend behandelt, und seit einem Jahr hat auch er keine Beschwerden mehr. Natürlich habe ich trotzdem immer alles für den Notfall dabei, z. B. Cortison-Zäpfchen oder Cetirizin bei allergischen Reaktionen. Und ich muss sagen, dass jetzt jeder Infekt bei ihm sofort auf die Lunge schlägt und er dann wieder inhalieren muss. Ich höre das sofort, aber kann dann entsprechend reagieren.
Man muss sich immer erklären, weil gesunde Menschen sich einfach nicht vorstellen können, wie es ist, plötzlich keine Luft mehr zu bekommen.

Gibt es Vorurteile oder Missverständnisse, die dir rund um Asthma und andere Atemwegserkrankungen immer wieder begegnen?
Man muss sich immer erklären, weil gesunde Menschen sich einfach nicht vorstellen können, wie es ist, plötzlich keine Luft mehr zu bekommen. Auch dass bestimmte Allergene in der Luft für einen Asthmatiker ein lebensbedrohliches Problem werden können, nehmen viele nicht ernst genug. Deswegen ist es so wichtig, dass über Atemwegserkrankungen gesprochen und darüber aufgeklärt wird. Aber auch über Therapiemöglichkeiten muss gesprochen werden, da die Medizin heute viel weiter ist als früher. Man sollte sich stets über die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten informieren, weil man mit der richtigen Behandlung gut mit der Erkrankung leben kann.
Warum ist es dir wichtig, öffentlich über Atemwegsgesundheit zu sprechen, und welche Botschaft möchtest du Betroffenen und ihren Familien mitgeben?
Ich finde es so wichtig, dass man besonders betroffenen Kindern die Angst nimmt und mit ihnen spricht, denn ich wünsche mir, dass alle Kinder einen unbeschwerten Alltag haben können, auch wenn sie Asthma haben. Außerdem möchte ich auch Eltern die Angst nehmen und dazu ermutigen, sich zur Erkrankung und den Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Denn Asthma ist heute wirklich gut behandelbar. Dazu gehört es auch, dass das Umfeld Bescheid weiß und immer alles da ist, was es für den Notfall braucht, zum Beispiel in der Schule oder im Sportverein. Denn im Extremfall geht es um Sekunden. Wenn die Kinder selbst Bescheid wissen und auch ihr Umfeld geschult ist, können sie sich sicher fühlen und diese ständige Angst ablegen.
Weiterführende Informationen
Als Unternehmerin hat Cathy Hummels mit eigenen Eventformaten wie „Cathylates“ und dem „WiesnBummel“ erfolgreiche Marken aufgebaut. Letzterer hat sich mittlerweile als feste Größe in der Münchner Eventlandschaft etabliert.
Weitere Einblicke gibt es bei Instagram unter:
@eventsbych und @cathyhummels




