Frauen mögen sich bei einer Hafenrundfahrt eine entspannte Rundfahrt durch den Hamburger Hafen auf einer Barkasse vorstellen. Nicht so der Mann ab 45!
Er weiß, dass „Hafenrundfahrt“ auch ein umgangssprachlicher Ausdruck für die digital-rektale Untersuchung (DRU) ist, bei der der Urologe mit seinem Finger den Enddarm abtastet. Hierbei wird die Prostata auf Auffälligkeiten wie Vergrößerungen oder Tumore untersucht – keine angenehme Vorstellung und die persönliche Erfahrung gilt es zu vermeiden.
Ich bin einer von denjenigen Männern, die wegen der drohenden Tastuntersuchung den Vorsorgetermin nach hinten geschoben haben. Erst mit 60 Jahren bin ich tatsächlich zur Früherkennung gegangen und siehe da – es war bereits einige Jahre zu spät.
Joachim Guderian, Vorsitzender des Bundesverbands Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) e. V.
Bislang war diese Untersuchung die einzige von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Früherkennungsuntersuchung für Prostatakrebs
Dabei ist die Messung des PSA-Wertes, eines Eiweißstoffs, der von der Prostata produziert wird und bei Prostatakrebs verstärkt messbar ist, nicht nur einfacher, sondern auch aussagefähiger. Allerdings muss dieser Bluttest bislang mit Kosten zwischen 25 und 45 Euro selbst bezahlt werden. Und so kommt es, dass nur etwa 12 % der Männer in Deutschland tatsächlich zur Früherkennung gehen.
So wie Werner Seelig, Leiter der Selbsthilfegruppe Hochfranken-Fichtelgebirge, der nach dem ersten Schock des Früherkennungsergebnisses rasch mithilfe Gleichbetroffener grundlegende Informationen und Ruhe für eine richtige Therapieentscheidung fand, sodass er heute sagen kann: „Mir geht es gut.“
Seit mehr als 15 Jahren kämpft der BPS um die Anerkennung des risikoadaptierten PSA-Tests als kostenfreie Früherkennungsmaßnahme
Und nun – endlich! – wurde der entsprechende Antrag angenommen, sodass hoffentlich Ende 2026 mit einer aussagekräftigen, kassenfinanzierten Früherkennung für Prostatakrebs gerechnet werden kann.
Damit alle Männer sich nicht mehr fürchten müssen, denn „Hafenrundfahrten“ machen auf Barkassen viel mehr Spaß!

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.
Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Männern, die an Prostatakrebs erkrankt sind.
Betroffene, Angehörige und Interessierte finden Informationen auf www.prostatakrebs-bps.de oder bei der BPS-Beratungshotline (Di. bis Do., außer an bundeseinheitlichen Feiertagen).
Von 15 Uhr – 18 Uhr, gebührenfrei unter unserer Service-Rufnummer: 0800 –70 80 123 (kostenpflichtig aus dem Ausland +49(0) 228-2864 5645)




