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    Oft ist es das Leben, das einem eine Entscheidung aufzwingt – manche ist unwiderruflich.

    Foto: Jo Panuwat D via shutterstock.com

    Sie haben Prostatakrebs.

    So lautete die Botschaft, die ich von meinem Urologen 2010, wenige Tage vor Weihnachten und nur einen Tag vor meinem 62. Geburtstag, erhielt.

    Werner Seelig

    Vorsitzender des Bundesverbands Prostatakrebs Selbsthilfe

    Er gab mir noch mit auf den Weg, mich zeitnah zwischen Operation und Bestrahlung zu entscheiden. Viel konnte ich damit nicht anfangen. Mir war bewusst, nicht der einzige Mann zu sein, dem dies widerfahren ist. Ich machte mich auf die Suche nach Gleichbetroffenen.

    Ich stieß auf einen Bundesverband, der mir Informationen und Hilfe zu geben versprach. So lernte ich den Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe kennen. Den ersten Kontakt hatte ich mit einem Berater der BPS-Beratungshotline. Die ruhige und sachliche Stimme meines Gesprächspartners am anderen Ende der Leitung flößte mir Vertrauen ein. Er bestärkte mich, meine Entscheidung für eine Therapie in Ruhe zu treffen. Einen Rat erhielt ich noch für den Fall, dass ich mich für eine radikale Prostatektomie entscheiden würde: „Lassen Sie sich in einem zertifizierten Prostatakrebszentrum operieren, dort sind Sie in den besten Händen.“

    Danach nahm ich Kontakt zu der Selbsthilfegruppe am Ort auf. Auch diese Gespräche waren hilfreich, mich für die Operation zu entscheiden. Heute liegt mein PSA-Wert, nunmehriger Tumormarker, konstant unter der Nachweisgrenze. Habe ich also dank Früherkennung richtig gehandelt? Begleiterscheinungen der Operation habe ich akzeptiert, schließlich hatte ich eine unwiderrufliche Entscheidung getroffen. Sie nachträglich infrage zu stellen, machte weder Sinn, noch hätte sich dadurch an meiner Situation etwas geändert. Hilfreich für mich war der frühe, noch vor dem Termin der Ersttherapie erfolgte Kontakt mit anderen Betroffenen. Ich bekam Hilfe von den Männern in der Selbsthilfegruppe, die mich 2011 aufnahm und die ich seit 2013 leite. Sie gaben mir Halt und Perspektive.

    Heute bin ich Leiter einer Selbsthilfegruppe und Vorsitzender des am 15. September 2000 gegründeten BPS. Ich will damit etwas von dem zurückgeben, was ich erfahren habe, als ich eine, mein Leben nachhaltig verändernde, Entscheidung treffen musste. Wann immer ich um Rat gefragt werde, schildere ich, wie es mir vor Jahren erging und wie es mir heute geht. Wo immer es mir möglich ist, werbe ich für die Früherkennung. Mein Appell an Sie: „Gehen Sie hin“.

    Finden Sie eine Selbsthilfegruppe auch in Ihrer Nähe

    www.prostatakrebs-bps.de/gruppensuche

    Wenn Sie keine Gruppe finden konnten, rufen Sie uns unter 0228-33889500 an!

    15. September – Europäischer Prostata-Tag

    Im Jahr 2005 haben Urologen und Patientenverbände am 15. September erstmals den Europäischen Prostata-Tag ausgerufen. Ziel ist es, das Thema Männergesundheit und damit verbunden auch Erkrankungen der Prostata in die Öffentlichkeit zu rücken. Schließlich ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Obwohl Prostatakrebs in der Regel langsam wächst und bei vielen Betroffenen nicht zum Tod führt, gilt auch hier wie bei allen Krebserkrankungen: Je früher erkannt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er noch nicht gestreut hat und daher gut therapierbar ist. Daher ist die Früherkennung von Prostatakrebs für Männer (über)lebenswichtig!

    Bei Beschwerden und einem Verdacht auf Erkrankungen der Prostata nehmen Sie frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch. Bei Fragen zur Früherkennung, zu den Untersuchungsmöglichkeiten und/oder Behandlungen steht die BPS-Beratungshotline allen Interessierten, Betroffenen und Angehörigen Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zwischen 15 und 18 Uhr unter der kostenfreien Servicenummer 0800-7080123 zur Verfügung.

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