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Männer, lasst uns reden!

5 Fragen an Dr. Sommer

Photo: golubovystock via shutterstock

Professor Dr. Frank Sommer

Univ. Prof. für Männergesundheit,
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit 

Interessante Themen in der Männergesundheit von Erektionsstörungen, bis hin zu Ejakulationsstörungen, bis hin zur Sorge um die Penisgröße

#1 Erektionsstörungen betreffen in Deutschland fast jeden fünften Mann und sind immer noch ein Tabu Thema. Warum sollten Männer mit Erektionsstörungen auf jeden Fall zum Arzt gehen?

Erektionsstörungen können ein Hinweis auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Der Grund für Erektionsstörungen kann vielfältig sein. Es können Nervenfunktionen gestört sein, die Potenzmuskulatur, die sich im Beckenboden befindet, geschwächt sein, die Zusammensetzung des Penis kann geschädigt sein, die Blutzufuhr des Penis kann zu gering sein. Es kann zu viel Blut aus dem Penis herausfließen bei sexueller Stimulation, aber es können auch Stoffwechselerkrankungen wie bspw. Zuckererkrankungen eine Erektionsstörung verursachen, um einige Beispiele zu nennen. Falls die zuführenden Blutgefäße verengt sind und es daher zu Erektionsstörungen kommt, besteht ein hohes Risiko nach dem ersten Auftreten der ersten Symptome nach vier bis acht Jahren einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu bekommen. Daher ist es so wichtig, beim Auftreten von Erektionsstörungen deren Ursache abklären zu lassen! Sollten diese sensiblen Gefäße betroffen sein, kann eine Gesamtprävention der Gesundheit des Mannes erfolgen, sowohl medikamentös aber auch ernährungstechnisch, aber auch durch Veränderungen des Lebensstils, um so zu verhindern, dass dieser Mann einen Schlaganfall oder Herzinfarkt bekommt.

#2 Reicht es nicht einfach aus nur eine Tablette einzunehmen, wenn man Erektionsstörungen hat?

Nein, wie in der gesamten Medizin gilt: Vor der Therapie steht die Diagnose! Sind bspw. Nerven geschädigt, kann man durch spezielle Vibrationstrainingseinheiten in Kombination mit einer medikamentösen Therapie die Nerven regenerieren. Ist die Potenzmuskulatur geschädigt, deren Kraft man mittels einer speziellen Apparatur messen kann, kann diese durch gezieltes eigenes körperliches Training oder durch Elektrostimulation aufgebaut werden, um hier nur einige Beispiele zu nennen. Meist sind die Ursachen von Erektionsstörungen vielfältig. Es kann also sein, dass ein Mann eine eingeschränkte Blutzufuhr in den Penis hat, in Kombination mit einer Veränderung in der Zusammensetzung des Schwellkörpers und einer Schwächung seiner Potenzmuskulatur. Man darf dann therapeutisch alle drei Ursachen angehen mit dem Ziel, dass die betroffenen Strukturen wieder so positiv aufgebaut werden, dass der Mann wieder eine gute, erfüllende Sexualität erleben kann.

#3  Stimmt es, dass nur Männer Schwierigkeiten mit ihrer Penisgröße haben? Und dass das Frauen gar nicht interessiert?

Aktuell sind wir gerade dabei eine groß angelegte Studie zu diesem Thema auszuwerten. Und überraschenderweise zeigen die ersten Auswertungen, dass für eine Partnerin, wenn sie an Sexualität interessiert ist, der Penisumfang und auch dessen Länge ganz interessant ist. Und natürlich wollen 97% der Frauen auch keinen sogenannten „Monster-Penis“ der beim Geschlechtsverkehr einfach nur Schmerzen bei ihnen verursacht! Aber ein gewisses Volumen zur sexuellen Stimulation wird schon „gefordert“. 

#4 Hilfe, mein Penis ist zu klein! Gibt es die Möglichkeit ihn operativ zu vergrößern?

Ja, diese Möglichkeit gibt es. Aber die wichtige Frage lautet: Ist Ihr Penis wirklich zu klein? Daher vorab schon ein paar interessante Zahlen. 

Bei europäischen Männern beträgt die Durchschnittslänge des erigierten Penis 13 Zentimeter. Von einem Mikropenis spricht man erst, wenn dieser 7,5 Zentimeter lang ist. Und für den Penisumfang gilt: Dieser sollte etwas weniger sein als seine Länge.

#5 Ist der vorzeitige Samenerguss die einzige Ejakulationsstörung, die den Mann treffen kann?

Nein, es gibt auch den verzögerten Samenerguss. Dieser kann teilweise sehr quälend für den Mann sein. Das Gleiche gilt übrigens auch für das Ausbleiben einer Ejakulation. Wichtig ist, dass man die Gründe hierzu untersucht. Hierzu kann man spezielle Nervenmessungen machen und gezielte Messungen, unter anderem auch der Muskulatur. Schmerzhafte Ejakulationen die bspw. durch Medikamente, aber auch durch Infektionen verursacht werden können, können das Liebesleben eines Mannes ganz schön stark beeinflussen. Und es gibt natürlich noch mehr Formen von Orgasmus-bzw. Ejakulationsstörungen.

Sie möchten mehr erfahren?

Weitere Informationen finden Sie unter www.maennergesundheit.info

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