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Männer, lasst uns reden!

Reden rettet Leben

Foto: Movember Foundation

Was ist mit den Männern los? Ihre Selbstmordrate ist dreimal so hoch wie unter Frauen. Dabei lassen sich weitaus mehr Frauen wegen Depressionen behandeln. Beim Thema Selbsttötung gibt es in fast allen Ländern ein Paradox: Frauen leiden häufiger an Erkrankungen wie Depressionen, sie versuchen häufiger als Männer, sich das Leben zu nehmen, und doch ist die Suizidrate bei Männern wesentlich höher. Aber warum sind Männer besonders gefährdet? „Zu viele Männer fühlen sich nicht wohl dabei, sich in schwierigen Zeiten zu öffnen, sondern versuchen, Herausforderungen selbstständig zu bewältigen und suchen sich, wenn überhaupt, zu spät professionelle Hilfe und leiden schweigend“, erklärt Michael Fischer, European Country Manager der Movember Foundation. „Unser Ziel ist es, das zu ändern.“

Rund um den Welttag der Suizidprävention am 10. September klärt Movember mit Botschaftern aus Sport und Schauspiel weltweit Männer zu den Themen seelische Gesundheit und Suizid auf und erleichtert ihnen so, über ihre Probleme und Ängste zu sprechen. Ein Botschafter ist Ben Meisner (29), Eishockey-Torwart beim EHC Freiburg. Der Deutsch-Kanadier, der bereits mit sieben Jahren zum ersten Mal auf den Schlittschuhen stand, liegt Movember und das Thema psychische Gesundheute sehr am Herzen. In unserem Gespräch erklärt er warum.

Ben Meisner, Goalie beim EHC Freiburg, unterstützt Movember beim Kampf gegen psychische Gesundheit und Suizid.
Foto: EHC Freiburg e.V.

Du hast schwierige Zeiten in deiner Karriere als Profi-Eishockeyspieler erlebt. Von Selbstzweifeln über Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken. Wie ist das passiert?

Meisner: Ich habe mein ganzes Leben lang gelitten, egal, wo ich war. Ich denke, es wuchs und wuchs und als ich älter wurde, wurde es immer schwieriger damit umzugehen. Das Schlimmste war, sich so allein zu fühlen und sich zu fragen, was mit mir los war. Ich lebte mit einer nicht diagnostizierten, zwanghaften Störung und hatte keine Ahnung, dass sie mir so viel Angst und Depressionen bereitete. Sobald es richtig diagnostiziert wurde, begann ich mich zu erholen und sah, wie die Symptome mit der Zeit verschwanden.

Wie nah warst du damals am Selbstmord?

Meisner: Ich war bei der Planung schon sehr weit fortgeschritten, habe aber noch einmal Lebensmut gefasst.  Ich war damals mental besiegt, ich sah keinen Ausweg und konnte das Leben nicht ertragen, in dem ich mich gefangen fühlte; ein Leben mit Angst, Depression, Stress, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit.

Konntest du damals mit Kollegen darüber sprechen?

Meisner: Nein. Niemals. Ich habe nie ein Wort zu jemandem gesagt. Tag für Tag versuchte ich zu verbergen, wie ich mich fühlte. Ich konnte nicht mit anderen interagieren und fürchtete diese Interaktion, weil ich dachte, dass die Leute mich verurteilen würden.

Was würdest du Leuten raten, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben wie du?

Meisner: Sprich. Hör zu. Teile deine Gedanken und Gefühle. Hole dir professionelle Hilfe und glaube an den Prozess. Es kann und wird dich retten und dir einen Weg zeigen, den du noch nie zuvor gesehen hast.

Warum unterstützt du die Movember Foundation?

Meisner: Ich denke, die Movember Foundation ist eine starke Stimme in der Welt der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern. Ich bin stolz darauf, mit ihnen zusammenzuarbeiten und meinen Namen für eine so erfolgreichen Organisation zu geben. Ich denke, was sie in der Vergangenheit getan haben, ist nur der Anfang und ich freue mich, Teil von etwas mit einer so strahlenden Zukunft zu sein.

Hilfe für Betroffene

Telefonseelsorge
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