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Magen & Darm

Raus hier aus der Isolation!

Foto: Privat

Holger Busse ist Gründer des Vereins „Lila Hoffnung e. V.“ und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Darmerkrankungen wie CED oder Darmkrebs aus der Tabuzone zu holen. Warum das so wichtig ist, erzählte er uns im Interview.

Herr Busse, Sie sind erster Vorsitzender des Vereins „Lila Hoffnung e. V.“. Wie kam Ihnen die Idee zur Gründung und was ist das Besondere an Ihrem Verein?

Ich hatte 2016 ein Schlüsselerlebnis, doch schon Jahre davor fing das Desaster an. Ich hatte immer wieder Durchfälle, habe in Depression und Isolation gelebt. 2015 hatte ich einen Darmverschluss und wäre an meiner Erkrankung, Morbus Crohn, beinahe verstorben. Zwischen Januar 2015 und Januar 2016 habe ich verschiedene Therapien gehabt, die mir dabei geholfen haben, die Krankheit in den Griff zu bekommen – obwohl ich bis dato noch nicht einmal die Diagnose „Morbus Crohn“ hatte. Nach einem erneuten Darmverschluss im Jahr 2016 und der Entfernung von 35 Zentimetern entzündeten Darms kam endlich die Diagnose. Danach bin ich zur Reha gefahren und dort habe ich mich das erste Mal mit CEDs auseinandergesetzt. Ich habe Menschen getroffen, die das gleiche Schicksal teilen.

Ich habe Menschen getroffen, die das gleiche Schicksal teilen. Menschen, die über Durchfälle und Stuhldrang sprechen, Mittedreißiger, die Darmkrebs haben, Kinder mit Stoma.

Menschen, die über Durchfälle und Stuhldrang sprechen, Mittdreißiger, die Darmkrebs haben, Kinder mit Stoma. Da war für mich klar, dass ich etwas unternehmen möchte, um das Thema Darmerkrankungen zu enttabuisieren. Zudem wollte ich Herzenswünsche erfüllen, um das Leben mit Darmerkrankungen erträglicher zu machen, und ich wollte Menschen zusammenführen.

Das haben Sie geschafft. Ein Satz, den man auf der Website Ihres Vereins überall findet, lautet: „Mein Darm ist kein Tabu!“ Ist Darmgesundheit wirklich noch so ein Tabuthema?

Absolut. Das merken wir jedes Mal, wenn wir mit dem Thema in die Öffentlichkeit gehen. Sobald man Nichtbetroffene auf Blähungen und Durchfall, aber auch Darmkrebsvorsorge anspricht, ergreifen die meisten die Flucht. Dieses Verhalten hat uns noch mehr ermutigt, weiter für die Enttabuisierung zu kämpfen.

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