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    Mentale Gesundheit auf der Warteliste

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    Jonas hat bei seiner Depression ein digitales Hilfsangebot in Anspruch genommen. Foto: Selfapy
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    Jonas hat bei seiner Depression ein digitales Hilfsangebot in Anspruch genommen. Foto: Selfapy

    Jede vierte erwachsene Person in Deutschland leidet jährlich unter einer psychischen Erkrankung. Nur wenige suchen und erhalten tatsächlich Hilfe. Über sechs Monate warten Betroffene aktuell durchschnittlich auf einen freien Therapieplatz. Digitale Gesundheitsanwendungen bieten einen möglichen Lösungsansatz. Ein solches digitales Angebot hat Jonas (24) genutzt, um sich um seine mentale Gesundheit zu kümmern.

    Wie hat sich deine psychische Belastung angefühlt?

    Meine Depressionen haben sich zu Beginn dadurch geäußert, dass ich zunehmend lustlos und erschöpft in den Tag gestartet bin, ohne mich aus der Stimmung herausretten zu können. Es wurde immer schlimmer, bis ich das Haus gar nicht mehr verlassen wollte und nur noch sehr selten Freude oder Glück empfunden habe.

    Wie war es für dich, psychologische Hilfe in Deutschland zu suchen?

    Unglaublich anstrengend. Es ist belastend und ernüchternd, wenn man eh schon am Boden ist und sich überwunden hat, Hilfe zu suchen, eine Absage nach der anderen zu bekommen und keine Hilfe zu erhalten – wenn man überhaupt eine erhält. Einige Therapeut:innen sind so überlastet, dass sie gar nicht erst ans Telefon gehen, wenn man dort nicht bereits als Patient registriert ist.

    Dann hast du ein digitales Hilfsangebot gefunden. Wie verlief der Verschreibungsprozess?

    Meine Hausärztin hat mir die App auf Rezept verschrieben, nachdem ich ihr meine Situation geschildert und das Angebot gezeigt hatte. Für sie war das zwar neu und sie musste sich erst informieren, zeigte sich dann aber sehr hilfsbereit, und meine Krankenkasse übernahm die Kosten sofort.

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    Inwiefern war das Angebot für dich eine aktive Hilfestellung? 

    Positiv überrascht hat mich die Formatvielfalt. Videos, Texte, Audios inklusive Grafiken sorgen dafür, dass es abwechslungsreich bleibt. Mein größter Fortschritt ist jedoch mein Denken über mein Denken. Klingt abstrus, aber heute bewerte ich meine Gedankengänge viel freundlicher. Auch negative Gedanken sind okay, solange sie nicht das Fühlen und Handeln beherrschen.

    Wie war es, dich digital in Selbsthilfe zu üben? 

    Erst dachte ich: Nettes Programm, aber kann wahrscheinlich nicht mehr bewirken als ein Sprüchekalender. Nach Abschluss der ersten Module war ich erstaunt, wie hochwertig der Kurs ausgearbeitet ist, und habe mich gefreut, ihn flexibel bearbeiten zu können, ohne vom Terminkalender meiner Therapeutin abhängig zu sein.

    Fiel es dir schwer, motiviert zu bleiben?

    Anfangs war es ungewohnt, weil man die Inhalte wirklich ernst nehmen muss, um Fortschritte zu machen. Mit der Zeit kam eine gewisse Routine, und durch einige Erfolgserlebnisse war ich immer motiviert weiterzumachen.

    Welche Ziele konntest du erreichen?

    Meine Hauptziele waren, außerhalb der “echten Therapiestunden” meine Stimmung aufrechtzuerhalten und durch Eigeninitiative meine Therapieerfolge zu beschleunigen. Beide habe ich erreicht. Ich habe viel über mich und die menschliche Psyche gelernt, kann viel besser damit umgehen, wenn sich negative Gedanken in mir breitmachen wollen, und falle seltener und weniger tief in ein Loch als vor Beginn meiner zweigleisigen Therapie. 

    Hältst du psychologische Hilfe per App für effektiv?

    Klares Ja! Digitale Anwendungen werden keine klassische Therapie ersetzen können, aber unterstützen ist hier das Zauberwort. Die Kombination aus klassischer Therapie und digitaler Rückendeckung ist für mich das Nonplusultra.

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