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Start-up für Trauerfreunde entwickelt weltweit neuen, digitalen Ansatz in der Trauerhilfe

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Jen und Hendrik. Foto: TrostHelden
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www.trosthelden.de ist eine online Matching-Plattform für Trauernde. Entwickelt von Fachleuten aus Trauerbegleitung, Trauerforschung und Psychologie, bringt unser weltweit einzigartiger Algorithmus nicht nur diejenigen Trauernden zusammen, die in ihrer jeweils individuellen Situation perfekt zueinander passen. TrostHelden hat insgesamt einen ganz neuen Ansatz in der Trauerhilfe erschaffen.

Wer steht hinter TrostHelden?

Die ausgebildete Sterbe-Amme Jennifer Lind und der Dipl.-Kfm. Hendrik Lind. Seit 2013 hatten sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit zu tausenden Trauernden intensive Einzelkontakte.

Das Ziel von TrostHelden ist, die soziale Vereinsamung samt sozialer und gesundheitlicher Folgeschäden, die oftmals mit der Trauer einhergeht und zu Pandemie-Zeiten ganz neue Dimensionen bekommen hat, zu minimieren. Indem wir Trauernde mit gleicher „Trauersprache“ zusammenbringen. Denn Gleich und Gleich gesellt sich auch auf diesem Felde gern – und tut sich gegenseitig gut.

In den vergangenen Jahren und durch den Kontakt zu tausenden Trauernden haben wir, das sind meine Frau und ich, uns ein sehr gutes Bild über elementare Bedürfnisse von Betroffenen machen können. Wir mussten lernen, dass das elementarste aller Bedürfnisse bei den wenigsten Trauernden befriedigt wird. Dabei geht es darum, ein Gegenüber zu haben, der komplett versteht. Über die ganze Zeit der Trauer. Wer kann das besser als jemand, der ein gleiches Schicksal verkraften musste oder muss?  Der eine ähnliche Art der Trauerarbeit hat, der sich in ähnlichen Lebensumständen befindet und damit die gleiche Trauersprache spricht? Trauernde wünschen sich oft nichts sehnlicher, als einen Menschen zu haben, der auf rationaler und emotionaler Ebene komplettes Verständnis hat. Vor allem die emotionale Ebene ist es, die vom sozialen Umfeld und auch von professioneller Trauerbegleitung nicht bedient werden kann – für ein gutes Voran- oder Weiterkommen aber elementar ist.

Da dieses Bedürfnis bisher kaum befriedigt wird, bedeutet das für unsere Trauerkultur, dass der Tod nicht nur traurig, sondern auch einsam macht. Einsamkeit kann auf Dauer krank machen. 

TrostHelden ist eine noch junge Online-Plattform (Beta-online seit November 2020), auf der trauernde Menschen ein Gegenüber finden, der sie und ihre Gefühle vollkommen versteht und der die gleiche Trauersprache spricht. Wenn dies gegeben ist, ist eine ganz andere Art der eigenen Trauerarbeit möglich. Tür und Tor stehen für eine Heilung weit(er) offen! Bisher haben rund 3.000 Betroffene Hilfe auf TrostHelden gesucht und gefunden.

Welche Bedeutung hat das Verständnis im Außen auf Trauernde?

Verständnis im Außen tut in erster Linie gut. Dieses Verständnis dient jedoch auch als Spiegel, um sich selbst in Trauer besser kennen zu lernen. Durch einen Schicksalsschlag entsteht im Trauernden von jetzt auf gleich ein Schattenanteil, der neuer Taktgeber ist. Er ist mit schmerzenden und ohnmächtigen Gefühlen gepaart, die nicht selten in einer Handlungsunfähigkeit münden. Dieser Schattenanteil fühlt sich fremd an, ist jedoch ein Teil des Ichs, der durch den Schicksalsschlag aktiviert wurde. Verständnis im Außen hilft, diesen Schattenanteil bzw. diesen Anteil des Ichs auszuleuchten. Es hilft, die Trauer zu erkennen, zu akzeptieren und ins eigene Leben zu integrieren. TrostHelden ist die einzige Hilfe für Trauernde weltweit, die diesen Aspekt mit seiner Innovation benennt und berücksichtigt.

Welche Auswirkung hat eine gute Trauerarbeit individuell und gesellschaftlich?

Menschen, die eine gute Trauerarbeit für sich durchlebt haben, berichten davon, sich reich beschenkt zu fühlen. Es sind Geschenke wie mehr Selbstwert, mehr Selbstliebe und fokussierten Lebenszielen. Menschen, die im Rahmen einer guten Trauerarbeit viel Unterstützung erfahren haben, engagieren sich häufig später selbst für das Gemeinwohl und sorgen für Mitmenschlichkeit. Wir können also sagen, dass eine gute Trauerarbeit Mitmenschlichkeit in die Welt bringt. Andersherum kann auch behauptet werden, dass durch ein Fehlen einer guten Trauerkultur dieses Humanitätspotential ungenutzt bleibt. Mit TrostHelden kann sich dieses Potential entfalten.

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Was uns weiterbringt, ist Verständnis

Wenn wir über Tabus sprechen, was meinen wir dann?

Meinen wir den gesellschaftlichen Aufschrei, der vermeintlich aufkommt, wenn wir über ein bestimmtes Thema sprechen? Oder meinen wir die Scham, die uns überkommt, wenn wir vermeintlich peinliches über uns preisgeben? Ich glaube, wir sind uns einig, dass vieles, was früher ein gesellschaftliches No-Go war, inzwischen ganz öffentlich diskutiert werden kann – ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell sich eine Gesellschaft weiterentwickelt, wenn einige wenige beginnen, ihre Gedanken und Gefühle zum Thema zu teilen. Das Bedürfnis, irgendwie der Norm zu entsprechen, ist ja eines, dass den Menschen seit Anbeginn begleitet und je mehr Information geteilt wird, desto klarer wird, dass die Norm nichts festes ist, sondern im wesentlichen nur eine Variante dessen, was sowieso alle machen.

Je mehr wir miteinander teilen, desto sicherer und weniger argwöhnisch sind wir im Umgang miteinander. Und desto weniger Chance hat die Ignoranz, die die Ursache von so viel Unglück ist. Nehmen wir zum Beispiel die weibliche Sexualität. Inzwischen weiß nun wirklich jeder, dass auch Frauen masturbieren und ja, dass viele von ihnen sogar Spielzeuge benutzen, um ihre Lust zu vergrößern. Das ist vor allem deshalb wichtig zu verstehen, weil die Diskussion darüber die letzten Hubbel auf dem Weg zur sexuellen Gleichberechtigung ebnet. Es darf keine Verurteilungen mehr darüber geben, wer seine Sexualität unter Erwachsenen wie auslebt. Ob Sex mit Liebe oder ohne stattfindet geht ja niemanden etwas an, außer die Personen, die unmittelbar davon betroffen sind. Das Bedürfnis, ständig alles und jeden öffentlich zu bewerten, bringt uns ja nicht weiter.

Was uns weiterbringt, ist Verständnis. Und eine Gesellschaft, die die Sexualität der Bevölkerung versteht, ist eine fortschrittliche, weisere und das ist genau das, was wir momentan alle brauchen. Sex ist also mehr als ein Tabubruch. Sex zu akzeptieren, bedeutet, dass Menschsein zu akzeptieren und die Spielarten, die das so mit sich bringt, als Norm zu empfinden, also allen eine gleichberechtigte Freiheit einzuräumen. Darum ist es so wahnsinnig wichtig, darüber zu sprechen. Das Gleiche gilt natürlich für Geschlechtskrankheiten, den Mangel an Sex, Erektionsstörungen und Beziehungsprobleme. Heute gibt es Podcasts, Bücher und Youtube-Videos zu praktisch jedem Thema. Früher sind Menschen gestorben, weil sie nicht gewagt haben, sich einem anderen anzuvertrauen. Schrecklich, oder? Heute muss zumindest niemand mehr das Gefühl haben, alleine mit etwas zu sein und das ist ein wirklicher Fortschritt der Gesellschaft.

Das heißt natürlich nicht, dass wir keine Scham mehr haben dürfen. Es gibt einen schützenswerten Teil in jedem von uns. Darin herumzuwühlen, ist ein wirkliches Tabu.

Fotos: CYROLINE

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