
Dr. Bettina Zippel-Schultz
Stellvertretende Vorständin der Deutschen Stiftung für Chronisch Kranke

Vanessa Strnad
Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektmanagerin der Deutschen Stiftung für Chronisch Kranke
Chronische Erkrankungen stellen Betroffene und Versorgungssysteme vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist eine gut abgestimmte, verständliche und patientenzentrierte Versorgung. Digitale und vernetzte Versorgungsansätze können helfen.
Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland leben mit einer chronischen Erkrankung oder langfristigen Gesundheitsproblemen (RKI 2024). Besonders verbreitet sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs sowie chronische Atemwegs-, Nieren- und Muskel-Skelett-Erkrankungen.
Chronische Erkrankungen prägen den Alltag vieler Menschen ein Leben lang. Die körperlichen, sozialen und emotionalen Belastungen sind vielfältig. Daher sind Betroffene auf verständliche Informationen und eine gut abgestimmte medizinische Versorgung angewiesen.
Jedoch hapert es oft genau daran. Neben dem Hausarzt sind meist verschiedene Fachärzte in die Versorgung eingebunden. Termine, Untersuchungen und Behandlungen müssen koordiniert und medizinische Informationen zwischen den Behandelnden ausgetauscht werden. Dieses Zusammenspiel funktioniert nicht immer reibungslos. Für Betroffene entstehen dadurch lange Wege, Wartezeiten und Unsicherheiten bei der Suche nach der passenden Behandlung.
Eine gute Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen erfordert gemeinsames und innovatives Handeln.
Die Deutsche Stiftung für chronisch Kranke arbeitet gemeinsam mit verschiedenen Partnern aus dem Gesundheitswesen an Lösungen für eine zukunftsorientierte, vernetzte und patientenzentrierte Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Ein Ansatz zur Verbesserung der Versorgung sind digitale Technologien. Telemonitoring ermöglicht die Fernüberwachung des Gesundheitszustands, die frühzeitige Erkennung von Verschlechterungen und dadurch rechtzeitige Anpassungen der Behandlungen. Gesundheitsapps können zudem dabei helfen, Therapien im Alltag besser umzusetzen. Auch speziell qualifizierte nicht-ärztliche Fachkräfte gewinnen zunehmend an Bedeutung. So unterstützen etwa weitergebildete Medizinische Fachangestellte in kardiologischen Praxen (HI-MFA) oder Schlaganfall-Lotsen Betroffenen bei der Orientierung im Versorgungsalltag.
Digitale Anwendungen unterstützen auch Ärztinnen und Ärzte. Die elektronische Patientenakte soll einen besseren Überblick über die Krankengeschichte und Behandlungen geben. Dadurch können Informationen schneller ausgetauscht, Doppeluntersuchungen vermieden und Therapieentscheidungen fundierter getroffen werden.
Damit digitale Lösungen und neue Unterstützungsangebote, wie Lotsen oder HI-MFA, ihr Potenzial entfalten können, müssen sie sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für die Behandelnden verständlich, alltagstauglich und vertrauenswürdig sein. Sie müssen dauerhaft in die Versorgung integriert, akzeptiert und verlässlich finanziert werden. Erst dann können innovative Versorgungsansätze zu einer spürbaren Verbesserung für chronisch kranke Menschen beitragen.
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Referenzen:
https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/Krankheitsfolgen/Funktionseinschraenkungen/ChronischesKranksein/chronischesKranksein_node.html?darstellung=1&kennzahl=1&zeit=21&geschlecht=0&standardisierung=0




