Was ist eine COPD?

COPD, auf Englisch „chronic obstructive pulmonary disease“, steht für eine chronische Erkrankung der Lunge, die auf entzündeten und dauerhaft verengten Atemwegen beruht.

Was sind die Auslöser, und wer ist davon betroffen?

In neun von zehn Fällen sind es Raucher. Sie können davon ausgehen, dass 30 Prozent der dauerhaften Raucher COPD bekommen. Bei den rund 20 Millionen Rauchern in Deutschland wären das nach grober Schätzung sechs Millionen COPD-Erkrankungen.

Genetische Ursachen spielen auch eine Rolle. In afrikanischen Ländern, in denen Menschen in geschlossenen Räumen am offenen Feuer kochen, tritt sie ebenfalls häufig auf.

Woher weiß man, dass man unter COPD leidet?

Es gibt die AHA-Symptomkombination: Hat der Betroffene Atemnot, Husten und Auswurf, ist das ein erstes Indiz. Allerdings könnte das auch für Asthma sprechen. Eine Lungenfunktionsmessung gibt dann weitere Klarheit. Mögliche Begleiterkrankungen der COPD sind Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Zu welcher Therapie raten Sie?

Die erste entscheidende Maßnahme ist ein Rauchstopp, falls noch geraucht wird. Nehmen wir an, Sie rauchen jeden Tag eine Packung. Das sind in einem Jahr sieben Kilo Zigaretten. Nach 20 „Packungsjahren“ und 140 Kilogramm haben Sie eine gute Chance, die Hälfte Ihrer Lungenfunktion schon verloren zu haben – und leiden unter einer COPD mittleren Grades.

Zur Entwöhnung empfehle ich eine Kombination aus Verhaltenstherapie und Tabakentwöhnung, eine Art „Nichtraucherführerschein“. Rund 60 Prozent, die aufhören wollen, schaffen das ohne diese Maßnahmen nicht.

Welchen Vorteil hat der Rauchstopp in Bezug auf die Erkrankung?

Die positive Nachricht ist, dass der Patient nicht nur den beschleunigten Prozess des Lungenfunktionsabbaus stoppt. Er kann ihn teils auch rückgängig machen. Der Betroffene gewinnt dann auf Basis des Verlorenen wieder zehn Prozent an Lungenfunktion zurück.

Welche Maßnahmen kommen noch infrage?

Entscheidend ist außerdem Bewegungstraining. Jeder trainierte Muskel verbraucht weniger Sauerstoff, und folglich muss weniger Atemluft durch die Lunge gezogen werden. Es gibt deshalb längst den sogenannten „Lungensport“. Der wird natürlich gern vernachlässigt, weil der Patient aktiv werden muss.

Welche Medikamente lassen sich gegen COPD einsetzen?

Einsetzbar sind ein Beta-2-Sympathomimetikum (LABA) und ein Muskarinrezeptor-Antagonist (LAMA). Beide öffnen die Bronchien. LABA simuliert den Prozess ähnlich wie bei Adrenalin, das die Bronchien weitet, wenn etwa ein Tier unter Angriff plötzlich flüchten muss.

LAMA wiederum bremst den Vagus, der im natürlichen Zustand eigentlich die Bronchien verengt. Oft verordnet der Arzt eine Kombination aus beidem. Allerdings ist damit nicht der beschleunigte Abfall der Atemkapazität aufgehalten, falls weiter geraucht wird. Wer viel Lungensport betreibt, braucht nachweislich weniger Medikamente.

Welche neuen Methoden auf dem Markt kennen Sie?

Es kann bei bestimmten Betroffenen zu Exazerbationen kommen. Dabei verschlimmern sich die Symptome schubweise. Dann kann der Arzt noch Entzündungshemmer verschreiben, die sonst nur bei Asthma eingenommen werden.

Es handelt sich hier um dem Kortison ähnliche Substanzen, die in geringer Menge inhaliert werden. Hinzu kommt ein weiteres Medikament, das nicht auf Kortison basiert.