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Hautsache

Früherkennung rettet Leben: Tina Kaiser spricht über ihre Hautkrebs-Diagnose

Fotos: Privat

Ein Routine-Check, ein auffälliges Muttermal – und plötzlich steht das Wort „Krebs“ im Raum. Moderatorin Tina Kaiser (@tinakaiser_offical) erzählt, wie die Diagnose sie getroffen hat, warum Früherkennung so entscheidend ist und was sie sich von der Politik und Öffentlichkeit wünscht.

Wie hast du von deiner Diagnose erfahren und was ging dir in diesem Augenblick durch den Kopf?

Ich bin ein sehr heller Hauttyp und habe viele Muttermale, deshalb gehe ich regelmäßig zur Kontrolle. Bei einer dieser jährlichen Untersuchungen hat mein Hautarzt eine Stelle entdeckt, die er lieber entfernen und untersuchen lassen wollte.

Ehrlich gesagt habe ich mir in dem Moment gar nicht so große Sorgen gemacht, weil ich das schon öfter hatte und bisher immer alles gut ausgegangen war. Kurz darauf bin ich mit Freunden und meinem Partner nach Japan geflogen.

Erfahren habe ich es dann tatsächlich in Kyoto. Ich kam gerade aus einem Restaurant, es war eigentlich ein schöner Abend, und dann sah ich mehrere WhatsApp-Nachrichten, Sprachnachrichten und eine E-Mail von meinem Arzt. Darin stand, dass es leider schwarzer Hautkrebs ist und ich mich so schnell wie möglich melden soll.

In dem Moment ist natürlich sofort alles gekippt. Man ist plötzlich nicht mehr im Urlaub, sondern nur noch in diesem einen Gedanken: Was bedeutet das jetzt? Wie schlimm ist es? Hat es gestreut? Ich konnte dann auch nicht einfach entspannt in Japan bleiben. Ich bin noch mit dem Zug von Kyoto nach Tokio gefahren und habe meinen Heimflug früher angetreten, um das Muttermal so schnell wie möglich weiter operieren zu lassen.

Zum Glück war es am Ende Stadium 1 und hatte nicht gestreut. Aber dieser Moment zwischen Diagnose und endgültiger Entwarnung war natürlich sehr belastend. Gleichzeitig hatte ich großes Glück, dass ich meinen Partner und enge Freunde dabei hatte, die mich aufgefangen haben. Und mein Hautarzt hat mir auch sehr viel Sicherheit gegeben und mir das Gefühl vermittelt: Wir haben es früh entdeckt, wir bekommen das hin. Trotzdem war es surreal – vom Japan-Urlaub quasi direkt ins Krankenhaus zur OP.

Wie lief die Behandlung bei dir ab und wie hast du diese Zeit erlebt?

Wichtig war erst einmal, dass dieses Muttermal, das sich als schwarzer Hautkrebs herausgestellt hatte, so schnell wie möglich vollständig entfernt wird. Ich bin deshalb direkt in die Hautklinik gegangen, musste dort auch eine Nacht im Krankenhaus bleiben und wurde dann operiert.

Was ich vorher gar nicht so auf dem Schirm hatte: Auch wenn es „nur“ um ein Muttermal geht, wird bei schwarzem Hautkrebs eine relativ große Stelle entfernt, weil mit Sicherheitsabstand geschnitten werden muss.

Zusätzlich wurde bei mir ein Blutmarker kontrolliert, der Hinweise auf fortgeschrittenen Hautkrebs geben kann. Der war zum Glück unauffällig. Trotzdem musste ich nach der OP noch auf den endgültigen Befund warten. Die Operation war an einem Freitag, und erst am Montag kam die Nachricht, dass alles erwischt wurde. Dann wurde die offene Wunde auch erst zugenäht.

Dieses Wochenende dazwischen war ehrlich gesagt ziemlich belastend. Man versucht natürlich, ruhig zu bleiben, sich abzulenken, zu atmen, vielleicht irgendwelche Techniken anzuwenden, die man mal im Yoga gelernt hat. Aber ganz ehrlich: In so einem Moment funktioniert das nur bedingt. Krebs ist einfach kein schönes Wort und macht erst einmal Angst. Ich habe in dieser Zeit auch gemerkt, dass ich bei solchen Themen nicht der resilienteste Mensch bin. Umso größer war dann die Erleichterung, als klar war, dass alles entfernt werden konnte.

Wichtig war erst einmal, dass dieses Muttermal, das sich als schwarzer Hautkrebs herausgestellt hatte, so schnell wie möglich vollständig entfernt wird. Ich bin deshalb direkt in die Hautklinik gegangen, musste dort auch eine Nacht im Krankenhaus bleiben und wurde dann operiert.

Was hat dir in dieser Zeit besonders geholfen, mit der Situation umzugehen?

Vor allem mein enges Umfeld: mein Partner, meine Tochter, meine Eltern und meine engen Freunde. Dieses Gefühl, nicht alleine zu sein, hat mir sehr geholfen. Und natürlich auch Ablenkung – kleine normale Momente, die einen kurz aus der Angst herausholen.

Sind dir rund um das Thema Hautkrebs Missverständnisse oder falsche Annahmen begegnet?

Ja, einige. Zum Beispiel, dass viele Hautkrebs sofort mit weißem Hautkrebs gleichsetzen. Schwarzer Hautkrebs ist aber eine andere Kategorie und kann deutlich gefährlicher sein, weil er schneller streuen kann.

Ein anderes Missverständnis ist, dass man Hautkrebs bekommt, weil man zu viel in der Sonne war. Ich war in den letzten Jahren vorsichtig, was den Umgang mit der Sonne angeht, und habe mich mit Schatten, Kopfbedeckung und LSF 50 geschützt. Viele Hautschädigungen entstehen aber schon viel früher – durch Sonnenbrände und ungeschützte Sonne in der Kindheit oder Jugend. Ich bin ein Kind der 80er/90er, da war das Bewusstsein einfach noch ein anderes – heute weiß man, dass ein hoher LSF essentiell für die Hautkrebsprävention ist. Und was ich auch gelernt habe: Die Muttermale, die man selbst komisch findet, sind nicht automatisch die gefährlichen. Manchmal ist es ein kleiner dunkler Fleck, den man kaum beachtet. Deshalb ist es so wichtig, regelmäßig zu einem wirklich erfahrenen Dermatologen zu gehen – am besten mit moderner Dokumentation und, wenn möglich, KI-gestützter Analyse.

Ich habe eigentlich schon immer sehr auf meine Gesundheit geachtet, weil ich weiß, dass sie das Wichtigste ist, was man haben kann. Ich gehe regelmäßig zu Check-ups und auch zur Muttermal-Kontrolle.

Hat sich dein Umgang mit deiner Gesundheit oder deinem Körper seitdem verändert?

Ich habe eigentlich schon immer sehr auf meine Gesundheit geachtet, weil ich weiß, dass sie das Wichtigste ist, was man haben kann. Ich gehe regelmäßig zu Check-ups und auch zur Muttermal-Kontrolle.

Seit der Diagnose bin ich aber natürlich noch konsequenter geworden. Früher war es einmal im Jahr, jetzt gehe ich alle drei bis sechs Monate zur Kontrolle. Und ganz aktuell: Ich war heute erst wieder beim Dermatologen. Ein Muttermal im Gesicht wurde abgeschabt, vier weitere wurden entfernt – das heißt, während ich dieses Interview beantworte, warte ich gerade wieder acht bis zehn Tage auf Ergebnisse. Also: Daumen drücken!

Was würdest du anderen Menschen mitgeben, wenn es um Hautkrebs und Früherkennung geht?

Meine wichtigste Message geht tatsächlich auch an die Politik: Bitte spart nicht an der Hautkrebs-Früherkennung. Bei mir wurde der schwarze Hautkrebs durch ein Screening entdeckt. Ich hatte keine Schmerzen, kein dramatisches Symptom – es war einfach eine Stelle, die mein Dermatologe auffällig fand.

Und genau das ist der Punkt: Man weiß nie, wie schnell aus Stadium 1 vielleicht Stadium 2, 3 oder 4 werden kann. Bei mir war dieses Screening im Rückblick wirklich lebenswichtig.

Ich finde deshalb, dass Menschen weiterhin die Möglichkeit haben müssen, sich regelmäßig untersuchen zu lassen – besonders helle Hauttypen, Menschen mit vielen Muttermalen oder einer Vorgeschichte. Diese Leistung jetzt aus Kostengründen infrage zu stellen, finde ich das völlig falsche Signal.

Und noch etwas: Bitte schützt euch und eure Kinder vor der Sonne. Ich lese immer öfter, dass Sonnencreme angeblich schlecht sei oder man sie lieber weglassen soll. Ich sehe das komplett anders. Eincremen, Schatten, Kleidung, Kopfbedeckung – all das ist kein uncooler Verzicht, sondern Selbstschutz. Und ganz ehrlich: Es ist heute sowieso viel schicker, nicht mehr um jeden Preis braun zu sein. Gesunde Haut ist schöner als jeder Tan.

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