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Krebs

Kein Tag wie selbstverständlich

Fotos: Privat

Das Hodgkin-Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems und tritt besonders bei jungen Erwachsenen vergleichsweise häufig auf. Die Krankheit kann Lymphknoten, Milz und andere Organe betreffen und ist heute in vielen Fällen gut behandelbar. Für Betroffene bedeutet die Diagnose dennoch meist einen tiefen Einschnitt ins Leben. Wir haben mit Laura Schäfer über ihre Diagnose, die Behandlung und darüber gesprochen, was die Erkrankung bis heute in ihr verändert hat.

Laura Schäfer

Health Coach und Content Creatorin

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Du warst noch jung, als du die Diagnose Lymphdrüsenkrebs bekommen hast. Was waren deine ersten Symptome?

Mein erstes Symptom war ein stechender und schmerzhafter Juckreiz am ganzen Körper. Der Juckreiz war anfangs nur an bestimmten Körperstellen, wie an den Händen und Füßen und ist mit der Zeit auf den ganzen Körper ausgestrahlt. Durch den Juckreiz hatte ich auch enorme Schlafprobleme, da dieser meist nachts auftrat, als ich keine Ablenkung hatte. Etwa ein halbes Jahr nach dem Auftreten des ersten Symptoms ist ein Lymphknoten an meinem Hals angeschwollen.

Kannst du dich noch erinnern, was deine ersten Gedanken nach der Diagnose waren? Wie bist du damit umgegangen?

Ich war erstmal total überfordert mit der Diagnose, da ich (zum Glück) noch nie einen Krebsfall in meinem engen Umfeld hatte. Ich habe mit einer Chemotherapie immer direkt Haarausfall und schlimme Übelkeit verbunden – dieser Gedanke war enorm schlimm für mich, da ich an Emetophobie leide (Angst vor Übelkeit und Erbrechen). Als ich die ganzen Infos von meinem Arzt bekommen habe und nach Hause gefahren bin, hatte ich die ganze Zeit nur den Gedanken im Kopf: „Wie soll ich das nur meinen Eltern erzählen?“. Der Gedanke, sie leiden zu sehen, war bisher immer meine schlimmste Angst.

Ich war erstmal total überfordert mit der Diagnose, da ich (zum Glück) noch nie einen Krebsfall in meinem engen Umfeld hatte.

Dein Krebs wurde mit einer Chemotherapie behandelt. Hat das deinen Alltag stark verändert und was hat dir in dieser Zeit Halt gegeben?

Da ich bisher noch nie eine „ernste Krankheit“ hatte, hat der Krebs und die Chemotherapie, die zahlreichen Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Ich bin von Berlin zurück in mein Elternhaus gezogen, um in der Zeit die mentale und körperliche Unterstützung meiner Familie zu haben. Diese hat mir während der Zeit auch den größten Halt gegeben, da ich rund um die Uhr mentalen Support und auch körperliche Hilfe hatte, die man während einer Krebserkrankung definitiv in Anspruch nehmen sollte! Allein die kleinsten Dinge wie Einkaufen, Haushalt oder Essen kochen benötigen enorm viel Kraft während einer Therapie. Meine Krebserkrankung war leider auch genau in der Corona Pandemie und daher musste ich mich noch mehr schützen. Ich habe kaum soziale Kontakte gehabt, bis auf ein paar engste Freunde und meine Familie, da das Immunsystem während einer Chemotherapie sehr geschwächt ist.

Gesundheit und das Leben in vollen Zügen genießen ist für mich heute die Priorität Nummer 1!

Seit Dezember 2021 bist du krebsfrei. Was nimmst du aus dieser Zeit mit, das dich bis heute prägt?

Ich lebe mein Leben heute viel bewusster und weiß, dass nichts im Leben selbstverständlich ist. Ich stehe jeden Morgen glücklich auf, wenn ich mich gut fühle und gesund bin und freue mich auf den Tag. Mir hat der Krebs nochmal gezeigt, dass unsere Probleme im Alltag oft nur Probleme sind, die wir uns selbst machen und die unser Leben unnötig erschweren. Gesundheit und das Leben in vollen Zügen genießen ist für mich heute die Priorität Nummer 1!

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