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Arzt und Patient

Erholsam durch die Nacht

Foto: Africa Studio via Shutterstock

Ein Gespräch mit Schlafexperte Prof. Dr. med. Peter Young über die Kunst des gesunden Schlafs und die passende Matratze.

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Prof. Dr. med. Peter Young

Leiter des Medical Parks, Neurologische Klinik Reithofpark in Bad Feilnbach

Ich habe gut geschlafen – was heißt das eigentlich?

Wenn man am nächsten Morgen den Schlaf als erholsam empfunden hat. Zentral ist dafür eine ununterbrochene Schlafphase. Bei der Schlafdauer benötigen die meisten Menschen sieben bis siebeneinhalb Stunden. Es gibt seltene Ausnahmen, meistens genetisch bedingt, die nur fünf Stunden brauchen. Aber auch wenn jemand mal elf Stunden schläft, kann das normal sein, ohne dass man gleich eine Krankheit vermuten müsste.

Welche Faktoren sind es, die einen guten und damit gesunden Schlaf erschweren können?

Es gibt gesundheitliche Gründe, zum Beispiel Atmungsstörungen, Beinbewegungen oder Probleme mit dem Kreislauf. Aber auch die örtliche Umgebung spielt eine wichtige Rolle. Es braucht idealerweise Ruhe, abgedunkelte Räume und eine individuell passende Temperatur. Viele unterschätzen den sogenannten Schlafdruck, der eine ausreichende Müdigkeit erzeugt. Manchmal ist nämlich der Tagschlaf, also das klassische Mittagsschläfchen, der Feind des Nachtschlafs. Ungünstig ist in Sachen Ernährung natürlich die fette Schweinshaxe vor dem Schlaf. Denn sie bringt das Verdauungssystem auf Hochtouren, genauso wie Alkohol das Nervensystem aktiviert. Einen gesunden Schläfer kann aber selbst das nicht erschüttern.

Welche Rolle spielt das Bett und worauf würden Sie hier achten?

Bequeme Bettverhältnisse sind sehr wichtig für einen gesunden Schlaf. Niemand braucht eine alte Federkernmatratze mit Unebenheiten und spießigen Drähten, die womöglich herausragen.

Was würden Sie raten, wenn man sich für eine Matratze entscheidet?

Zuerst mal ganz einfach formuliert: Sie brauchen eine, mit der Sie sich wohlfühlen. Die Bedürfnisse sind hier sehr unterschiedlich. Die einen benötigen eine harte, die andere eine weiche Matratze. Gerade in asiatischen Ländern schläft man zum Beispiel lieber hart. Krankenhäuser mit vielen Patienten versuchen daher, bei den Betten extreme Grade zu vermeiden. Privat sollte sich jeder den passenden Härtegrad suchen. Schließlich ist auch jeder Körper in seiner ergonomischen Passform anders gebaut.

Ist das Bett zu weich, liegt die Wirbelsäule womöglich zu tief durch. Wer gern auf der Seite schläft, braucht eine Matratze, die Schultern und Becken das Einsinken ermöglicht. Wer dagegen mehr auf Bauch oder Rücken liegt, sollte für den gesunden Rücken die Körpermitte unterstützen. 

Zur Matratze gehört auch immer eine passende Unterfederung – wie wichtig ist sie?

Auch sie reagiert auf die Bewegungen des Schlafenden, nimmt den Druck des Körpergewichts auf und stabilisiert so Schulter, Rücken und Wirbelsäule. Unterfederung, Matratze, aber auch das Kopfkissen sorgen deshalb gemeinsam für die ideale orthopädische Gesamtwirkung. ′

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Hoffnung für Patienten mit nicht muskelinvasivem Harnblasenkarzinom

Prof. Dr. med. Alexander Karl, leitender Oberarzt der Urologischen Klinik und Direktor der Blasentumorklinik an der LMU in München, erläutert: „Beim Harnblasenkarzinom, das in der westlichen Welt am häufigsten als sogenanntes Urothelkarzinom (Anmerkung der Redaktion: Die Tumore gehen von der Schleimhaut der ableitenden Harnwege aus) auftritt, handelt es sich um die neunthäufigste Tumorentität weltweit.

Die Geschlechterverteilung ist hierbei deutlich zu ungunsten der Männer verteilt – mit einem circa dreifach erhöhten Risiko aufseiten der Männer. Eine mögliche Erklärung für diese Beobachtung liegt in einem höheren Nikotinkonsum und stärkerer beruflicher Exposition mit entsprechenden Gefahrstoffen bei Männern. Das Urothelkarzinom stellt nach Angaben des Robert Koch-Institutes den vierthäufigsten Tumor beim Mann und den zehnthäufigsten Tumor bei der Frau in Deutschland dar.“

Alternativen zur kompletten Entfernung der Blase

Eine Untersuchung mit Ultraschall oder Computertomografie kann helfen, den Verdacht auf das Vorliegen eines Harnblasentumors zu erhärten, aber nur mit einer Blasenspiegelung kann eine genauere Diagnose gestellt werden. Wurde ein Blasentumor festgestellt, führt man in der Regel eine Operation unter Narkose durch, um den Tumor zu entfernen.

Mit jährlich knapp 15.850 Neuerkrankungen in Deutschland ist Harnblasenkrebs eine der häufigeren Krebsarten.

Der Tumor wird dann mittels einer über die Harnröhre eingeführten Drahtschlinge abgetragen. Dies nennt der Urologe eine transurethrale Resektion der Blase (TUR-Blase). Die weitere Behandlung richtet sich dann nach der Art des Tumors, der Ausdehnung des Befalls und der Eindringtiefe in die Blasenwand. In Fällen von ausgeprägtem Blasenkrebs wird in der Regel zur kompletten Entfernung der Harnblase (radikale Zystektomie) geraten, in leichteren Fällen genügt eine wiederholte Behandlung mittels TUR-Blase.

Unter Umständen muss eine TUR-Blase mehrmals über Jahre hinweg durchgeführt werden, da Blasenkrebs häufig wieder an gleicher Stelle oder an einer anderen Lokalisation der Harnblase auftreten kann. Um zu verhindern, dass der Krebs schnell zurückkommt, führen Experten zusätzlich zur TUR-Blase eine lokale Therapie durch, bei der Medikamente direkt in die Blase gegeben werden: entweder das Immuntherapeutikum BCG (bekannt als Impfstoff gegen Tuberkulose) oder das Chemotherapeutikum Mitomycin.

Durchschnittliches Erkrankungsalter bei Männern 74 Jahre ,bei Frauen 77 Jahre

Kommt der Krebs dennoch wieder, kommt vielleicht eine neue Therapieform ins Spiel: Für Patienten mit nicht muskelinvasivem Harnblasenkarzinom (das heißt, die Tumorzellen sind noch nicht in die Muskulatur der Blasenwand eingewachsen), die aufgrund ihres Alters, einer Wirkstoffimmunität beziehungsweise -unverträglichkeit BCG nicht vertragen oder aufgrund klinischer Komplikationen keine radikale Operation erhalten können oder diese ablehnen, bietet die sogenannte HIVEC-Therapie (Hyperthermische Intra-VEsikale Chemotherapie) einen neuen Ansatz.

Die Idee der Hyperthermie

Bei der Hyperthermie wird durch Temperaturerhöhung des in die tumortragende Körperregion eingeführten chemotherapeutischen Wirkstoffs Mitomycin auf 43 Grad Celsius eine Tumorzellzerstörung initialisiert. Prof. Dr. Vögeli, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie der Uniklinik RWTH Aachen, erklärt: „Diese klassische Form der Hyperthermie ist durch die Aufheizung der Chemotherapeutika in der Blase über Mikrowellensender oft mit einer relativ hohen Rate an Nebenwirkungen verbunden. Mit dem HIVEC-Verfahren wird Mitomycin außerhalb des Körpers erwärmt und dann durch einen Katheter direkt in die Harnblase eingebracht.“

Das erwärmte Mitomycin zirkuliert so zwischen Gerät und Harnblase und kann sich damit optimal verteilen. Die hohe Temperatur sorgt für eine gute Tiefenwirkung, erhöht die Reaktionsfähigkeit der Substanz und verringert Nebenwirkungen im Vergleich zur mikrowelleninduzierten Hyperthermie. Wird sich die neue Variante durchsetzen? „Die großen, internationalen Studien werden im Laufe dieses Jahres erst abgeschlossen sein – aber von dem ausgehend, was einzelne Zentren in Deutschland beobachten können, ist die Erfolgsrate auch bei Hochrisikopatienten vielversprechend“, so Professor Vögeli.

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