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    Schlafapnoe: Wenn nächtliche Atemaussetzer lebensgefährlich werden können

    Foto: shutterstock_1808564095

    Das Problem ist, dass viele Menschen, die an einer Schlafapnoe leiden, nicht diagnostiziert sind.

    Schnarchen ist lästig: Sowohl für den Schnarcher selbst, dessen Schlaf immer wieder unterbrochen wird, als auch für den Partner, den das nächtliche Sägen aus dem Schlaf reißen kann. In vielen Fällen ist die nächtliche Schnarcherei zwar störend, aber gesundheitlich ungefährlich. Doch in manchen Fällen können ernsthafte gesundheitliche Probleme dahinterstecken, die ärztlich abgeklärt werden sollten.

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    Wann Schnarchen gefährlich werden kann

    Wenn das Schnarchen ungewöhnlich laut oder unregelmäßig ist oder Atemaussetzer hinzukommen, dann sollte das Problem auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden. Denn dann kann eine sogenannte Schlafapnoe hinter den Problemen stecken, die sehr gefährlich werden kann.

    Wörtlich übersetzt bedeutet Apnoe so viel wie „Atemstillstand“, was das Problem schon sehr deutlich beschreibt. Betroffene haben durch eine Blockierung der Atemwege wiederholte nächtliche Atemstillstände, auf die ein heftiges Luftschnappen folgen kann, da der Körper den Sauerstoffmangel auszugleichen versucht. Durch die blockierte Atmung bekommen Körper, Herz und Gehirn zu wenig Sauerstoff. Dadurch steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder Schlaganfall. Zudem ist der Schlaf für Betroffene nicht erholsam, da er teils bis zu dreißigmal pro Stunde unterbrochen wird. Die Folge ist eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit, sodass Schlafapnoiker tagsüber einfach einschlafen. Passiert das beispielsweise am Steuer, kann das lebensgefährlich werden.

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    Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

    Das Problem ist, dass viele Menschen, die an einer Schlafapnoe leiden, nicht diagnostiziert sind. Laut Schätzungen sind in Deutschland vier Millionen Menschen betroffen, der Großteil von ihnen weiß von der Erkrankung nichts. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit, eine Schlafapnoe zu entwickeln, wobei Männer durchschnittlich häufiger betroffen sind als Frauen. Jedoch steigt das Risiko bei Frauen ab der Menopause. In vielen Fällen sind es eher die Partner, die zum Arztbesuch drängen, da sie das laute Schnarchen, die Atemaussetzer und Luftschnapper oftmals live miterleben. Treten die oben genannten Probleme wie sehr lautes Schnarchen oder Atemaussetzer auf, sollte in jedem Fall der Arzt aufgesucht werden.

    Ist die Diagnose Schlafapnoe gestellt, ist die Erstlinientherapie die sogenannte CPAP-Therapie: über ein Gerät mit einer Maske, die Betroffene nachts tragen, werden die Atemwege mit leichtem Überdruck offengehalten. Mittlerweile gibt es auch technische Lösungen, die den Einsatz einer CPAP-Maske unterwegs, zum Beispiel auf Reisen, ermöglichen. Über speziell für Schlafapnoiker entwickelte Apps können Betroffene zudem ihre Schlafdaten tracken, die dann auch an den behandelnden Arzt versendet werden können. Das schafft zusätzliche Sicherheit für Patienten und kann bei eventuell notwendigen Anpassungen der Behandlung helfen. Für Betroffene, bei denen die CPAP-Therapie auf Dauer nicht umsetzbar ist, gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten wie beispielsweise Kieferprotrusionsschienen, die den Kiefer nach vorn schieben.

    Dadurch wird die Rachenmuskulatur aktiviert und die Zunge vorn gehalten, sodass die Atemwege beim Schlafen frei bleiben. Diese Schienen werden ganz individuell auf den Patienten angepasst.

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    Auch ein sogenannter Zungenschrittmacher kann eine Option für Schlafapnoiker sein: bei diesem Verfahren wird ein etwa streichholzschachtelgroßes Gerät im Brustbereich implantiert, das mit Elektroden verbunden ist. Diese Elektroden senden leichte Impulse an den Zungennerv, was verhindern soll, dass die Zunge nach hinten rutscht. Um festzustellen, ob diese Option für Betroffene geeignet ist, wird vorab eine umfassende schlafmedizinische Untersuchung durchgeführt. Das Ziel aller Behandlungsansätze ist es, die nächtlichen Atemaussetzer zu verhindern und so auch gefährlichen Begleiterkrankungen vorzubeugen. Nehmen Sie das nächtliche Sägen also nicht auf die leichte Schulter!

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