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Augenblick, bitte!

Das sichere Tragen von Kontaktlinsen

In freundlicher Kooperation mit
Foto: VDCO e.V.
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Wir Menschen mögen unsere Augen. Wir sprechen vom „Spiegel zur Seele“ und nehmen unsere Umwelt insbesondere über das Sehen wahr. Brillen und Kontaktlinsen ermöglichen es den allermeisten von uns, trotz Sehschwäche ein sehr gutes Sehvermögen zu erreichen.

Etwas „neuer“ als die Brille ist die Kontaktlinse. Kontaktlinsen gehören zu den Medizinprodukten und haben sich darüber hinaus als Lifestyleprodukt in den letzten Dekaden weltweit etabliert. Kontaktlinsen vermögen in speziellen Fällen das Sehen zu verbessern, wo eine Brille das nicht leisten kann, und sind darüber hinaus als „die unauffällige Sehhilfe“ sehr beliebt. Mit wenigen Ausnahmen kann jeder Kontaktlinsen tragen. Das umfangreiche Spektrum an verschiedenen Kontaktlinsen ermöglicht dies.

Die Physiologie des Auges ist jedoch keineswegs unveränderlich. Wie jedes Organ unseres Körpers unterliegen die Augen Veränderungen und Schwankungen. Diese Veränderungen betreffen nicht nur die Sehstärken der Augen. So kommt es, dass eine Kontaktlinse, die einmal gut war, nicht zwangsläufig für immer die richtige ist, selbst wenn das Sehen noch sehr gut funktioniert. Veränderungen am Auge durch eine falsche Kontaktlinse gehen bedauerlicherweise häufig schleichend und unbemerkt vonstatten. Die gute Nachricht: Durch regelmäßige Kontrollen können solche Veränderungen vermieden werden. Nur so kann ein langfristiges Kontaktlinsentragen gewährleistet und eine mögliche Schädigung der Augen vermieden werden. Kontaktlinsen ausschließlich ohne vorangegangene Anpassung über das Internet zu bestellen, ist nicht der sicherste Weg. Eine optimale Anpassung sowie eine regelmäßige Überprüfung der Kontaktlinsen und der Augen durch einen Spezialisten ist die Voraussetzung für ein risikofreies Kontaktlinsentragen.

Spezialisierte Betreuung

Die Augengesundheit liegt in Deutschland vor allem in der Verantwortung der Augenärzte, die eine Diagnose stellen, Medikamente einsetzen und operative Eingriffe durchführen. Die Anpassung von Kontaktlinsen erfolgt häufiger durch Spezialisten. Fortgebildete Augenoptiker, spezialisierte Augenärzte und Optometristen sind kompetente Ansprechpartner. Die Kompetenzen der hierzulande noch weniger bekannten Optometristen überschneiden sich in Bereichen mit denen der Augenärzte. Optometristen haben weitreichende Kenntnisse von physiologischen und pathologischen Vorgängen rund um das Auge und sind dafür ausgebildet, Veränderungen des Auges und des visuellen Systems zu erkennen und zu bewerten. Eine Vielzahl an Untersuchungsmethoden steht ihnen dafür über die Sehstärkenbestimmung hinaus zur Verfügung.

Dazu zählen u. a. die Messung des Augeninnendrucks, Gesichtsfeld- und Netzhautuntersuchungen sowie die Fertigkeiten zur Anpassung von Brillen und Kontaktlinsen schon ab dem Kleinkindalter.

Als unabhängige, fachwissenschaftliche Vereinigung rät die VDCO e. V.: Achten Sie auf die Gesundheit Ihrer Augen. Nehmen Sie die regelmäßigen Kontrollen wahr oder fordern Sie diese ein. So wird die Kontaktlinse ein Begleiter fürs Leben.

Weitere Informationen

Erfahren Sie mehr über die Arbeit der Vereinigung Deutscher Contactlinsen-Spezialisten und Optometristen e.V. (VDCO e.V.) unter www.vdco.de !

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Hoffnungsschimmer aus dem Saarland

In Deutschland leben etwa 7,5 Millionen Menschen mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD). Eine lebensverändernde Augenerkrankung, die ausgehend vom Zentrum des Gesichtsfeldes (Makula) das Sehvermögen zunehmend einschränkt. Die sogenannte feuchte Verlaufsform kann mittlerweile behandelt werden. Die weitaus häufigste Form aber,  die trockene AMD, ist noch unheilbar. Doch die Augenklinik Sulzbach will eine Therapie entwickeln – mit Stammzellen. Priv. Doz. Dr. Boris Stanzel, Leiter des Sulzbacher Makulazentrums und weltweit bedeutender Stammzell-Forscher, über seine Zukunftspläne

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PD Dr. med. Boris Stanzel

Sektionsleiter Makulazentrum Augenklinik Sulzbach Knappschaftsklinikum Saar

Herr Dr. Stanzel, wie soll das erste Heilverfahren gegen trockene AMD funktionieren?

Wir konzentrieren uns auf die Ernährungsschicht der Netzhaut, RPE genannt. Bei trockener AMD geht diese Schicht zugrunde. In Folge sterben die Sehzellen. Wir wollen die kranke Nährschicht durch frische, gesunde Stammzellen ersetzen. Eine Art Jungbrunnen für die Makula.

Wo kommen die Stammzellen her?

Wir verwenden eine innovative Technik: iPS-Zellen, die ethisch unbedenklich z.B. aus Blutspenden gewonnen werden. Wir können daraus RPE-Zellen gewinnen, die den körpereigenen Zellen des Patienten so sehr ähneln, dass sie nicht abgestoßen werden.

Gibt es Hinweise, dass die Methode funktionieren könnte?

Weltweit gab es bereits zehn AMD-Zelltherapie-Studien. Alle verliefen sicher und lieferten erste Effizienz-Signale.

Sie haben in Bonn, Stanford, Bethesda (USA) und Singapur an Stammzellen geforscht. Was führte Sie nun nach Sulzbach/Saar?

Für jemanden, der die Bedeutung der Augenklinik Sulzbach kennt, ist dieser Schritt logisch. Sie ist eine der weltweit innovativsten Augenkliniken und mit über 2000 großen Netzhaut-OPs im Jahr Deutschlands größtes Zentrum für Netzhautchirurgie. Unser Makulazentrum ist mit jährlich 11.000 Behandlungen eines der bedeutendsten AMD-Zentren, gerade auch im Bereich der subretinalen Chirurgie …

… also Operationen unter der Netzhaut – aber die feuchte AMD wird doch medikamentös behandelt?

Manche Formen der AMD lassen sich auch operativ behandeln! Sulzbach gehört zu den wenigen Zentren, die solche OPs durchführen. Unser Chefarzt Prof. Dr. Peter Szurman ist einer der renommiertesten Spezialisten für subretinale Chirurgie.

Und wie sieht es mit Ihrem Spezialgebiet Stammzellforschung aus?

Die Augenklinik Sulzbach unterhält mehrere Forschergruppen samt Reinraum-Labor, Entwicklungspartnerschaften mit Medizintechnik-Firmen, ein klinisches Studienzentrum und, für mich einzigartig, eine Forschungskooperation mit dem benachbarten Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik, spezialisiert auf die Kultivierung und Konservierung von Stammzellen. Ideale Voraussetzungen für die Entwicklung eines Zelltherapeutikums gegen trockene AMD.

Wie weit sind Sie?

Wir haben gerade eine Beobachtungsstudie, um die Machbarkeit der Therapie zu testen. Hierfür konnten wir bereits 140 AMD-Patienten gewinnen.

Und wie sieht Ihr weiterer Plan aus?

Im ersten Schritt spritzen wir Stammzellen unter die Netzhaut. Dort sollen sie die kranken Zellen der Nährschicht ersetzen. Unsere Ziel-Therapie ist eine funktionalisierte Trägermatrix mit RPE-Zellen, die unter die Netzhaut implantiert wird. Das können Sie sich wie eine Art Rollrasen vorstellen, der eine verwelkte Stelle erneuert.

Wann können wir erste Ergebnisse erwarten?

Ich hoffe, in zwei bis drei Jahren werden wir die ersten Patienten behandeln.

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