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Übergewicht und Erschöpfung – Soviel Einfluss hat der Säure-Basen Haushalt auf unseren Körper

Ein großer Teil der Nahrungsmittel, welche zu unserer heutigen Ernährungsweise zählen, werden zu Säuren verstoffwechselt. Foto: Slobodan Kunevski/Shutterstock
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Imke Kleinert

Ernährungsberaterin und Autorin

Was haben wir nicht schon alles versucht, um unser Wohlfühlgewicht wieder zu bekommen und uns zusätzlich von Müdigkeit und Antriebslosigkeit zu befreien. Dabei geht doch beides oft mit derselben Ursache einher. Denn meistens sind wir nicht dick, sondern übersäuert und ein zu viel an Säuren kann uns körpereigene Mineralien kosten.

Dementsprechend fühlen wir uns. Sätze wie „ich fühle mich ausgelaugt“ oder „ich bin sauer“, die wir ganz unbewusst äußern, sind nicht so bedeutungslos, wie wir vielleicht meinen. Wenn unser Säure-Basen Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät, kann dies sowohl unsere Gesundheit, unsere Stimmung als auch unser Körpergewicht betreffen.

Der „saure“ Alltag

Ein großer Teil der Nahrungsmittel, welche zu unserer heutigen Ernährungsweise zählen, werden zu Säuren verstoffwechselt. Zu unserem „säurelastigen“ Alltag gehören Kaffee, Toast mit Marmelade, Rührei, Nudeln, Süßigkeiten, Brot mit Wurst oder Käse. Gemüse und Obst sind meistens nur Beilage. Die daraus entstehenden Säuren in unserem Körper müssen neutralisiert werden damit ihre ätzenden Eigenschaften keine Schäden in unserem Körper anrichten. Dies geschieht zum Beispiel mit Hilfe von basischen Mineralstoffen (Kalium, Magnesium), die unser Körper jedoch in erster Linie eigentlich für seine lebenswichtigen Aufgaben benötigt. 

Mineralstoffmangel durch ein Übermaß an Säuren

Die aus der Ernährung fehlenden Mineralstoffe zur Neutralisation der Säuren muss unser Körper letztendlich aus seinen körpereigenen Depots nehmen (z.B. Knochen, Fingernägeln und Haarboden). Hieraus können Schäden wie u.a. Karies, Krampfadern, Haarausfall, brüchige Fingernägel oder Arteriosklerose resultieren. Hinzu kommt, dass bei einem Übermaß an Säuren unser Körper Fettzellen anlegt, um Säuren zu binden. Genau hier kommt nun die basische Ernährung ins Spiel. Die basische Ernährung liefert uns ausreichend basische Mineralstoffe, die unser Körper benötigt, um sein gesundes Gleichgewicht zu erhalten. Nebenbei können wir ein paar überflüssige Kilos an den richtigen Stellen verlieren, da unser Körper gebundene Säuren loslassen kann.

Basisch oder basenreich?

Eine basische Ernährung setzt sich zu 100 Prozent aus rein basischen Lebensmitteln zusammen. Sie ist in Form einer Kur ideal als vorübergehende Maßnahme anzusehen. Die basenreich Ernährung dagegen besteht aus etwa 80 Prozent basischen Lebensmitteln und 20 Prozent gesunden Säurebildnern. Letztere sind Lebensmittel, die zwar Säuren bilden aber dennoch eine überwiegend gesundheitliche Wirkung haben (u.a. Hülsenfrüchte, glutenfreie Pflanzen).  Säurebildende Lebensmittel sind somit also nicht automatisch ungesund. Zu den ungesunden Säurebildnern gehören z.B. Industrieprodukte, Weißmehlprodukte, weißer Zucker sowie Alkohol und Kaffee, welche vollständig ersetzt werden sollten.

Die basenüberschüssige Ernährung – Wie fange ich an?


Foto: Nataliia Leontieva/Shutterstock

Grundnahrungsmittel sind Gemüse und Salate in allen Variationen mit zum Beispiel Kartoffeln oder anderen basischen Beilagen (z.B. basische Bratlinge).

  • Glutenfreie Pflanzen (Buchweizen, Amaranth, Quinoa) und Hülsenfrüchte ersetzen herkömmliche Getreideprodukte wie Brötchen oder Pasta.
  • Bio-Fleisch oder Fisch können in der basenreichen Ernährung einmal pro Woche als Beilage integriert werden.
  • Statt industrieller Snacks stehen Obst in Maßen, Gemüsesticks mit Avocadocreme oder mal etwas würzigere Kichererbsenchips auf dem Speiseplan.
  • Grüne Smoothies, leckere Gemüsecurries oder Suppen sind natürlich bei der basischen Ernährung auch ganz hoch im Kurs.

Letztendlich besteht Gesundheit aus mehreren Säulen und Stress oder Umweltbelastungen spielen ebenfalls eine Rolle. Allerdings ist ein entlasteter Körper leichter in der Lage mit Krankheiten umzugehen, als ein geschwächter. Daher ist eine basenreiche Ernährung eine tolle Möglichkeit, unseren Körper mit wertvollen Nährstoffen zu versorgen und bietet somit eine Grundlage für Schönheit, Vitalität und innere Ausgeglichenheit. Mehr dazu unter www.basischfit.com.

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Schwanger mit Typ-1-Diabetes

Für mich als Frau mit Typ-1-Diabetes war das Thema Schwangerschaft immer ein großes Angstthema. Aus diesem Grunde wollte ich unbedingt gut vorbereitet in eine geplante Schwangerschaft starten. Aber am Ende hat das Leben manchmal ganz andere Pläne und so war ich doch erschrocken, als ich plötzlich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt.

Nach dem ich mich selbst gesammelt hatte, rief ich bei meiner Frauenärztin und bei meiner Diabetologin an. Noch am selben Tag konnte ich bei beiden vorbeischauen. Während meine Frauenärztin vorerst nur die Schwangerschaft bestätigte, legte mir meine Diabetologin direkt einen Fahrplan für die nächsten Wochen und Monate vor. Dieser enthielt zum Beispiel meine neuen Blutzuckerzielwerte, die während einer Schwangerschaft deutlich niedriger sind. Mir machten diese Werte ein bisschen Angst, genauso wie der HbA1C-Wert, den ich erreichen sollte. In den letzten 20 Jahren mit meinem Diabetes hatte ich solche Werte nicht erreicht, egal wie sehr ich mich angestrengt hatte. Zum Glück stand nun alle vier Wochen ein Termin in der Diabetespraxis an. Hier wurden meine Werte gut im Blick behalten und ich hatte immer eine Anlaufstelle bei Fragen und Problemen. Außerdem war der Gedanke für ein anderes Lebewesen Verantwortung zu tragen so motivierend, dass es nur wenige Wochen dauerte, bis ich die Zielwerte für eine Schwangerschaft mit Diabetes erreichte. Kaum zu glauben, aber es klappte. Natürlich waren besonders die Anfangszeit und die Umstellung nicht einfach. Mein Körper musste sich zunächst an die neuen Zielbereiche gewöhnen und durch die Hormone in der Schwangerschaft änderte sich mein Insulinbedarf öfter als gewöhnlich. Zunächst hatte ich meine liebe Mühe damit, meine Werte herunterzubekommen. Schlagartig änderte sich dies und ich hatte eine Unterzuckerung nach der nächsten. Das war sowohl körperlich als auch emotional sehr anstrengend. Aber schon im zweiten Trimester hatten mein Diabetes und ich uns gut eingespielt, sodass es besser lief als jemals zuvor. Darüber war ich nach den ersten Wochen auch wirklich froh und mir wurde bewusst, wieso man eine Schwangerschaft mit Diabetes lieber vorplanen sollten. Neben den normalen Schwangerschaftssymptomen wie Übelkeit, Müdigkeit und Hormonschwankungen auch noch den Diabetes komplett umkrempeln zu müssen, kann ganz schon an den Nerven und Kräften zehren. Aber nichts ist unmöglich und ich selbst war am Ende stärker und motivierter als ich es mir hätte träumen lassen.

Natürlich bringt eine Schwangerschaft mit Typ-1-Diabetes das ein oder andere Risiko mit sich, deswegen ist es auch so wichtig seinen Diabetes gut im Griff zu haben und regelmäßig zur Kontrolle beim Arzt zu erscheinen. Was mich allerdings erleichterte, war, dass ich ansonsten eine ziemlich normale Schwangerschaft hatte. Sowohl bei der Ernährung als auch bei der Bewegung und anderen Themen spielte mein Diabetes keine Rolle. Im Endeffekt hatte ich sogar den ein oder anderen Vorteil. So stand mir zum Beispiel ein Termin bei der Feindiagnostik zu und auch meine Frauenärztin machte mehr Ultraschalle als gewöhnlich. Die ganze Schwangerschaft über fühlte ich mich gut aufgehoben und hervorragend betreut. Das linderte meine Ängste und Sorgen. Ich erkannte, dass meine Angst zwar gute Gründe hatte, man aber besonders mit der heutigen technischen und therapeutischen Unterstützung eine Schwangerschaft mit Typ-1-Diabetes gut meistern kann.

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Besuchen Sie ihren Blog unter www.lisabetes.de

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