Home » Forschung und Entwicklung » wirkstoffe » Hormonfreie Verhütung – diese Alternativen gibt es!
Forschung und Entwicklung

Hormonfreie Verhütung – diese Alternativen gibt es!

Foto: ViDi Studio via Shutterstock

Isabel schreibt in ihrem Blog www.generation-pille.com über Themen, die Frauen bewegen, denn sie spricht aus eigener Erfahrung. Dabei teilt sie zusammen mit Sina ihr Wissen rund um Tipps zum Absetzen der Pille, die passende Ernährung und körperliche Umstellung und die hormonfreie Verhütung.

Verhütung ist ein sehr individuelles, intimes und brandaktuelles Thema. Jede Frau sollte sich intensiv damit beschäftigen, um eine selbstverantwortliche Entscheidung für eine Verhütungsmethode treffen zu können. Genau da fängt das Problem aber auch schon an. Wie viel wissen Frauen über ihre Möglichkeiten? Offizielle Verhütungsreports zeigen immer wieder, dass es an Wissen deutlich mangelt!

Zuerst müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass die Antibabypille das sicherste Verhütungsmittel auf dem Markt ist. Sie ist es nämlich nicht. Es gibt eine ganze Menge hormonfreie Verhütungsmethoden, die mindestens genauso sicher sind wie die Pille, wenn nicht sogar sicherer.

Wie wird die Sicherheit ausgewiesen?

Der Pearl-Index ist lange überholt und wird innerhalb der wissenschaftlichen Erforschung von Verhütungsmethoden schon seit Jahren nicht mehr angegeben. Es zählen nur Methoden- und Anwendersicherheit. Die Methodensicherheit belegt die maximal mögliche Sicherheit einer Verhütungsmethode. Diese ist nur bei durchgehend 100 % korrekter Anwendung gegeben, d. h. keine Fehler, kein Vergessen, keine anderen Medikamente, nicht mal eine Erkältung. Die Anwendersicherheit hingegen belegt die reale Sicherheit im alltäglichen Leben. Betrachtet man beide, so gewinnt man einen Überblick darüber, wie sicher eine Methode theoretisch sein kann und wie sie sich im Alltag bewährt.

Diese Zahlen geben an, wie viele von 100 Frauen pro Jahr schwanger werden, obwohl sie diese Verhütungsmethode anwenden.

MethodensicherheitAnwendersicherheit
Pille 0,3 – 0,5
9,0
Kupferspirale0,61,0
NFP Sensiplan0,41,8
Diaphragma612,0
Kondom218,0

Diese Zahlen geben an, wie viele von 100 Frauen pro Jahr schwanger werden, obwohl sie diese Verhütungsmethode anwenden.

Kondom

Foto: Kaspars Grinvalds/Shutterstock

Seit einer Ewigkeit in allen erdenklichen Variationen auf dem Markt und leider trotzdem oft verschmäht oder falsch angewendet. Bei korrekter Anwendung ist das Kondom sehr sicher und außerdem das einzige Verhütungsmittel, das vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt! Die richtige Größe des Kondoms ist neben der richtigen Anwendung der wichtigste Faktor bezüglich Sicherheit. Ein zu kleines, zu großes oder falsch abgerolltes Kondom ist nicht sicher.

Diaphragma

Das Diaphragma ist eine kuppelartige flexible Silikonkappe, die in verschiedenen Größen angeboten wird. Vor dem Sex wird das Diaphragma eingesetzt und vor dem Muttermund platziert. Durch diese Barriere versperrt es den Spermien den Zugang zur Gebärmutter. Zusätzlichen Schutz bietet ein Gel, das vor dem Einsetzen auf das Diaphragma gegeben wird und die Spermien abtötet bzw. deren Beweglichkeit hemmt.

Verhütung mit Kupfer

Leider genießen Spiralen bis heute nicht den besten Ruf. Die Entwicklung, die sie in den letzten Jahren vollzogen haben, ist weder bei jeder Frau, noch bei jedem Gynäkologen angekommen. Befürchtungen wie drohende Unfruchtbarkeit oder hohes Risiko für Gebärmutterentzündungen sind überholt. Auch das hartnäckige Gerücht, Spiralen seien keine Alternative für junge Mädchen oder Frauen, die noch keine Kinder bekommen haben, entspricht nicht mehr der Wahrheit. Neben der klassischen T-Form mit geraden Armen gibt es sie auch in Regenschirmform, als Kupferkette oder auch als Kupferball. So gut wie für jede Frau lässt sich hier die richtige Größe und Form finden.

Natürliche Familienplanung (NFP nach Sensiplan)

Durch bestimmte Veränderungen im weiblichen Zyklus lässt sich der eintretende Eisprung sehr genau erkennen und somit die Tage des Monats, in denen eine Befruchtung möglich ist. So kann man die fruchtbaren Tage auf ca. 5 – 7 Tage pro Zyklus ermitteln. Um diesen Zeitraum möglichst genau bestimmen zu können, kombiniert man die Auswertung der wichtigsten Körperzeichen wie Zervixschleim- oder Muttermundbeschaffenheit und die Körpertemperatur.

Zykluscomputer & Apps

Ein Zykluscomputer ist ein nützliches, wenn auch nicht gerade günstiges Hilfsmittel zur automatisierten Feststellung der fruchtbaren Tage. Im Gegensatz zur klassischen Selbstauswertung nach Regelwerk, übernimmt der Zykluscomputer diesen Job. Außerdem gibt es hilfreiche Apps, die bei der Bestimmung der fruchtbaren Tage eine große Hilfe sind.

Nächster Artikel