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Gesundheitsguide

Zeigen Sie Haltung!

Foto: Shutterstock, 2385952447

Wer in jeder Beziehung aufrecht durch den Alltag geht, lebt gesünder, wirkt positiver und strahlt Vitalität aus. Übrigens das beste Präventionsprogramm für den Rücken.

Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer

Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer ist einer der bekanntesten Ärzte Deutschlands und gilt als ausgewiesener Rückenexperte. Er lebt und arbeitet in Bochum/Wattenscheid. 1997 gründete er das Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum, später auch in weiteren Städten. Er ist auch Autor zahlreicher Bestseller. Seine Bücher wurden in rund 20 Sprachen übersetzt.

Steh doch mal gerade!

Lass dich nicht so hängen!

Brust raus, Bauch rein!

Diese Ermahnungen unserer Eltern haben wir noch im Ohr. Damals haben sie genervt. Heute wissen wir: Unsere Eltern hatten so recht. Nicht nur weil eine gute Haltung besser aussieht, sondern auch weil sie uns gesünder macht.

Jeder vierte Deutsche klagt über Rückenschmerzen

In Deutschland nehmen pro Woche sechs Millionen Menschen, also jeder zehnte Erwachsene, Schmerzmittel zu sich, weil sie verspannt sind. Zudem steigt die Zahl der Rückenoperationen – leider oft überflüssig. Denn in rund 80 Prozent der Fälle sind nur geschwächte Muskeln und eine überlastete Wirbelsäule schuld. Die Muskeln, die das Rückgrat stützen, verkümmern, die Bandscheiben trocknen aus und schrumpfen. Die Faszien, die die Muskeln zusammenhalten, werden starr, die Gelenkknorpel verkalken. All das führt zu Verspannungen und Schmerzen. Sichtbare Zeichen sind dann ein schiefer oder gebeugter Gang und eine krumme Haltung.

Das Gegenmittel: sich stark machen. Mit Bewegung und gezielten Übungen. Gute Haltung ist Teamwork: Viele Muskeln stützen das Skelett. So sind die Beine mit dem Oberkörper über die Muskelschichten des Beckenbodens verbunden. Eine gute Oberschenkelmuskulatur wiederum wirkt Fehlhaltungen entgegen. Die Stabilität des Rückens hängt sehr mit trainierten Bauchmuskeln zusammen.

Ausgleichssport sorgt dafür, dass wir beweglich bleiben und Körperteile trainieren, die im Alltag vernachlässigt werden. Sehr gut für Koordination, Flexibilität und Lösung von Blockaden sind Yoga, Pilates und Tai-Chi. Denn erst die Nichtnutzung der Gelenke führt zu Verschleiß und Arthrose – und vorzeitigem Altern. Die beste Voraussetzung für einen gesunden Rücken im Büro schafft ein flexibler Arbeitsplatz, an dem Sie auch im Stehen arbeiten können. Gegen den Handynacken das Smartphone lieber näher vors Gesicht halten, die Augen senken statt den Kopf.

Außerdem: beim Zähneputzen oder Kaffeekochen einfach mal auf einem Bein stehen, weil das die Koordinationsmuskulatur trainiert. Oder – ein bisschen schwieriger – aus dem Sitzen mit nur einem Bein aufstehen. Das ist gut für die Oberschenkel- und Bauchmuskulatur. Wenn es schlimmer wird, können leichte Schmerzmittel eingesetzt werden, aber bitte immer nur nach Rücksprache mit dem Arzt. Grundsätzlich aber rate ich: Lauschen Sie in sich hinein, hören Sie auf Ihr Gefühl und Ihren Körper!

Ein wichtiger Faktor für Rückenprobleme ist aber seelisch bedingt

Dass die Haltung so prompt auf die Ausstrahlung wirkt, hat nämlich einen Grund: In ihr drücken sich unsere Lebenseinstellung und unsere Befindlichkeit aus. Emotionen lassen uns oft erstarren.

Um körperliche oder seelische Schmerzen zu vermeiden, ziehen wir Brustkorb und Bauch ein oder halten Kopf und Nacken verkrampft gerade. Deshalb hilft eine Änderung der inneren Haltung auch enorm beim Heilungsprozess.

Lauschen Sie also in sich hinein, hören Sie auf Ihr Gefühl und Ihren Körper! Das hält nicht nur Ihren Rücken fit.

Weitere Informationen finden Sie unter:

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