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Kopfschmerzen, Schwindel, Gedächtnisverlust: Jeanine Cervantes hat eine wahre Odyssee hinter sich. Sieben Jahre dauerte es, bis endlich die Krankheit Antiphospholipid-Syndrom diagnostiziert wurde. Nachfolgend erzählt sie ihre Geschichte.

Erste Symptome habe ich 2010 beim Autofahren festgestellt. Ich bekam Kopfschmerzen, mir wurde schwindelig. Hinzu kamen Gleichgewichtsstörungen, Gedächtnislücken bis hin zum Gedächtnisverlust. Die Kopfschmerzen wurden immer präsenter, sie wurden ein Teil von mir und begleiteten mich jeden Tag. Ich merkte nur noch, wenn sie nicht mehr da waren.

Dennoch unterschieden sich die Kopfschmerzen. Es waren keine typischen Migränekopfschmerzen. Es war wie ein permanentes Summen in meinem Kopf. Ibuprofen half, aber nie vollständig. Anfangs half mir die Stabilisierung meines Kopfes, z. B. beim Autofahren. Ich presste meinen Kopf gegen die Kopfstütze und dann wurde es besser. Da es so nicht weitergehen konnte, ging ich zum Neurologen. Der hatte anfänglich den Verdacht auf Multiple Sklerose. Doch die Lumbalpunktion war negativ für MS. Da der Arzt mit seinem Latein am Ende war, ging ich zu einem anderen Neurologen. Doch der konnte mir auch nicht helfen. Ich fragte mich, was mit mir passiert. Ich wurde regelrecht verrückt.

Ich war an einem Punkt, an dem ich mit diesem drohenden Gefühl des Untergangs herumlief. Also entschied ich mich, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen, und schrieb Tabellen mit allen Symptomen auf. Durch Selbstrecherche kam ich dann auf die Erkrankung Lupus und schließlich auf das Antiphospholipid-Syn­drom. 

Ich ging mit meiner Vermutung zu einem Rheumatologen, und das Erste, was er anordnete, war ein Antiphospholipid-Panel, und tatsächlich kamen alle drei Marker positiv zurück: Lupus-Antikoagulans, Anticardiolipin und Anti-Beta-2-Glykoprotein. Ich wurde also dreifach positiv eingestuft! Erst später habe ich erfahren, dass die Werfen GmbH mit den Testen von Inova Diagnostics ein umfassendes Testpanel zum Nachweis von Autoantikörpern gegen aCL, B2GP1, PS/PT und B2GP1 Domain 1 anbietet.

Zu dem Zeitpunkt, als bei mir das Antiphospholipid-Syn­drom diagnostiziert wurde, hatte ich mehrere Ärzte gesehen. Ich hatte vier verschiedene Neurologen konsultiert, zwei Internisten, eine Hausarztpraxis, einen Hämatologen, einen Rheumatologen, einen Kardiologen und sogar einige Chiropraktiker. All dies geschah über einen Zeitraum von sieben Jahren.

Letztendlich landete ich in einem speziellen Zentrum für Multisystem-Krankheiten. Hier hörte man sich meine Geschichte an, und nachdem ich erzählt hatte, was mit mir passiert war, sagte mir die Ärztin im Grunde, dass ich mein eigenes Leben gerettet habe und nun am richtigen Ort war – ich brach vor Erleichterung in Tränen aus. Endlich war da jemand, der mich verstand, und endlich bekam ich Antworten auf all meine Fragen. Zusammen erarbeiteten wir einen Plan, um diese Krankheit in den Griff zu bekommen. Zurück ins Leben, das Leben genießen, reisen und all die Dinge tun, die ich gerne tue.

Mein Rat an andere Patienten ist, nicht aufzugeben und hartnäckig zu bleiben. Sie kennen Ihren Körper besser als jeder andere – hören Sie auf ihn!  

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Dr. med. Walter Wührer setzt bei der Behandlung seiner Patienten unter anderem auf die Mikroimmuntherapie. Für welche Anwendungsbereiche sie geeignet ist und wie die immuntherapeutischen Präparate ihre Wirkung entfalten, erklärt er uns im Interview.

Dr. med. Walter Wührer

Facharzt für Allgemeinmedizin

Welchen Stellenwert hat die Mikroimmuntherapie in Ihrer Praxis und wie sollte man sich eine konkrete Behandlung damit vorstellen?

Die Mikroimmuntherapie nimmt einen wichtigen Stellenwert in meiner Praxis ein, da sie mir ermöglicht, gezielt Einfluss auf das Immunsystem meiner Patienten zu nehmen. Zunächst gilt es, eine ausführliche Anamnese durchzuführen sowie zumeist auf weiterführende Laboruntersuchungen (z. B. Lymphozytentypisierung, Serologien) zurückzugreifen, um den Immunzustand sowie mögliche Störfaktoren zu bestimmen. Je nach den Laborergebnissen und dem klinischen Zustand des Patienten wird das geeignete mikroimmuntherapeutische Präparat ausgewählt und die Behandlung an die individuellen Bedürfnisse angepasst. Die Behandlungsdauer kann in Abhängigkeit von der zu behandelnden Krankheit und betroffenen Person einige Wochen bis hin zu mehreren Monaten dauern.

Bei welchen Erkrankungen kommen die mikroimmuntherapeutischen Präparate zur Anwendung?

Da Fehlfunktionen des Immunsystems mit zahlreichen Krankheitsbildern in Verbindung stehen, ist der Anwendungsbereich der mikroimmuntherapeutischen Mittel weit gefächert. So gibt es für diverse Krankheitsbilder unterschiedliche Präparate, die jeweils ganz spezifische Kombinationen von Immunbotenstoffen beinhalten und verschiedene Ziele verfolgen. 

Bei rezidivierenden Infekten z. B. – die als Anzeichen von mangelnder Abwehrfähigkeit gelten – wird die Mikroimmuntherapie eingesetzt, um die Immunreaktion sanft zu fördern. Auch bei anderen Infektionskrankheiten (u. a. Pfeiffersches Drüsenfieber, Windpocken, Gürtelrose, Herpes simplex) soll durch die mikroimmuntherapeutischen Präparate der Virenvermehrung entgegengewirkt und dem Immunsystem im Kampf gegen die Eindringlinge geholfen werden. Im umgekehrten Fall, wenn das Immunsystem auf harmlose Stoffe „überreagiert“, wie das der Fall bei Allergien ist, soll durch die Wirkstoffe des entsprechenden Präparats die übermäßige Reaktion eingedämmt werden. Zusätzlich finden die Mikroimmuntherapeutika Anwendung bei entzündlichen bzw. autoimmunen Erkrankungen als Teil eines ganzheitlichen Therapieplanes. In diesen Fällen sind sie darauf ausgerichtet, fehlgeleitete Reaktionen des Immunsystems auszugleichen. 

Die Mikroimmuntherapeutika enthalten Immunbotenstoffe in niedrigen Dosierungen (low doses). Inwieweit sind diese wirksam? Wie sieht es mit der Studienlage aus?

Immer mehr Studien belegen die Wirksamkeit und die gute Verträglichkeit der mikroimmuntherapeutischen Präparate. So z. B. zeigen aktuelle In-vitro- und In-vivo-Studien die entzündungshemmende Wirkung des Mikroimmuntherapeutikums 2LARTH®.1–2 In diesem Sinne konnte in einer Studie von 2020, die an Mäusen mit rheumatoider Arthritis durchgeführt wurde, eine Senkung des Plasmaspiegels bestimmter entzündlicher Zytokine sowie eine Linderung der charakteristischen Symptomatik dieser Erkrankung beobachtet werden.2 Eine andere Studie aus dem Jahre 2020 zeigt die positiven Effekte des Mikroimmuntherapeutikums 2LALERG® in einem Tiermodell mit allergischer Atemwegserkrankung.3 Die Wirksamkeit und die gute Verträglichkeit dieser Behandlung wurde ebenfalls in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit insgesamt 41 Heuschnupfenpatienten bestätigt. Nichtsdestotrotz ist durchaus mehr Forschung in diesem Bereich erforderlich, um die Wirkmechanismen besser verstehen zu können.4 


Die Mikroimmuntherapie wird als Low-Dose-Immuntherapie definiert. Wieso sind die Mikroimmuntherapeutika dann als homöopathische Arzneimittel klassifiziert?

Die Mikroimmuntherapie setzt, wie zuvor erwähnt, niedrig dosierte Immunbotenstoffe ein (Low-Dose-Immuntherapie). Da es sich um eine innovative Linie innerhalb der Immuntherapie handelt, verfügt die Mikroimmuntherapie noch nicht über eine spezifische regulatorische Klassifizierung. Aufgrund der Aufbereitung der Wirkstoffe in niedrigen Dosierungen nach einem spezifischen Verdünnungs-/Verschüttelungsverfahren – wie in der Homöopathie – sowie ihrer guten Verträglichkeit werden die heute zur Verfügung stehenden Mikroimmuntherapeutika von den Arzneimittelbehörden als homöopathische Medikamente klassifiziert.   

1. Floris I, Appel K, Rose T, Lejeune B. 2LARTH®, a micro-immunotherapy medicine, exerts anti-inflammatory effects in vitro and reduces TNF-α and IL-1β secretion. J Inflamm Res. 2018;11:397–405.
2. Floris I, García-González V, Palomares B, Appel K, Lejeune B. The Micro-Immunotherapy Medicine 2LARTH® Reduces Inflammation and Symptoms of Rheumatoid Arthritis In Vivo. Int J Rheumatol. 2020;2020:1594573.
3. Floris I, Chenuet P, Togbe D, Volteau C, Lejeune B. Potential Role of the Micro-Immunotherapy Medicine 2LALERG in the Treatment of Pollen-Induced Allergic Inflammation. Dose Response. 2020;18(1):1559325820914092.
4. Van der Brempt X, Cumps J, Capieux E. (2011). “Efficacité clinique du 2L ® ALERG, un nouveau traitement de type immunomodulateur par voie sublinguale dans le rhume des foins : une étude en double insu contre placebo”. Rev Fr Allergol 51(4):430-436.

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