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Diabetes und Herzschwäche – ein unterschätztes Problem

Foto: Kateryna Novikova via Shutterstock

Dabei kann das Zusammentreffen beider Erkrankungen ernste Folgen für die Betroffenen haben. So zeigen neue Studien, dass die Hälfte aller herzschwachen Patienten, die zugleich an Diabetes leiden, innerhalb von drei Jahren versterben.

Diabetes-patienten mit eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer tragen das höchste Risiko, gefolgt von Diabetespatienten mit Herzschwäche und noch erhaltener Pumpfunktion der linken Herzkammer. Generell ist die Gefahr, als Diabetespatient eine Herzinsuffizienz zu entwickeln, doppelt so groß wie bei Menschen ohne Diabetes.

Herzschwäche richtig diagnostizieren

Umso wichtiger ist es, eine Herzschwäche früh zu erkennen. Für die eingeschränkte linksventrikuläre Funktion gibt es klare diagnostische Vorgehensweisen. Dazu zählen neben der Erhebung der Symptome und einer körperlichen Untersuchung die Bestimmung blutdrucksenkender Herzhormone („natriuretische Peptide“), das Elektrokardiogramm (EKG) und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens.

Größenveränderungen von Herzkammer oder Vorhof zählen zu den typischen Anzeichen.

Hinzu kommen weitere bildgebende Verfahren, etwa eine Koronarangiografie mit Rechtsherzkatheteruntersuchung. Unter Umständen schafft erst die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Herzmuskel Klarheit.

Schwieriger gestaltet sich die Diagnose der Herzschwäche, wenn die Pumpfunktion der linken Herzkammer noch gut erhalten ist. In diesem Fall nutzen Spezialisten ebenfalls die genannten Untersuchungen, wobei die Grenzwerte anders interpretiert werden müssen. Symptome wie nächtlicher Husten, Appetitlosigkeit oder die Wahrnehmung eines unregelmäßigen Herzschlags geben weitere Hinweise. Schließlich zählen Größenveränderungen von Herzkammer oder Vorhof zu den typischen Anzeichen; auch hier werden Laboruntersuchungen für die Diagnose durchgeführt.

Medikamente gegen Herzinsuffizienz

Was gibt es nun bei der Therapie der Herzschwäche zu beachten, wenn ein Patient gleichzeitig unter Diabetes leidet? Gibt es Unterschiede? Im Prinzip nicht, weil die Wirkung des Diabetes auf die Herzinsuffizienz bisher wenig erforscht ist. So wird bei eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer die Einnahme von ACE-Hemmern und Betablockern empfohlen.

Glitazone sollte bei Herzinsuffizienz nicht eingenommen werden.

Zusätzlich können Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten verordnet werden. Weitere medikamentöse Optionen sind ARNI oder Ivabradin. Die Implantation eines speziellen Schrittmachers kann bei Herzschwäche vor bösartigen Rhythmusstörungen schützen und/oder die Herzfunktion stabilisieren.

Ist die Pumpfunktion der linken Herzkammer noch erhalten, konzentriert sich die Therapie auf die Behandlung von Begleit-erkrankungen wie Bluthochdruck, chronische Nieren- oder chronische Lungenerkrankung COPD. Für alle Patienten, ob mit eingeschränkter oder erhaltener Pumpfunktion, gilt: Wer unter Blutstauung oder Wasseransammlungen leidet, sollte Diuretika erhalten.

Besonderheiten bei der Diabetestherapie

Etwas besser ist die Erkenntnislage zur Frage, wie die Diabetestherapie aussehen sollte, wenn auch eine Herzschwäche vorliegt. Metformin ist ein sicheres Präparat, wie wir heute wissen! Ob eine Kombination aus Metformin und Sulfonylharnstoffen möglicherweise negative Auswirkungen hat, ist noch nicht erforscht. Klar ist aber, dass Glitazone bei Herzinsuffizienz nicht eingenommen werden sollten.

Bei DPP-4-Inhibitoren wie Saxagliptin und Sitagliptin gibt es offenbar Unterschiede zwischen den Substanzen: Sitagliptin scheint sicher zu sein, wohingegen für Saxagliptin eher Zurückhaltung angebracht ist. Anders verhält es sich mit Empagliflozin, einem SGLT2-Hemmer – dieses Diabetesmedikament wirkt sich sogar positiv auf die Herzgesundheit aus. Wer mit Tabletten nicht mehr zurechtkommt, darf ruhigen Gewissens auf Insulin umsteigen, wie Daten belegen. Das Gleiche gilt für GLP-1-Analoga, die ebenfalls unter die Haut gespritzt werden.

Bleibt festzuhalten: Wie die Kombination von Herzschwäche und Diabetes optimal behandelt wird, ist ein noch weitgehend ungeschriebenes Kapitel, das dringend weiterer Studien bedarf.

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Der Kampf gegen Krebs- Prävention und Therapie

Krebs ist die Krankheit, vor der sich die deutsche Bevölkerung mit am meisten fürchtet.

Rund eine halbe Million Menschen erkranken hierzulande jährlich neu an einem Tumor, Tendenz steigend. Hoffnung besteht aufgrund von Fortschritten in der Forschung und Medizin, die die Heilungschancen von Krebspatienten weiter erhöhen. Experten gehen zudem davon aus, dass durch einen gesunden Lebensstil etwa die Hälfte aller Krebsfälle vermieden werden kann.

Als den „König aller Krankheiten“ betitele der indische Krebsforscher Siddhartha Mukherjee Krebs in seinem berühmt gewordenen gleichnamigem Buch. In der Tat nimmt Krebs eine Schlüsselstellung unter den Krankheiten ein: Jährlich werden in Deutschland rund 500.000 neue Krebsfälle diagnostiziert. Krebs ist hierzulande die zweithäufigste Todesursache und zudem die Krankheit, die bei den Deutschen neben Demenz die größten Ängste auslöst.

Die Ursachen, warum ein Mensch an Krebs erkrankt, sind komplex. Für viele Tumore sind zufällige genetische Fehler bei der Zellteilung verantwortlich, die mit steigendem Alter zunehmen. Aufgrund des demographischen Wandels wächst in Deutschland der Anteil älterer Menschen stetig. Das Robert Koch-Institut rechnet daher im Zeitraum zwischen 2010 und 2030 mit einem Anstieg der Krebsneuerkrankungen um 20 Prozent.

Dennoch kann jeder sein persönliches Krebsrisiko durch einige einfache Maßnahmen bis zu einem gewissen Grad positiv beeinflussen. Dies gilt insbesondere für häufige Krebsarten wie Brust-, Darm-, Lungen- und Hautkrebs. Ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht reduzieren das Krebsrisiko nachweislich. Gleiches gilt für Nichtrauchen sowie einen vernünftigen Umgang mit Alkohol und UV-Strahlung.

Unterstützt wird die Deutsche Krebshilfe aktuell bei ihrer Aufklärung zur Hautkrebsprävention durch die TV-Moderatorin und Journalistin Susanne Klehn. Diese erkrankte mit 28 Jahren an einem malignen Melanom, dem sogenannten schwarzen Hautkrebs. Seit April setzt sie sich an der Seite der Deutschen Krebshilfe für ein umsichtiges Verhalten in der Sonne ein.

Wir wissen, dass der Bedarf nach Information und Aufklärung zum Thema Krebs in der Bevölkerung nach wie vor immens hoch ist. Daher sind Kampagnen sinnvoll, die über den Nutzen eines gesunden Lebensstils und die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung aufklären.

Steigende Krebsneuerkrankungszahlen in einer alternden Gesellschaft dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den letzten Jahrzehnten auch erhebliche Erfolge in der Diagnose und Therapie erreicht wurden. Fortschritte in der Krebsforschung und -medizin sind die Grundlage dafür, dass Krebspatienten immer besser versorgt werden können. Die Heilungsraten steigen und Krebs verläuft heute in sehr vielen Fällen als chronische Erkrankung mit guter Lebensqualität für die Betroffenen.

Heute können vier von fünf krebskranken Kindern und die Hälfte aller erwachsenen Krebspatienten geheilt werden und wieder ein unbeschwertes Leben führen. Dennoch bleiben die Herausforderungen immens. So gilt es beispielsweise die Qualität in der Versorgung und die Strukturen weiter zu verbessern und jedem Patienten eine optimale und personalisierte Therapie zu ermöglichen.

Wir wollen, dass alle krebskranken Menschen gute Heilungschancen haben. Auf dieses Ziel ist unsere Arbeit stetig ausgerichtet. Ohne die Zuwendungen der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, die seit über 40 Jahren die Deutsche Krebshilfe unterstützen, wären viele der bisherigen Erfolge in der Krebsmedizin und Forschung nicht möglich gewesen. Nur unsere Spender haben uns in die Lage versetzt, über 3.000 Projekte zur Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen zu fördern.

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