Home » Krankheitsbilder » Innere-Organe » „Für mich war klar: Ich kämpfe!“
Innere-Organe

„Für mich war klar: Ich kämpfe!“

Schockdiagnose Darmkrebs. Früh erkannt, ist diese Erkrankung gut behandelbar und in vielen Fällen sogar heilbar. Kerstin Mannes kämpft für Vorsorgeuntersuchungen für junge Menschen ab 25 Jahren, damit sie ihr Schicksal nicht teilen muss. Im Interview erzählt sie uns ihre Geschichte.

Frau Mannes, Sie sind mit 31 Jahren bereits an Darmkrebs erkrankt. Ist das nicht normalerweise bei älteren Menschen der Fall?

Ja, das stimmt, mit 31 wurde bei mir ein Rektumkarzinom festgestellt. Die meisten Menschen denken, dass es sich bei Darmkrebs um eine Erkrankung handelt, die ältere Menschen betrifft, das ist jedoch nicht richtig, wie man an mir sehen kann.

Welche Symptome hatten Sie? Wurde der Darmkrebs gleich erkannt?

Ich hatte immer einen regelmäßigen Stuhlgang, doch plötzlich hat sich das verändert, ich hätte Verstopfungen und Durchfälle. Es wurde immer schlimmer, stundenlange Sitzungen auf der Toilette und immer das Gefühl auf die Toilette zu müssen. Bei mir vergingen 6 Monate bis der Krebs erkannt wurde. Aufgrund meines Alters wurde ich nicht gleich zur Darmspiegelung geschickt, sondern es wurde davon ausgegangen, dass es andere Ursachen hat, wie z.B. Stress im Job.

Erst nachdem ich eine Überweisung zum Gastroenterologen gefordert habe, wurde der Krebs gefunden.

Und wie kamen Sie darauf, dass es sich um eine schwerwiegendere Erkrankung handeln könnte?

Ehrlich gesagt hat mir mein Gefühl gesagt, dass es was schlimmes ist.

Die Diagnose ist ja erstmal ein Schock. Wie sind Sie damit umgegangen?

Den Tag, an dem ich die Diagnose erhalten habe werde ich nie vergessen, ich habe sprichwörtlich den Boden unter meinen Füßen verloren. Am Nachmittag des Tages habe ich zu meinem Mann gesagt, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt, kämpfen oder daran verzweifeln. Für mich war klar: ich kämpfe! Mein Mann, unsere Familien, Freunde und meine Kolleginnen haben mich immer unterstützt und mir viel Kraft gegeben in dieser schweren Zeit, dafür bin ich Ihnen für immer dankbar.

Was ist dann passiert? Sind Sie direkt in eine Klinik eingewiesen worden?

Mein Gastroenterologe hat alles für mich geregelt. Ich musste nur noch ins Krankenhaus und den Therapieplan besprechen, auch die Tumorkonferenz war vor meinem ersten Termin bereits abgehalten worden. Zwei Wochen nach der Diagnose ging meine sechswöchige Radiochemotherapie los.

Welche Behandlung wurde bei Ihnen eingesetzt?

Eine Radiochemotherapie vor der Operation, hiermit wollte man den Tumor verkleinern und ein dauerhaftes Stoma vermeiden.

Hat das Stoma eine große Umstellung für Sie bedeutet? Wie lange haben Sie mit dem künstlichen Darmausgang gelebt?

Das schlimmste für mich war die Zeit mit dem Stoma. Ich konnte mich damit einfach nicht anfreunden und war sehr glücklich, als es nach drei Monaten wieder entfernt wurde.

Wie geht es Ihnen mittlerweile?

Jetzt geht es mir gut, ich gehe wieder arbeiten, mache wieder Sport und versuche das Leben noch bewusster zu genießen. Sicherlich hat die Behandlung körperlich einige Spuren hinterlassen, aber ich habe gekämpft und gewonnen! Das war es wert.

Sie setzen sich in einem Pilotprojekt der Felix Burda Stiftung dafür ein, dass bereits junge Menschen zur Darmkrebsvorsorge angehalten werden. Erzählen Sie kurz was dort Ihre Aufgabe ist.

Das FARKOR Projekt ist eine Initiative in Bayern (erstmal), in der durch die Familienanamnese bereits ein Darmkrebsrisiko erkannt wird und somit junge Menschen ab 25 Jahren eine Darmspiegelung erhalten oder eine Stuhlprobe abgeben können, da immer mehr junge Menschen davon betroffen sind, vor allem mit familiärem Risiko.

Meine Aufgabe ist es junge Menschen durch meine Geschichte darauf aufmerksam zu machen, dass auch sie, wenn in der Familie jemand Darmkrebs hatte, wie auch bei mir, davon auch in jungen Jahren betroffen sein können und sie sich testen lassen sollen, damit sie nicht mein Schicksal teilen, sondern es Ihnen erspart bleibt.


Vorsorge ist essentiell:
Kerstin Mannes setzt sich für frühe Darmkrebsprävention ein.

Nächster Artikel
Home » Krankheitsbilder » Innere-Organe » „Für mich war klar: Ich kämpfe!“
Innere-Organe

Kampf um mein Leben

Ein Herzinfarkt während einer Wanderung in Tirol brachte Heinz Wimmer in Lebensgefahr. Ein Erfahrungsbericht.

Heinz Wimmer trat im September 2008 zusammen mit seinem Bruder an eine einwöchige Wanderung in Tirol an.

Doch ein Herzinfarkt brachte den 59-Jährigen in Lebensgefahr. Am ersten Tag der Wanderung schmerzte morgens im Bad mein linker Arm. Dies beachtete ich aber kaum, da mich wegen eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule immer wieder Schmerzen im Arm oder Rücken überraschen. Die leichten Herzstiche, die ich bereits Wochen zuvor verspürt hatte, kamen mir in diesem Moment nicht in den Sinn. Ich genoss einfach das Wandern und die herrliche Natur. Am Abend schaffte ich vor Erschöpfung mein Abendessen nicht. Ich ging ins Bett, um für die weitere Wanderung fit zu sein. 

„Ohne die Herzklappen-OP wäre mein Leben schon vor vier Jahren vorbei gewesen.“

Am nächsten Tag blieb mir bei der ersten Steigung schon nach zehn Schritten die Luft weg. Ich versuchte immer wieder, ein paar Schritte weiter zu gehen. Aber es war eine Tortur. Doch zu Hause angekommen, hatte ich zunächst keine Beschwerden.

Akute Lebensgefahr

Aber in der Nacht änderte sich dies sehr schnell. Plötzlich blieb mir die Luft weg und der Schweiß brach aus. Ich hatte ziemliche Angst und rief den Notarzt an. Der lieferte mich direkt ins Krankenhaus ein. Hier kam die Überraschung: Ich hatte einen Herzinfarkt und dieser war bereits zwei Tage alt. Man verlegte mich auf die Intensivstation, wo eine Herzinsuffizienz festgestellt wurde. Doch mir ging es wieder ganz gut. Für Anfang Oktober war eine Anschlussheilbehandlung geplant. Doch dazu kam es nie.

Herzstillstand

Anfang Oktober kam der Schock: Nach dem Mittagessen fand mich eine Krankenschwester leblos im Zimmer vor. Dreimal wurde ich wiederbelebt – immer wieder stand mein Herz still und mein Kreislauf brach zusammen. Die Ärzte kämpften um mein Leben – mit Erfolg. Noch am selben Tag transportierte mich der Rettungshubschrauber zu weiteren Untersuchungen in eine andere Klinik und brachte mich am folgenden Tag wieder zurück. 

OP-Entscheidung

Bei der Untersuchung zeigten sich Schäden an meinen Herzklappen. Nicht jeder Herzklappenfehler muss operiert werden. Besteht jedoch die Gefahr, dass eine Klappenerkrankung dauerhaft die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigt, dann wird sich für eine Operation entschieden. So auch bei mir. Bei der Herzklappenoperation wird eine erkrankte und geschädigte Herzklappe entweder durch eine Operation wiederhergestellt (Herzklappenrekonstruktion) oder durch eine künstliche Herzklappe (aus Metall und Kunststoff) oder eine biologische Herzklappe (von Mensch oder Tier) ersetzt.

Zur Information: Das menschliche Herz hat insgesamt vier Herzklappen. Zwei Herzklappen befinden sich jeweils zwischen den Vorhöfen und Herzkammern. Zwei weitere Herzklappen befinden sich an den Öffnungen der Herzkammern zu den großen Schlagadern. Alle Herzklappen können von einer Herzklappenerkrankung betroffen sein und im Rahmen einer Herzklappenoperation behandelt werden.

Ist eine Herzklappe verengt, spricht man von einer Klappenstenose. Bei einer Klappeninsuffizienz schließt die Herzklappe nicht mehr richtig. Die erhöhte Belastung des Herzens durch einen Herzklappenfehler kann zu einer Verdickung der Herzmuskulatur und Erweiterung der Herzkammer führen. Je nach Schweregrad des Klappenfehlers kann sich eine Herzschwäche entwickeln, wie es bei mir auch der Fall war. 

Die Operation wurde sehr schnell nach der erschreckenden Diagnose durchgeführt. Da die Herzschwäche bei mir sehr früh erkannt wurde und erst zwei Herzklappen betroffen waren, konnte die Herzklappe durch minimalinvasive Klappenchirurgie wiederhergestellt werden. Das war Ende November.

Kurz nach Weihnachten begann meine Anschlussheilbehandlung und Mitte Januar wurde ich endlich entlassen – nach schweren Monaten. Täglich machte ich leichte Spaziergänge, und jeden Tag schaffte ich ein paar Meter mehr. Ich genieße jeden Tag und bin einfach froh, dass ich leben darf.

Das Leben bleibt lebenswert

Warum habe ich diesen Bericht geschrieben? Ich möchte allen Mut machen, die vor einer Implantation stehen. Mein besonderer Dank geht an die Ärzte, Schwestern und Pfleger, die mich so gut betreut haben, denn ohne sie wäre meine Zeit schon vor vier Jahren vorbei gewesen.

Nächster Artikel