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Rosacea unter Kontrolle!

Foto: Privat

Franziska Ring hat Rosacea. Die Autorin ist an die Öffentlichkeit gegangen, um ihr Wissen mit anderen zu teilen.

Was waren die Anzeichen für deine Rosacea Erkrankung?

Die ersten Anzeichen waren Rosacea-Schübe, so genannte Flushs, die mit einem unangenehmen Brennen und Rötungen einhergingen. Sie traten zur Winterzeit auf, als die Heizung hoch gedreht und die Luft in den Innenräumen besonders trocken war.

Welche Faktoren spielen eine erhebliche Rolle für einen Schub?

Zum einen gibt es Faktoren, man spricht auch von Triggern, die bei fast alle Rosacea-Betroffenen eine Verschlechterung der Symptome auslösen: Alkohol, Hitze (wie in der Sauna), starker emotionaler Stress, scharfe oder heiße sowie histaminreiche Speisen und Getränke. Dann gibt es noch Trigger, die eher individuell sind. Ich reagiere zum Beispiel auf den Geruch von parfümiertem Putzmittel, Staub oder auch starken Hunger. Alles, was den Körper stresst, kann theoretisch triggern.

Wie sieht deine tägliche Pflegeroutine aus?

Ich achte auf eine sehr sanfte, aber effektive Reinigung – morgens und abends –, die ich mit destilliertem Wasser durchführe. Das hat einen pH-hautneutralen pH-Wert und ist nicht mit Kalk belastet. Handtücher sollten immer frisch sein (Waschmittel ohne Duftstoffe) oder man verwendet Kosmetiktücher zum Abtrocknen. Danach ein mildes Gesichtsspray und eine Kombination aus zwei bis drei minimalistisch formulierten, feuchtigkeitsspendenden und beruhigenden Seren. Achtung bei Cremes oder Lotionen: alles, was zu reichhaltig ist, kann die Haut abdichten und einen Schub begünstigen. Ich persönlich vertrage keinerlei Creme. Ein Sonnenschutz am Tag ist aber ein absolutes Muss für alle mit Rosacea, da UV-Licht ein Trigger-Faktor ist.

Welche Reaktionen musstest du in der Öffentlichkeit einstecken? Hast du Mobbing erlitten? Wie ist es heute?“Wie war es zu Beginn der Erkrankung? Wie ist es heute?

Negative Reaktionen habe ich zum Glück nie erfahren müssen. Man macht sich oft selbst mehr Gedanken um das eigene Erscheinungsbild und fühlt sich klein, als es andere tun. Vielleicht liegt es  bei der Rosacea aber auch daran, dass sie oft erst um das 30. Lebensjahr auftritt und dadurch nicht mehr so stark solchen Mobbing-Phänomenen, wie sie eher bei Jugendlichen vorkommen, ausgesetzt ist. Sicher gibt es aber auch Betroffene, die Mobbing im Erwachsenenalter erfahren mussten, was das sowieso schon angeschlagene Selbstbewusstsein weiter angreift. Ich persönlich habe unangenehme Erfahrungen eher bei Hautärzten machen müssen, die mich in meiner Not nicht Ernst genommen und nur ihr Standardprogramm ohne jegliche Empathie abgespult haben.

Heute habe ich meine Rosacea sehr gut im Griff, so dass ich fast nicht mehr mit Symptomen zu kämpfen habe.

Ich möchte an dieser Stelle gerne noch einmal betonen, dass eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstbild, also worüber man sich definiert und woraus man seinen Selbstwert bezieht, eine wichtige Aufgabe für jeden Betroffenen ist, der an einer sichtbaren einer (Haut)-Krankheit, wie der Rosacea, leidet. Das kann die Bürde diese Erkrankung in eine wertvolle Erfahrung transformieren.

Warum bist du an die Öffentlichkeit gegangen?

Zunächst einmal, weil ich mein Wissen, was ich mir über mehrere Jahre in wissenschaftlichen Datenbanken, in Gesprächen mit anderen Betroffenen und durch eigene Erfahrungen zusammengetragen habe, teilen wollte.
Ich weiß um das Leid, das diese Krankheit verursachen kann und wollte schlicht, dass auch andere von meiner Methode, die mir selbst geholfen hat, als nichts anderes helfen wollte, profitieren. Selbstverantwortung ist dafür eine Grundvoraussetzung. Das kann anstrengend sein, aber der Preis – die Kontrolle über die scheinbar willkürlich auftretende Rosacea zurück zu erhalten – ist unbezahlbar.

Sie möchten mehr erfahren?

Weitere Informationen finden Sie unter rosacea-selbsthilfe.de.

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Chronische Wunden

Wunden treten bei jedem Menschen mehrfach im Leben auf. Die meisten dieser Wunden heilen nach einigen Wochen unproblematisch ab. Sollten Wunden länger als acht Wochen bestehen, spricht man von chronischen Wunden. Es gibt allerdings auch Wunden, bei denen eine chronische Erkrankung zugrunde liegt, sodass diese Wunden bereits von Anfang an als chronisch bezeichnet werden.

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Prof. Dr. med. Joachim Disemond

Oberarzt am Uniklinikum Essen, Vorstandsmitglied der Initiative Chronische Wunden e. V

Häufigste Ursachen chronischer Wunden

  • Chronische venöse Insuffizienz (CVI, Venenleiden) – Ulcus cruris venosum
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK, arterielle Durchblutungsstörung) – Ulcus arteriosum
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) – diabetisches Fußulcus
  • Druck/Immobilität – Dekubitus (Durchliegegeschwür)

Seltene Ursachen chronischer Wunden sind zum Beispiel Gefäßentzündungen, Autoimmunerkrankungen, Infektionskrankheiten oder Krebserkrankungen. In Deutschland leiden mindestens zwei Millionen Menschen unter einer chronischen Wunde unterschiedlicher Ursache. Da mit einem Anstieg der Lebenserwartung der Bevölkerung gerechnet wird und die Häufigkeit chronischer Wunden mit zunehmendem Lebensalter ansteigt, wird prognostiziert, dass die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird. Bei chronischen Wunden sind die natürlichen Prozesse der Wundheilung gestört. Oft befinden sich diese Wunden in einem Teufelskreis, bei dem Entzündungsprozesse unkontrolliert ablaufen.

Wundbehandlung

Der erste und wichtigste Schritt in der Wundbehandlung besteht in der Abklärung der zugrunde liegenden Ursachen. Oft ist es nicht eine einzige Ursache, sondern es sind mehrere Faktoren, die eine Wundheilung verhindern. Hier muss unbedingt eine gezielte Diagnostik erfolgen, damit im Anschluss eine Behandlung der Ursachen erfolgen kann. Ein wichtiger und oft wenig beachteter wundheilungsbehindernder Faktor sind zudem Ödeme („Wasser in den Beinen“), die durch Kompressionstherapie mit Wickelsystemen, Bandagen oder Strümpfen behandelt werden können.

Wann sollte ich mit einer Wunde zum Arzt gehen?

Bei unproblematischen, oberflächlichen Wunden kann eine Selbsttherapie versucht werden. Hierfür gibt es in Apotheken Wundprodukte, die sich grundsätzlich gut eignen. Nach einer gegebenenfalls notwendigen Wundsäuberung oder Desinfektion sollte ein steriler Wundverband in Form eines nicht anhaftenden Pflasters oder eines Wundgels aufgetragen werden.

Wunden, bei denen ein Arzt aufgesucht werden sollte:

  • Auftreten von Eiter und/oder starker Rötung mit Schwellung um die Wunde
  • Jede Verletzung an Füßen bei Diabetikern
  • Stark verschmutzte Wunden, Tier- oder Menschenbisse
  • Starke Schmerzen
  • Wunden, die seit mehr als acht Wochen bestehen
  • Wunden, die ohne erkennbare Ursache spontan aufgetreten sind
  • Blutende Wunden

Die erste Anlaufstelle für Patienten mit Wunden ist der Hausarzt. Insbesondere bei chronischen Wunden gibt es jedoch auch Spezialisten aus verschiedenen Fachbereichen, die in Wundzentren kooperieren. Eine Übersicht über ambulante und stationäre zertifizierte Einrichtungen findet sich beispielsweise auf der Homepage der Initiative Chronische Wunden (ICW) e. V. in der Rubrik „Wundsiegel“.

Fazit

Wunden sind ein Symptom verschiedener Ursachen, die unbedingt diagnostiziert und behandelt werden müssen, damit eine Abheilung erzielt werden kann und Komplikationen vermieden werden können.

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