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    Uns alle eint ein Wunsch: Wir wollen uns in unserer Haut wohlfühlen

    Foto: Jacob Lund via Shutterstock.com

    Dr. Uwe Schwichtenberg

    Dermatologe und Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der deutschen Dermatologen e.V. (BVDD)

    Für Menschen mit Hauterkrankungen gilt dies in besonderem Maße und nicht nur im übertragenen Sinne. Die Haut ist mit etwa zwei Quadratmeter Fläche das größte Organ des Körpers und sie ist unsere Kontaktfläche zur Außenwelt. Sie ist Abwehrbollwerk gegen mechanische, chemische und biologische Einflüsse. Diese Funktion der Haut fällt besonders dann auf, wenn berufliche Belastungen dieses Bollwerk durchbrechen. „Haut und Job“ ist daher eine eigene Aufklärungskampagne des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen. Ob unser Körper einen Kontakt toleriert oder als bekämpfenswert einstuft, wird an der Haut und den Schleimhäuten entschieden.

    Daher ist auch die Allergologie, die sich mit fehlgeleiteten Abwehrreaktionen beschäftigt, zum großen Teil in der Dermatologie, der Lehre von den Hautkrankheiten, beheimatet. Die Haut ist darüber hinaus das Organ, das direkt den Sonnenstrahlen ausgesetzt ist, mit der Folge zunehmender Hautkrebserkrankungen. Hautkrebsvorsorge rettet Leben! Aber die Haut ist mehr, denn sie ist auch unser Kontakt zu anderen Menschen. Die Haut zeigt unser Alter, unsere Stimmung und unser Wohlbefinden. Hier beginnt für viele Menschen mit Hauterkrankungen ein großes Problem. Ganz archaisch in uns verankert ist der Blick auf die Haut unserer Mitmenschen, unterschwellig auch aus Sorge vor ansteckenden Krankheiten. Schon in Mittelalter und Neuzeit sind auf diese Art unzählige Menschen mit harmlosen Hautveränderungen in „Leprakolonien“ isoliert worden. Die Angst der Menschen ist geblieben, die Methoden sind moderner. Heute sehen sich Menschen mit Neurofibromatose, einer nicht ansteckenden und für die Umwelt harmlosen, angeborenen Hautkrankheit, plötzlich auf Instagram als Affenpockenpatienten gebrandmarkt. Oder es wird Menschen mit Schuppenflechte, einer weitverbreiteten, nicht ansteckenden Hauterkrankung, der Zugang zum Schwimmbad untersagt.

    Wir wollen Betroffenen und Angehörigen Mut machen.

    Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen hat mit den Kampagnen „In meiner Haut“ und „Bitte berühren“ der Stigmatisierung hautkranker Menschen den Kampf angesagt. Wissen kann hauterkrankte Menschen vor Ausgrenzung schützen. Daher wurde die seit 2016 bestehende Kampagne „Gemeinsam aktiv gegen Schuppenflechte“ vor einem Jahr um die Kampagne „Hand in Hand gegen Neurodermitis“ erweitert. Damit wollen wir über neue Behandlungsmöglichkeiten informieren, die besonders bei diesen beiden Erkrankungen im vergangenen Jahrzehnt erstaunliche Behandlungserfolge möglich gemacht haben. Allem voran jedoch wollen wir das Verständnis für Hautkrankheiten in der Bevölkerung stärken, denn das stärkt die Position unserer Patientinnen und Patienten. Das ist die Hau(p)tsache!

    Die Haut ist das vielseitigste Organ des Menschen. Wir Hautärztinnen und Hautärzte im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) widmen uns ihr täglich mit Begeisterung und Leidenschaft.

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