Home » Krankheitsbilder » Infektionen » Die schwere Infektionskrankheit Tuberkulose
Allergien

Die schwere Infektionskrankheit Tuberkulose

Foto: Kateryna Kon via Shutterstock.com

Vor zwei Jahren erhielt die Tuberkulose- und Lepraärztin Dr. Christine Schmotzer das Bundesverdienstkreuz. Im Interview spricht sie über die Erkrankung Tuberkulose (TB) und darüber,
warum Armut und TB eine unheilvolle Wechselwirkung haben. 

Hallo Frau Dr. Schmotzer, Grüße nach Pakistan, wo TB noch eine große Rolle spielt. Was ist Tuberkulose und um was für eine Krankheit handelt es sich dabei?

Das ist ein Bakterium, ein Erreger, der sich sehr leicht verbreitet und die Menschen befällt, normalerweise als Tröpfcheninfektion. Mit TB steckt man sich immer von anderen Menschen, gelegentlich auch mal von Tieren an. In einem Land, in dem es viele TB-Patienten gibt, die nicht oder nicht richtig behandelt werden, hat im Prinzip jeder Mensch ein Risiko, dass er sich auch an Tuberkulose ansteckt. 

Was ist der Hintergrund dazu, dass nicht ausreichend Behandlungen durchgeführt werden? 

Das hat verschiedene Gründe. Einmal ist es so, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung, zum Beispiel in den Dörfern, fehlt. Wo ist der nächste Gesundheitsposten? Wo kann man zum Beispiel die nötigen Labortests machen? Für die Tuberkulose muss man ja Auswurf untersuchen. Ein klassisches Beispiel ist im Sommer, in der Monsunzeit, wenn es also regnet, wenn es Überschwemmungen gibt, dass dann in bestimmten Dörfern entschieden wird, solange das Wasser nicht weg ist, können wir nicht in die Stadt zum Arzt fahren. Hinzu kommt, dass viele Menschen Prioritäten setzen müssen: Wofür gebe ich mein Geld aus? Und es ist natürlich klar in einer Familie, dass die Versorgung mit Lebensmitteln das allerwichtigste ist, jeder muss was essen.  

Foto: Bernd Hartung

Da sieht man eben, dass Armut und Tuberkulose eine sehr unheilvolle Wechselbeziehung miteinander eingehen. Es gibt aber ja noch mehr tückische Herausforderungen im Umfeld der Tuberkulose, ein Begriff ist das Stichwort Medikamentenresistenzen. Was steckt dahinter? 

Ja, es ist leider so, dass Tuberkulose nicht isoliert vorkommt. Sondern die Tuberkulose hat so klassische Verbindungen, einmal zu anderen Krankheiten und dann natürlich die Frage der Antibiotikaresistenzen. Vielleicht zuerst zu den anderen Krankheiten. Es sind vor allem zwei, die im Zusammenhang mit Tuberkulose eine große Rolle spielen: Diabetes und HIV. Jemand, der zuckerkrank und/oder HIV-positiv ist, hat ein wesentlich höheres Risiko, an Tuberkulose zu erkranken, weil die Abwehr des Körpers geschwächt ist und damit der Tuberkuloseerreger aktiv werden kann. Das bringt uns zu dem anderen Thema. Man hört ja heutzutage überall, es ist ein Problem weltweit, dass es bei den Infektionskrankheiten immer mehr Resistenzen gegen viele Antibiotika gibt. Das ist bei manchen Krankheiten kein großes Problem, weil es eben noch viele andere Antibiotika auf dem Markt gibt. Bei Tuberkulose ist das ein echtes Problem, weil es sowieso nur sehr wenige Antibiotika gibt, die überhaupt gegen den Tuberkuloseerreger wirken. Derzeit gibt es rund 15.000 Fälle im Land, die sich so eine multiresistente Tuberkulose holen. 

5 Fakten zu Tuberkulose

➤ Tuberkulose ist eine ansteckende Lungenerkrankung, die durch Bakterien verursacht wird.

➤ Weltweit erkranken jährlich etwa neun Millionen Menschen, 1,5 Millionen versterben daran.

➤ In Deutschland ist die Erkrankung mit etwa 4.200 gemeldeten Fällen (2020) eher selten.

➤ Unbehandelt führt die Erkrankung in sieben von zehn Fällen zum Tod.

➤ Durch Antibiotika ist die Erkrankung aber gut therapierbar, vorausgesetzt, die Medikamente werden zuverlässig eingenommen.

Nächster Artikel
Home » Krankheitsbilder » Infektionen » Die schwere Infektionskrankheit Tuberkulose
Allergien

Leben mit schwerem Asthma: Gemeinsam aktiv werden

Reizhusten, Atemnot und eingeschränkte Ausdauer begleiten Menschen mit Asthma oft. „Ich fühlte mich wie eine Batterie, die vorher voll war und sich schlagartig entladen hat. Ich dachte oft, ich mache für meine Frau und meinen Sohn alles kaputt. Ich konnte zeitweise nichts machen und Urlaub war nicht möglich.“, so erging es Wolfgang mit seiner Asthma-Erkrankung. Doch sich damit abzufinden, war keine Option. Es kam der Punkt, da wollte er mehr. „So kann es nicht weitergehen. Das kann doch nicht alles (gewesen) sein – dazu bist du noch zu jung. Du willst doch noch mal etwas unternehmen können.“

Wer die Gelegenheit ergreift und Dinge anpackt, kann sie verändern – ob privat, im Job oder in der herausfordernden Situation mit einer chronischen Atemwegserkrankung, wie schweres Asthma. Laut Umfrage* versteckt fast die Hälfte (46 Prozent) aller Betroffenen mit unkontrolliertem Asthma die eigene Krankheit, um nicht als „anders“ wahrgenommen zu wer- den.** „Es ist eben einfach so“, denken viele Menschen mit schwerem Asthma.

Es ist Zeit für Veränderung!

Häufig geht die Asthma-Erkrankung mit Einschränkungen im Alltag einher. Der Lieblingssport kann nicht mehr weiterbetrieben werden, Urlaube müssen gut vorbereitet sein oder auch das einfache Treppensteigen kann zur Herausforderung werden. Aber das muss nicht sein. Die Initiative „Asthma-Aktivisten“ von Sanofi will zu neuem Mut, Optimismus und Selbstbewusstsein inspirieren, um das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen, statt sich von der Krankheit kontrollieren zu lassen. Deswegen engagiert sich die Initiative für ein klares „Ja“ zu einem aktiven Leben mit Asthma.

Der Startschuss: Asthma-Status überprüfen

Die Ersteinschätzung des Asthma-Status mithilfe des Asthma-Selbsttests ist dabei ein erster Schritt für einen positiven Veränderungsprozess. Das Ergebnis gibt einen Hinwies darauf, ob die Erkrankung möglicherweise nicht gut kontrolliert ist. Untersuchungen zeigen, dass die Mehrheit der Menschen mit Asthma ihre Asthma-Kontrolle subjektiv nicht richtig einschätzen können. Sie geben an, dass ihr Asthma gut kontrolliert sei, obwohl dies nicht immer der Fall ist. Das kann unter- schiedliche Gründe haben. Manch- mal werden Situationen, in denen Asthma-Auslöser befürchtet werden, vermieden. Das kann der Spaziergang mit Freunden sein oder sportliche Aktivitäten, die nicht mehr regelmäßig ausgeübt werden. Symptome der Asthma-Erkrankung, wie Kurzatmigkeit, Husten und Engegefühl in der Brust werden hingenommen, ohne mit der behandelnden Lungenfachärztin oder dem behandelnden Lungenfacharzt darüber zu sprechen.

Mit nur vier Fragen zu Beschwerden, Schlaf, Einschränkungen im Alltag und Häufigkeit der Bedarfsmedikation lässt sich schnell und einfach überprüfen, ob das Asthma möglicherweise unkontrolliert ist. Das Ergebnis bietet eine gute Ausgangsbasis für das Gespräch mit der Lungenfachärztin oder dem Lungenfacharzt. So besteht die Möglichkeit, die Therapie an die Situation des Betroffenen anzupassen.

Offenheit im Arztgespräch lohnt

Für eine passgenaue Behandlungsoption ist eine aktive Rolle der Betroffenen im Arztgespräch erforderlich. Fragen sollten gestellt, Beschwerden und Einschränkungen besprochen sowie Sorgen und Ängste mitgeteilt werden. Ein Asthma-Tagebuch beispielsweise kann helfen, den Krankheitsverlauf besser zu verstehen. Es können unter anderem Symptome, Häufigkeit des Bedarfsmedikaments, sowie Auslöser (z. B. Pollen, Lebensmittel etc.) fest- gehalten werden. Auch dafür bieten die Asthma-Aktivisten Unterstützung mit einer Vorlage für ein Tagebuch. Zudem geben Betroffene, als auch eine Lungenfachärztin hilfreiche Tipps für ein erfolgreiches Arztgespräch. Für Wolf- gang, der schon lange mit der Asthma- Erkrankung lebt, hat die aktivere Rolle im Arztgespräch viel verändert. Durch eine Therapieanpassung hat sich vieles zum Positiven entwickelt: „Ich habe mein altes Leben zurück. Letztes Jahr bin ich zum ersten Mal wieder 5 km gelaufen.“ Es lohnt sich, aktiv zu werden – nicht nur im Arztgespräch.

Bewusster leben – leichter atmen

Wie schon mit kleinen Veränderungen das Leben mit Asthma erleichtert werden kann, wird auf der Website Asthma-Aktivisten.de auf vielfältige Weise beschrieben. Neben Informationen zum Arztgespräch gibt es mehr rund um das Leben mit Asthma, wie beispielsweise auch Sport. Denn regelmäßiger Sport kann die körperliche Belastbarkeit verbessern. „Asthma und Sport – das passt zusammen und kann weitere positive Effekte für Menschen mit Asthma haben. Mit gut eingestelltem Asthma und langsamen Belastungssteigerungen ist Bewegung das Beste, was jeder für sich und seinen Körper unterstützend tun kann.“, so der Sport-Experte Dr. Rainer Glöckl. Er erläutert auf der Website auch, wie der innere Schweinehund überwunden werden kann und verrät sein persönliches Erfolgsrezept, um dauerhaft dran zu bleiben.

Du hast das Gefühl, Dein Asthma kontrolliert Dein Leben?
Entdecke, wie andere mit ihrer Erkrankung umgehen, und hole Dir Tipps zu alltagsrelevanten Themen von Betroffenen und Experten unter:


Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit SANOFI entstanden.

* Umfrage unter 306 Teilnehmern (51 Prozent Männer, 49 Prozent Frauen) mit unkontrolliertem Asthma, wie schwerwiegend der Einfluss der Erkrankung auf den Alltag ist. Auftraggeber der Befragung ist Sanofi.

** Die Frage wurde von 144 Teilnehmern beantwortet.

MAT-DE-2200914-1.0-03/2022

Nächster Artikel