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Rheuma, Arthrose, Arthritis – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Foto: Lightspring via shutterstock

Im Volksmund werden die Krankheitsbilder Arthrose, Arthritis und Rheuma oft synonym gebraucht. Es handelt sich jedoch um unterschiedliche Erkrankungen mit vielfältigen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Arthrose und Arthritis sind zunächst einmal Gelenkerkrankungen.

Bei Arthrose wird zwischen der primären Gelenkform, die vermutlich genetisch bedingt ist, und den sekundären Gelenksarthrosen unterschieden, welche durch Überbelastungen, Fehlbelastungen oder auch durch Verletzungen verursacht werden. Diese Mechanismen führen zu einem Verschleiß des Gelenkknorpels. Dieser dient im  Gelenk dazu, dass es sich möglichst reibungslos und schmerzfrei bewegen kann.

Aufgrund der demographischen Veränderung der Gesellschaft ist Arthrose die bei weitem häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland.

Wenn jedoch der Knorpel geschädigt ist durch diese degenerativen Veränderungen und die Fehlbelastung weiterhin besteht, wird eine Entzündung im Gelenk in Gang gesetzt. Diese Entzündung schädigt den Knorpel weiter,  so dass in einem Endstadium sogar der darunterliegende Gelenkknochen angegriffen werden kann. Risikofaktoren für derartige Knorpelschädigungen sind neben dem zuvor genannten lokalen Gelenkverschleiß vor allem fortgeschrittenes Alter und Übergewicht.

Am häufigsten sind Hüft-, Knie- und Handgelenke betroffen. Aufgrund der demographischen Veränderung der Gesellschaft ist Arthrose die bei weitem häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland.

Die sogenannte Arthritis ist der Oberbegriff für die entzündungsbedingte Gelenkerkrankung. Es gibt zwei Hauptformen: die seltene infektionsbedingte, bei der Krankheitserreger entweder direkt ins Gelenk eindringen oder durch eine andere Eintrittspforte in den Körper gelangen. Am bekanntesten und häufigsten ist die Rheumatoide Arthritis auch chronische Polyarthritis genannt. Hier entsteht die gelenkzerstörende Entzündung durch eine Autoimmunreaktion des Körpers.

Aus bisher unbekannten Gründen beginnt das Abwehrsystem der betroffenen Patienten den Gelenkknorpel wie einen Fremdkörper zu behandeln. Es werden Antikörper gegen körpereigenes Knorpelgewebe gebildet, die dieses in der Folge attackieren und über die Zeit das Gelenk vollständig zerstören.

Die Erkrankung verläuft zumeist in sehr schmerzhaften Schüben, mit starken Entzündungszeichen.

Charakteristische klinische Zeichen einer Arthrose sind zunächst der Anlaufschmerz, später Schmerzen unter Belastung und in einem späteren Stadium schließlich Dauerschmerzen. Eine Arthritis dagegen ist in der frühen Phase durch die Morgensteifigkeit großer Gelenke, beidseitige Schwellung der Finger und später durch massive, schmerzhafte Verformungen und Einsteifungen charakterisiert.

Die Erkrankung verläuft zumeist in sehr schmerzhaften Schüben, mit starken Entzündungszeichen.

Beide Erkrankungen, sowohl die Arthrose als auch die Arthritis können nicht geheilt werden – dennoch gibt es heutzutage für nahezu alle Phasen der Erkrankung effektive Behandlungen, die sich zum Teil sehr ähneln. Schmerzen und Entzündungen können medikamentös (z.B. mit Diclofenac oder Ibuprofen) oder Kälte- beziehungsweise Wärmeanwendungen eingedämmt werden.

Bei der Rheumatoiden Arthritis kann die gelenkzerstörende Autoimmunreaktion medikamentös zumindest abgeschwächt werden.

Durch gezielte Physiotherapie und gelenkschonenden Sport werden muskuläre Führung und Gelenkfunktion stabilisiert. Wenn der Knorpel oder das Gelenk stark geschädigt oder gar zerstört sind, kann mit einer Operation eine Endoprothese, d.h. ein Kunstgelenk eingesetzt werden.

So kann das schmerzfreie Gehen in der Mehrzahl der  Fälle wieder erreicht werden. Bei der Rheumatoiden Arthritis kann die gelenkzerstörende Autoimmunreaktion medikamentös zumindest abgeschwächt werden.

Der Begriff „Rheuma“ wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Synonym für die chronische Polyarthritis verwendet. In der Medizin werden unter dem Begriff der „Rheumatischen Erkrankungen“ oder „Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis“ eine Vielzahl von Gelenkerkrankungen zusammengefasst.

Neben entzündlichen Erkrankungen, wie z. B. Arthritis und den degenerativen, wie z. B. Arthrose gehören auch der Weichteilrheumatismus beispielsweise Schleimbeutelentzündungen (Bursitiden),  Muskelrheumatismus und der sogenannte Tennisellenbogen dazu.

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Der Kampf gegen Krebs- Prävention und Therapie

Krebs ist die Krankheit, vor der sich die deutsche Bevölkerung mit am meisten fürchtet.

Rund eine halbe Million Menschen erkranken hierzulande jährlich neu an einem Tumor, Tendenz steigend. Hoffnung besteht aufgrund von Fortschritten in der Forschung und Medizin, die die Heilungschancen von Krebspatienten weiter erhöhen. Experten gehen zudem davon aus, dass durch einen gesunden Lebensstil etwa die Hälfte aller Krebsfälle vermieden werden kann.

Als den „König aller Krankheiten“ betitele der indische Krebsforscher Siddhartha Mukherjee Krebs in seinem berühmt gewordenen gleichnamigem Buch. In der Tat nimmt Krebs eine Schlüsselstellung unter den Krankheiten ein: Jährlich werden in Deutschland rund 500.000 neue Krebsfälle diagnostiziert. Krebs ist hierzulande die zweithäufigste Todesursache und zudem die Krankheit, die bei den Deutschen neben Demenz die größten Ängste auslöst.

Die Ursachen, warum ein Mensch an Krebs erkrankt, sind komplex. Für viele Tumore sind zufällige genetische Fehler bei der Zellteilung verantwortlich, die mit steigendem Alter zunehmen. Aufgrund des demographischen Wandels wächst in Deutschland der Anteil älterer Menschen stetig. Das Robert Koch-Institut rechnet daher im Zeitraum zwischen 2010 und 2030 mit einem Anstieg der Krebsneuerkrankungen um 20 Prozent.

Dennoch kann jeder sein persönliches Krebsrisiko durch einige einfache Maßnahmen bis zu einem gewissen Grad positiv beeinflussen. Dies gilt insbesondere für häufige Krebsarten wie Brust-, Darm-, Lungen- und Hautkrebs. Ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht reduzieren das Krebsrisiko nachweislich. Gleiches gilt für Nichtrauchen sowie einen vernünftigen Umgang mit Alkohol und UV-Strahlung.

Unterstützt wird die Deutsche Krebshilfe aktuell bei ihrer Aufklärung zur Hautkrebsprävention durch die TV-Moderatorin und Journalistin Susanne Klehn. Diese erkrankte mit 28 Jahren an einem malignen Melanom, dem sogenannten schwarzen Hautkrebs. Seit April setzt sie sich an der Seite der Deutschen Krebshilfe für ein umsichtiges Verhalten in der Sonne ein.

Wir wissen, dass der Bedarf nach Information und Aufklärung zum Thema Krebs in der Bevölkerung nach wie vor immens hoch ist. Daher sind Kampagnen sinnvoll, die über den Nutzen eines gesunden Lebensstils und die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung aufklären.

Steigende Krebsneuerkrankungszahlen in einer alternden Gesellschaft dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den letzten Jahrzehnten auch erhebliche Erfolge in der Diagnose und Therapie erreicht wurden. Fortschritte in der Krebsforschung und -medizin sind die Grundlage dafür, dass Krebspatienten immer besser versorgt werden können. Die Heilungsraten steigen und Krebs verläuft heute in sehr vielen Fällen als chronische Erkrankung mit guter Lebensqualität für die Betroffenen.

Heute können vier von fünf krebskranken Kindern und die Hälfte aller erwachsenen Krebspatienten geheilt werden und wieder ein unbeschwertes Leben führen. Dennoch bleiben die Herausforderungen immens. So gilt es beispielsweise die Qualität in der Versorgung und die Strukturen weiter zu verbessern und jedem Patienten eine optimale und personalisierte Therapie zu ermöglichen.

Wir wollen, dass alle krebskranken Menschen gute Heilungschancen haben. Auf dieses Ziel ist unsere Arbeit stetig ausgerichtet. Ohne die Zuwendungen der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, die seit über 40 Jahren die Deutsche Krebshilfe unterstützen, wären viele der bisherigen Erfolge in der Krebsmedizin und Forschung nicht möglich gewesen. Nur unsere Spender haben uns in die Lage versetzt, über 3.000 Projekte zur Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen zu fördern.

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