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Rückenschmerzen – handeln, bevor es chronisch wird!

Rückenschmerzen sind das Volksleiden Nummer eins. Drei von vier Menschen machen mindestens einmal im Leben Bekanntschaft mit den lästigen Beschwerden. Die gute Nachricht dabei ist: Über 90 Prozent aller Fälle sind harmlos. Trotzdem sollten Betroffene Rückenschmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen und als Weckruf verstehen, ihren Alltag rückengerechter zu gestalten. Denn bleiben frühzeitige Maßnahmen aus, können die Beschwerden auch chronisch werden. Die Aktion Gesunder Rücken e. V. gibt Tipps, damit es gar nicht erst soweit kommt.

Warum schmerzt der Rücken?

Rückenschmerzen können verschiedenste körperliche sowie psychische Ursachen haben. Der häufigste Grund sind Muskelverspannungen. Durch einseitige Belastung, Fehlhaltung und Bewegungsmangel verspannen und verkürzen sich die Muskeln. Schmerzen sind die Folge. Häufig reagieren wir darauf mit einer Schonhaltung. Diese führt wiederum dazu, dass andere Muskelgruppen angespannt und überlastet werden. Doch wie diesen Teufelskreis durchbrechen? Mit moderater Bewegung können verhärtete Muskeln aktiviert, die Durchblutung gefördert und Verspannungen gelöst werden.

Erste Hilfe bei akuten Rückenschmerzen

Dr. Marco Gassen, Sportmediziner und Rückenspezialist aus Wiesbaden, rät bei schmerzendem Rücken: „Trotz aller Widrigkeiten ist es wichtig, so gut es geht in Bewegung zu bleiben!“ Konkret heißt das: Möglichst mehrfach am Tag ca. 15 Minuten spazieren gehen oder entspannt Rad fahren. Längeres Liegen oder Sitzen dagegen sollte vermieden werden. Außerdem können einfache Schmerzmittel, Wärmeanwendungen und Massagen akute Schmerzen lindern. 

Beschwerden nicht auf die lange Bank schieben!

Viele Rückengeplagte haben große Angst vor einer Chronifizierung ihrer Beschwerden, also wenn diese länger als drei Monate andauern. Glücklicherweise gilt für die meisten Fälle: Aus akuten Schmerzen müssen keine chronischen werden! Betroffene können selbst viel tun, damit die Beschwerden schnell wieder abklingen. Wichtig dabei ist, dass sie frühzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen.

Prävention: 4 Tipps für einen starken Rücken 

Auch beim Thema Rückenschmerzen gilt: Vorbeugen ist besser als heilen müssen. Wer einige einfache Maßnahmen in seinen Alltag integriert, wird mit einem starken Rücken und mehr Vitalität belohnt.

  1. Mehr bewegen: Vor allem langes Sitzen im Büro führt zu verspannter Muskulatur. Bringen Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag! Zum Beispiel durch Spaziergänge in der Mittagspause, Rad fahren zur Arbeit oder Treppengänge statt Fahrstuhlfahrten. Auch kleine Lockerungsübungen am Arbeitsplatz (z. B. Schultern nach hinten kreisen) sind empfehlenswert. Weitere Rückenübungen finden Sie unter www.agr-ev.de/rueckenuebungen.  
  2. Stress vermeiden: Negativer Stress begünstigt Rückenschmerzen, denn er lässt die Muskeln verspannen. Wertvolle Hilfe bieten hier einfache Anti-Stress-Techniken wie Atemtechniken oder autogenes Training.
  3. Ausgewogen ernähren: Eine eiweiß-, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung fördert den Muskelaufbau, stärkt die Knochen und versorgt die Bandscheiben mit Flüssigkeit.
  4. Rückenfreundliches Umfeld schaffen: Ergonomische Produkte leisten einen wesentlichen Beitrag zur Rückengesundheit. Diese gibt es mittlerweile für nahezu jeden Lebensbereich: Vom Aktiv-Büromöbel bis zum rückenfreundlichen Autositz. Wichtiger Bestandteil der Arbeit der Aktion Gesunder Rücken e. V. ist die Vergabe des AGR-Gütesiegels, mit dem besonders rückengerechte Alltagsgegenstände durch ein medizinisches Gremium ausgezeichnet werden können.
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