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    Sepsis (frühzeitig) erkennen und behandeln

    Foto: Cahyart Studio via Shutterstock.com

    Einen Harnwegs- oder Atemwegsinfekt hatten viele. Aber wer denkt schon daran, dass sich im Verlauf der Infektion eine Sepsis entwickeln kann? Eine Sepsis kann vom Säuglings- bis ins hohe Erwachsenenalter auftreten. Sie ist ein medizinischer Notfall, der schnelles Handeln erforderlich macht. Unbehandelt ist eine Sepsis immer tödlich. 

    Etwa 49 Millionen Menschen sind weltweit pro Jahr von Sepsis betroffen, etwa elf Millionen von ihnen versterben. Allein in Deutschland treten 340.000 Sepsis-Fälle pro Jahr bei Erwachsenen auf, von diesen versterben ca. 100.000. Ganze 75 Prozent der Überlebenden leiden an erheblichen Langzeitfolgen. Nicht einberechnet sind hier Todesfälle, die durch eine Viruserkrankung wie COVID-19 oder Grippe bedingte Sepsis eingetreten sind. 

    Was ist eine Sepsis?

    Eine Sepsis, was so viel wie „Gärung“ oder „Fäulnis“  bedeutet, ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion und immer lebensbedrohlich. Sie entsteht, wenn Erreger in den Blutkreislauf eindringen, weil die körpereigenen Abwehrkräfte dies nicht mehr verhindern können. Als Reaktion darauf werden Abwehrsysteme des Körpers, wie Gerinnungs- und Immunsystem, aktiviert, was im Gegenzug Organe wie Herz, Lunge oder Niere schädigt. In der Folge kommt es zu Multiorganversagen und septischem Schock. 

    Wie kann Sepsis entstehen?

    Bis heute glauben viele, dass eine Sepsis immer durch eine infizierte Wunde ausgelöst wird. Nur wenigen ist bewusst, dass sich auch bei einem vereiterten Zahn, einer Blasenentzündung, einer COVID-19- oder Grippeinfektion eine Sepsis entwickeln kann. Dem Immunsystem gelingt es oft, Erreger erfolgreich zu bekämpfen. Bei einer Sepsis jedoch ist die Lage außer Kontrolle geraten: Giftstoffe, die von den Krankheitserregern produziert werden, verteilen sich über die Blutbahn, worauf das Immunsystem mit einer heftigen Entzündung im ganzen Körper reagiert. In dieser Folge nehmen Organe Schaden.

    Was sind mögliche Symptome?

    Wenn schnelle Atmung, ein beschleunigter Puls und starke Fieberschübe auftreten, sollte man im Verlauf eines Infekts an eine Sepsis denken. Auch Untertemperatur, ein zu niedriger Blutdruck und hohe Entzündungswerte können Zeichen einer Sepsis sein. Insbesondere bei sehr jungen oder auch bei älteren Patienten werden jedoch Hinweise auf eine Sepsis oft übersehen. Ein verändertes Verhalten oder plötzliche Verwirrtheit sind immer Alarmsignale, die medizinisch abgeklärt werden sollten. 

    Wie kann man Sepsis behandeln?

    Eine Sepsis wird mit Antibiotika behandelt. Dafür nehmen Ärzte den Patient*innen Blut ab und bestimmen die verantwortlichen Keime, um sie gezielt mit einem bestimmten Antibiotikum zu therapieren. Da Zeit ein wesentlicher Faktor für den Verlauf der Sepsis ist, wird meist gleich zu Beginn der Untersuchung ein Antibiotikum gegeben. Jede Stunde ist kostbar, um das Leben der Betroffenen zu retten. 

    Auf diese Warnzeichen sollten Sie achten

    Die frühe Diagnose einer Sepsis ist sehr wichtig, die Übergänge von einer Infektion zur Sepsis sind fließend. Insbesondere bei kleinen Kindern oder alten Menschen können die Symptome eher unspezifisch sein. Folgende Alarmzeichen, mitunter auch einzeln, deuten auf eine Sepsis hin:

     ➤ Hohes Fieber; auch Untertemperatur kann auftreten

     ➤ Fleckige Haut, kalte Gliedmaßen

     ➤ Sehr schneller Herzschlag

     ➤ Schwere Atmung

     ➤ Trägheit und/oder Wesensveränderung 

     ➤ Schwere Weckbarkeit

     ➤ Verwirrtheit

    Hinweis: 

    Viele denken, dass ein roter Streifen auf der Haut, der von einer Wunde ausgehend in Richtung Herz verläuft, das Anzeichen für eine Sepsis ist – was nicht der Fall ist. Dies weist auf die Entzündung der Lymphgefäße unter der Haut durch eine Wundinfektion hin. Auch hier ist rasche ärztliche Versorgung nötig, die Infektion ist aber zunächst nicht lebensgefährlich. Unbehandelt kann sich aber auch hier eine lebensbedrohliche Sepsis entwickeln.

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