Die Schilddrüse ist eines der wichtigsten hormonellen Organe des Körpers und steuert viele Körperfunktionen. Gerät sie aus dem Gleichgewicht, kann das erhebliche Folgen haben. Viele Schilddrüsenerkrankungen bleiben lange unerkannt. Die Hormone der Schilddrüse wirken in vielen Bereichen des Körpers, so dass sich ein Zuviel oder ein Zuwenig an Schilddrüsenhormonen sehr unterschiedlich auswirken können. Krankheitssymptome können Schluckbeschwerden, Übergewicht, Müdigkeit und Erschöpfung, Haarausfall, Veränderungen an der Haut, Gewichtsabnahme sein.
Autoimmun-Thyreoiditis (Hashimoto)
Die Autoimmunthyreoiditis ist eine Schilddrüsenerkrankung, die durch eine Vermehrung von Entzündungszellen (Antikörper) in der Schilddrüse charakterisiert ist. Dabei kann die Schilddrüse durch die Ansammlung von Entzündungszellen wachsen, dann spricht man von der sogenannten Hashimoto-Thyreoiditis auch hypertrophe (vergrössert) Autoimmun-Thyreoiditis genannt. In Deutschland ist die athrophische Autoimmunthyreoiditis wesentlich häufiger.
Hierbei führt die Entzündung zu einem Untergang von Schilddrüsenzellen, so dass die Schilddrüse immer kleiner wird und nach längerem Verlauf vollständig verschwindet und es dadurch zu einer Hypothyreose (Unterfunktion)der Schilddrüse kommt.
Autoimmunerkrankung Morbus Basedow
Der Morbus Basedow trägt seinen Namen nach dem Erstbeschreiber dieser Erkrankung, der von 1799 bis 1855 lebte. Herr Dr. Basedow beschrieb die Kombination einer Schilddrüsenvergrößerung, einhergehend mit Herzrasen und hervortretenden Augen. Heute wissen wir, dass der Erkrankung eine Fehlsteuerung im Immunsystem zu Grunde liegt, wodurch es zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommen kann. Dies bedingt Herzrasen und auch andere Symptome der Schilddrüsenüberfunktion.
Die Augensymptome sind ebenfalls durch eine Fehlregulation im Immunsystem bedingt. Durch die heute besseren diagnostischen Möglichkeiten kann die Diagnose auch gestellt werden, wenn nicht alle Symptome vorliegen.
Heiße und Kalte Knoten
Durch einen in früheren Jahren bestandenen Jodmangel, Entzündungen, Regulationsstörungen, aber auch durch das ungewollte Wachstum bösartiger Zellen kann es zu knotigen Veränderungen im Schilddrüsengewebe kommen. Etwa 25 Prozent der Deutschen haben einen oder mehrere Schilddrüsenknoten, ältere Menschen häufiger als jüngere. Die meisten Schilddrüsenknoten sind jedoch gutartige Neubildungen oder harmlose Zysten. Sogenannte „heiße Knoten“ produzieren meist unkontrolliert Schilddrüsenhormon und können zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen. „Kalte Knoten“ haben hingegen einen geringeren Stoffwechsel. Allerdings kommt es nicht zwangsläufig zu einer Unterfunktion, da der gesunde Schilddrüsenteil die Hormonproduktion weitgehend sicherstellen kann.
Die Schilddrüsen-Liga Deutschland e. V. setzt sich für eine Stärkung der Betroffenen ein. Selbsthilfe kann nicht nur gute Informationen liefern, sondern vor allem vermitteln: Du bist nicht allein! Es ist unumgänglich auch den Angehörigen ein Forum zu bieten, über die eigene Belastung zu sprechen, und sie aufzuarbeiten. Der Austausch mit Gleichbetroffenen kann dazu beitragen, sich selbst wieder wohler zu fühlen. Dies ist ein wesentlicher Aspekt unserer Arbeit.
Wir leisten einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von kranken und behinderten Menschen. Gegenseitige Unterstützung, umfassende Informationen und Erfahrungsaustausch verhelfen Betroffenen zur besseren Krankheitsbewältigung. Sich umfassend zu informieren bedeute Mitbestimmung und Eigenverantwortung im Umgang mit der Erkrankung und somit Einfluss auf den Behandlungsverlauf nehmen zu können. Information und Ermutigung durch andere, die in vergleichbarer Situation sind, erhöhen ganz wesentlich die für medizinische Behandlungsverfahren notwendige Bereitschaft, gesund zu werden . Eine gute Aufklärung über die eigene Erkrankung stärkt das Selbstbewusstsein und kann auch den behandelnden Ärzte weiterhelfen.
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