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Training für die Ohren

Worauf sollten Betroffene generell achten, wenn sie sich ein neues Hörgerät anschaffen?

Ich empfehle darauf zu achten, dass beim Hörakustiker ein Gehörtraining angeboten wird. Ein strukturiertes Training, das zum Ziel hat, die natürliche Filterfunktion des Gehirns zu trainieren, um so Gesprächen selbst bei Hintergrundgeräuschen wieder mühelos folgen zu können, sollte mit in den Anfangsprozess integriert sein und im Vorfeld der eigentlichen Hörgeräteauswahl stattfinden.

Mit einer neuen Brille sieht man die Welt sofort klarer. Aber mit einem neuen Hörgerät hört man nicht gleich besser – warum reicht das Gerät allein oft nicht aus?

Unser Gehör besteht aus den Ohren, die für das Hören zuständig sind und aus der Hörverarbeitung, die im Gehirn stattfindet. Dort wird das Gehörte interpretiert und wir verstehen zum Beispiel, was gesagt wurde. Man muss das Gehör also immer ganzheitlich betrachten und behandeln.
Leidet jemand seit geraumer Zeit an einem Hörverlust, dann kann nicht mehr alles Gehörte richtig ins Gehirn weitergeleitet werden. Infolgedessen werden die Nervenzellen der Hörverarbeitung zurückgebildet. Besonders beeinträchtigt von dieser Rückbildung sind die sogenannten Hörfilter. Sie sind wichtig, damit man in einer geräuschvollen Umgebung gut hören und verstehen kann.
Der Großteil aller Betroffenen klagt über Probleme in Situationen, mit vielen Geräsuchen und Gesprächspartnern. Dann reichen Hörgeräte allein nicht mehr aus. Denn die Hörfilterung ist eine Leistung, die im Gehirn stattfindet.

Was lernt man bei einem Hörtraining und wie läuft es ab?

Es gibt verschiedene Trainingsverfahren auf dem Markt, die voneinander differenziert betrachtet werden müssen.  Ich kann aus Erfahrung mit der terzo®Gehörtherapie sprechen, dass bei der Gehörtherapie das Sprachverstehen in geräuschvoller Umgebung zwei Wochen lang vor der eigentlichen Hörgeräteanpassung gezielt trainiert wird. Vor der Therapie  findet eine ausführliche Aufklärung, Beratung und Gehöranalyse statt. Das Gehörtraining wird zu Hause durchgeführt. Der Betroffene bekommt ein Trainingshandbuch, einen CD-Player mit Trainings-CD und Trainingshörsysteme zur Verfügung gestellt. Geübt wird das gezielte Hin- oder Weghören, aber auch die Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit. Denn die geistige Fitness ist, wissenschaftlich erwiesen, eng mit einem guten Hören verbunden.
Die aktuellen Trainingsergebnisse werden außerdem regelmäßig überprüft. Nach dem Training können dann mit einem aufgebauten Gehör die passenden Hörgeräte ausgewählt werden.

Welche Vorteile hat der Trainingsprozess?

Jeder kann mithilfe eines geeigneten Trainings selbst dazu beitragen, die eigene Hörverarbeitung im Gehirn zu verbessern. Der Akustiker unterstützt technisch den Trainingsprozess und der gewünschte Hörerfolg kann erzielt werden. Man setzt sich intensiv mit dem Hörverlust auseinander, wobei meist die Akzeptanz der Hörgeräte verbessert wird. Denn wem nützen Hörgeräte, die unbenutzt in der Schublade liegen?
Ein Ziel eines Gehörtrainings ist es, die Qualität der unterschiedlichen Geräte bei der Auswahl beurteilen zu können und sich bewusst für die individuelle Technik zu entscheiden.

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Happy Ear

Nicht mal ein Gramm schwer und so wirkungsvoll? Wie funktioniert das HCP?

Normalerweise gelangt Störlärm bei offenen Hörgeräte-Versorgungen durch die Belüftungsöffnung an das Trommelfell. Eine Belüftungsöffnung muss sein, damit das Ohrgewebe mit Sauerstoff versorgt wird. Viele Hörgeräteträger entscheiden sich für eine offene Versorgung mit einer großen Belüftungsbohrung oder Schirmchen mit vielen Löchern.

Das war bisher so – ganz egal welches Hörgerät man trug. Zurück zu unserem HCP. Es ist eine kleine Otoplastik, die mit einem luftdurchlässigen akustischen Filter ausgestattet ist. Der lässt Störlärm nicht durch, sorgt aber für ein natürliches Hörgefühl.

Wie darf ich mir das vorstellen?

Ohne HCP sitzen Sie im Restaurant und hören Geschirrklappern und Geräuschbrei anstatt ihren Nachbarn. Mit HCP hören Sie was ihr Tischnachbar sagt, Geschirrklappern und Stühleknirschen sperrt unser Akustikfilter aus.

Ist die Lösung so einfach?

Jetzt ja. Dem fertigen Produkt sind aber unzählige Entwicklungsschritte in unserem Audiologie- Labor vorausgegangen. Zunächst mussten wir uns mit Störlärm auseinandersetzen: In welchen Frequenzen tritt er auf? Wie halten wir ihn so auf, dass er nicht ans Trommelfell gelangt? Schließlich gelang es uns, ein Material zu finden, das Luft zirkulieren lässt und Lärm linear dämmt: Kohlefaser (Carbon).

Im Labor haben wir unseren luftdurchlässigen Carbonfilter in eine leichte Folien-Otoplastik eingesetzt. Die ersten Produkttests liefen überragend, das HCP war geboren. Der Filter erreicht mit seiner linearen Dämpfung im Tieftonbereich bis zu 15 dB. Dadurch verringert sich der störende Tieftonanteil in lauter Umgebung. Wir messen ein um 20% verbessertes Sprachverstehen. Das hat sich inzwischen herumgesprochen, unsere Telefone laufen schon heiß.

Für wen ist diese Neuheit geeignet?

Für alle, die ein HdO („Hinter-dem-Ohr“) -Hörgerät tragen, ganz egal welches Modell. Denken Sie an einen Sportwagen mit Holzrädern. Das Sportfahrwerk wird seine PS nicht auf die Straße bringen können.

Genauso ist es mit einem Hörgerät ohne HCP. Die ausgeklügelte Technik nützt wenig, wenn Störlärm ungehindert ans Trommelfell gelangt. Unser HCP unterstützt alle technischen Features eines Hörgeräts und ist wasser- und schmutzunempfindlich. Der Akustiker kann aus drei optional einzusetzenden Filtern wählen und sogar eine individuelle Feinabstimmung vornehmen.

 

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