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    Volksleiden Reizdarmsyndrom

    Verstopfung, Durchfall, Blähungen? Rund 10 Prozent der Erwachsenen leiden unter einem Reizdarm. Foto: namtipStudio via Shutterstock

    Störungen im Bereich der Verdauungsorgane sind weit verbreitet. Rund zehn Prozent der Erwachsenen leiden hierzulande unter einem sogenannten Reizdarmsyndrom (RDS). 

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    Dr. Thomas Eisenbach

    Gastroenterologe aus Leverkusen

    „Beim RDS handelt es sich um eine Funktionsstörung des Darms. Es ist eine chronisch-rezidivierende Magen-Darm-Erkrankung. Charakteristische Beschwerden hierfür sind Unregelmäßigkeiten bei der Stuhlentleerung, wobei es oft im Wechsel zu Durchfällen und zur Verstopfung kommt“, erklärt Dr. Thomas Eisenbach, Facharzt für Gastroenterologie. Schmerzen und Druckgefühl im Unterbauch sowie starke Blähungen sind häufige Symptome. Es wird zwischen dem Verstopfungs-, Durchfall-, Misch- sowie Bläh- und Schmerztyp unterschieden. 

    Diagnose des Reizdarms

    „Man spricht von einem RDS, wenn chronische Beschwerden (mindestens drei Monate) vorhanden sind, die von Patient und Arzt auf den Darm bezogen werden und in der Regel mit Stuhlgangveränderungen einhergehen, der Patient durch die Beschwerden in seiner Lebensqualität relevant beeinträchtigt wird und es keine andere Krankheitsursache für die auftretenden Beschwerden vorliegt“, erklärt Dr. Thomas Eisenbach.

    Diagnostiziert wird RDS durch eine sogenannte „Ausschlussdiagnose“ die auch eine Darmspiegelung umfassen sollte. Das heißt, es muss sichergestellt werden, dass keine andere Krankheit die Beschwerden verursacht. „Ein Medikament, das die Beschwerden sofort verbessert, gibt es leider nicht. Durch verschiedene Maßnahmen kann man RDS aber günstig beeinflussen und die Beschwerden lindern.“ 

    Therapiemöglichkeiten: 

    beim Bläh- und Schmerztyp

    Hier werden meist Medikamente verschrieben, die die Gasbildung im Darm unterdrücken oder krampflösend wirken. 

    beim Verstopfungstyp

    Hier bietet sich eine Behandlung mit Ballaststoffen und mit Abführmitteln an. Allerdings ist bei bestimmten Ballaststoffen Vorsicht geboten, da sie durch Gärprozesse die Gasbildung im Darm und so Blähungen verstärken können. Flohsamenschalen, bei denen es sich um lösliche Ballaststoffe handelt (auch als Quellstoffe bezeichnet), sind in der Regel sehr gut verträglich. Flohsamenschalen-Arzneimittel aus der Apotheke werden sorgfältig kontrolliert und sind daher besonders gut für eine sanfte und natürliche Dauertherapie geeignet. Diese Arzneimittel sind ohne Rezept erhältlich.

    beim Durchfalltyp

    Wenn vor allem Durchfälle auftreten, wird der Reizdarm üblicherweise mit Medikamenten behandelt, die Darmbewegungen hemmen. 

    beim Mischtyp

    Treten Verstopfung und Durchfälle im Wechsel auf, sind Flohsamenschalen eine gute Alternative, die Darmfunktion sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall zu regulieren und zu normalisieren.

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