Home » Krankheitsbilder » Wissen Sie was eine Blutvergiftung ist?
  • Krankheitsbilder

    Wissen Sie was eine Blutvergiftung ist?

    Haben Sie den Begriff schon einmal gehört?

    Eine Blutvergiftung, der medizinische Fachbegriff lautet Sepsis, ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Sie entsteht, wenn die körpereigenen Abwehrkräfte nicht mehr in der Lage sind, die Ausbreitung einer lokalen Infektion zu verhindern und die Erreger in den Blutkreislauf eindringen. Der Körper reagiert mit einer Aktivierung der Abwehrsysteme, insbesondere des Immun- und Gerinnungssystems. Dadurch werden jedoch nicht nur die Erreger, sondern auch die körpereigenen Organe wie Lunge, Herz und Niere geschädigt. Es kommt zum septischen Schock und zum Multiorganversagen. Wird eine Sepsis nicht rechtzeitig erkannt, endet diese oft tödlich oder kann schwere Langzeitfolgen nach sich ziehen.

    Wie entsteht eine Sepsis?

    Eine Sepsis entsteht immer als Folge einer Infektion.

    Grafik: Sepsis-Stiftung

    Die Symptome einer Sepsis können sehr unterschiedlich sein. Sie sind nicht immer klar von einem grippalen Infekt oder einer Erkältung zu unterscheiden.

    Haben Sie eine akute Infektion und zusätzlich eines der folgenden Symptome, dann kann es sich um eine Sepsis oder einen anderen lebensbedrohlichen Zustand handeln.

    Sie benötigen schnellstens ärztliche Hilfe!

    Wählen Sie die 112 oder die 116 117 (ärztl. Bereitschaftsdienst) und fragen Sie: „Könnte es Sepsis sein?“

    Symptome einer Sepsis:

    • Extremes Krankheitsgefühl
    • Verwirrtheit/Wesensveränderung
    • Ausgeprägte Kurzatmigkeit
    • Schneller Puls oder erniedrigter Blutdruck
    • Extreme Schmerzen
    • Kalte, feuchte Haut & Schüttelfrost

    Sepsis ist nach den Herzkreislauferkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache.

    In Deutschland versterben jährlich mindestens 75.000 Menschen an einer Sepsis und 75 % der Überlebenden leiden an erheblichen Langzeitfolgen. Oft wird Sepsis nicht oder zu spät erkannt und mindestens 20.000 Todesfälle könnten vermieden werden.

    Hier setzt die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis an, die im Feb. 2021 vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit den Partnern der Sepsis-Stiftung, dem SepsisDialog der Universitätsmedizin Greifswald und der deutschen Sepsis-Hilfe e. V. kann die Kampagne auf eine breite thematische Aufstellung zurückgreifen.

    So ist es dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. wichtig, mit der Kampagne in der Bevölkerung in Deutschland das Bewusstsein für die Bedeutung von Sepsis zu stärken und damit auch für mehr Patientensicherheit zu sorgen.

    Mehrere Filme machen auf das Thema Sepsis aufmerksam. Der Film #IchHabeÜberlebt, zeigt 3 Menschen, die über ihre unterschiedlichen Erlebnisse mit Sepsis berichten und den Film: Spiel nicht mit dem Leben, der Sepsis noch einmal aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet und als Quizshow zum Mitraten anregt.

    Die Sepsis-Stiftung setzt sich für Bildungs-Förderung, Wissenschaft, Forschung und Innovation zur Diagnose, Behandlung, Prävention und Minderung der Folgeschäden einer Sepsis ein. Im Rahmen der Kampagne wurde u. a. eine digitale, interaktive Sepsis-Checkliste entwickelt, die medizinischem Fachpersonal und der Bevölkerung hilft, Sepsis-Symptome und -Risiken schneller zu erkennen.

    Der SepsisDialog der Universität Greifswald setzt sich mehr als 10 Jahre für die Sepsisfrüherkennung, schnelle Diagnostik und Qualitätsmanagement ein. Einmal monatlich findet die SepsisAkademie – eine Online-Veranstaltung statt. Diese lädt dazu ein, sich über unterschiedlichste Themen rund um Sepsis zu informieren, die von Sepsis-Expert*innen, aber auch ehemaligen an Sepsis erkrankte Patienten vorgestellt werden.

    Die Deutsche Sepsis-Hilfe e. V. (DSH) ist die weltweit erste Patientenorganisation für an Sepsis erkrankte Menschen sowie deren Angehörige oder Hinterbliebene. Im Rahmen der Kampagne wurde die Webseite mit integriertem Live Onlineforum überarbeitet, damit sich Betroffene, Angehörige und Interessierte unter fachlicher Moderation austauschen können.

    Weitere Informationen und Einblicke:


    Nächster Artikel