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Allergien

Allergien in Städten

Foto: Budimir Jevtic via Shutterstock.com

Menschen in Städten sind deutlich häufiger sensibilisiert gegen Pollen von Bäumen (Hasel, Erle, Birke, Esche) und Gräsern, aber auch gegen Tierhaare und Hausstaubmilben. In Kleinstädten beziehungsweise auf Dörfern findet sich bei allen genannten Allergenen eine geringere Häufigkeit, auch von Allergien selbst

Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann

Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst

Von einer Allergie spricht man, wenn nicht nur Antikörper im Blut oder in der Haut (nachweisbar durch einen Allergietest) vorliegen, sondern auch Symptome auftreten, wenn man mit dem Allergen in Kontakt kommt. Interessant ist, dass Sensibilisierungen und Allergien häufiger bei Personen auftreten, die einen höheren sozioökonomischen Status haben. Es ist unklar, woher diese Differenz kommt; sie ist möglicherweise bedingt durch ein höheres Hygienemaß beziehungsweise geringeren Kontakt mit Bakterien, insbesondere in der Kindheit.

In der Stadt ist auch die Kombination eingeatmeter Allergene in Verbindung mit einer schlechteren Luftqualität von Bedeutung. Wenn in einer Stadt bei einer bestimmten Anzahl von Birkenpollen, zum Beispiel 100 Pollen/m³ Luft, gleichzeitig ein höherer Feinstaubgehalt vorliegt, so sind die empfundenen Beschwerden größer als an einem anderen Tag mit der gleichen Pollenmenge, aber geringerer Luftverschmutzung. Das bedeutet, dass Apotheken in den Großstädten von Allergikern häufiger dann besucht werden, wenn neben den Pollen in der Luft gleichzeitig mehr Feinstaub vorliegt.

In Verbindung mit der Luftqualität wird oft gefragt, ob die Anzahl an Allergikern in den Großstädten durch die häufiger schlechte Luftqualität verursacht wird. Hierzu gibt es keine eindeutigen Daten. Sicher ist zunächst, dass die auftretenden Beschwerden bei Personen, die bereits eine chronische Atemwegserkrankung in Form von Asthma, COPD oder eine allergische Rhinitis haben, bei einer schlechteren Luftqualität höher sind als an Tagen mit besserer Luft. Ob aber eine schlechtere Luftqualität auch zur Entwicklung neuer Allergien führt, ist bisher nicht sicher belegt. Insgesamt ist feststellbar, dass sich in Deutschland die Häufigkeit von Heuschnupfen auf einem hohen Plateau befindet beziehungsweise nicht mehr signifikant ansteigt, wie es in früheren Jahrzehnten der Fall war. 

Die Stadt ist mit ihrem besonderen Milieu, zum Beispiel dem Auftreten von Hitzeinseln, auch geeignet, neuen pollenproduzierenden Pflanzen einen geeigneten Lebensraum zu geben. Dazu gehört auch der neu im Blick der Allergologen befindliche Götterbaum, der allergieauslösende Pollen freisetzt. Der Götterbaum stammt aus Asien und wurde aus Freude an neuen Gewächsen auch in Deutschland gepflanzt, wo er sich gegenwärtig besonders in Städten ausbreitet. Die EU hat den Baum auf die Liste derjenigen Pflanzen gesetzt, die nicht gehandelt und nicht im öffentlichen Raum gepflanzt werden dürfen. Unsere eigene Arbeitsgruppe hat den Nachweis von Götterbaumpollen in Berlin und auch die klinische Bedeutung der Pollen bereits dokumentiert. 

Ein anderes Beispiel für ein städtespezifisches Allergieproblem ist die frühe Freisetzung von Pollen der Purpurerle. Sie ist eine Kreuzung aus einer sibirischen und der europäischen Erle und besonders kälteresistent. Nicht bedacht dabei wurde, dass diese Erlenart sehr früh ihre Pollen abgibt, teilweise schon im Dezember. Dadurch kann es schon zum Heuschnupfen vor Weihnachten kommen, was sich niemand wirklich wünscht.

Bei der Bepflanzung von Städten, die allseits gewünscht wird, sollte man also bei der Auswahl der Bäume eine allergikerfreundliche Bepflanzung beachten. 

Eine ganz besondere „Art“ von Bäumen in Städten ist der von einem Berliner Unternehmen entwickelte City Tree. Dabei handelt es sich nicht um einen Baum, sondern um ein mit Moos bepflanztes Gestell, das in der Lage ist, die Luftqualität der Umgebung bedeutend zu verbessern. Ein Baum also, der keine Allergien auslöst, sondern für alle gesundheitsfördernd ist.

Sie möchten mehr erfahren?

Ausführliche Informationen zu Pollen und Allergien werden auf der Website der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst vermittelt. Von dort kann man auch eine ausgezeichnete wöchentliche Pollenflugvorhersage kostenlos per Mail erhalten, die mit ärztlichen Hinweisen verbunden wird.

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Leben mit schwerem Asthma: Gemeinsam aktiv werden

Reizhusten, Atemnot und eingeschränkte Ausdauer begleiten Menschen mit Asthma oft. „Ich fühlte mich wie eine Batterie, die vorher voll war und sich schlagartig entladen hat. Ich dachte oft, ich mache für meine Frau und meinen Sohn alles kaputt. Ich konnte zeitweise nichts machen und Urlaub war nicht möglich.“, so erging es Wolfgang mit seiner Asthma-Erkrankung. Doch sich damit abzufinden, war keine Option. Es kam der Punkt, da wollte er mehr. „So kann es nicht weitergehen. Das kann doch nicht alles (gewesen) sein – dazu bist du noch zu jung. Du willst doch noch mal etwas unternehmen können.“

Wer die Gelegenheit ergreift und Dinge anpackt, kann sie verändern – ob privat, im Job oder in der herausfordernden Situation mit einer chronischen Atemwegserkrankung, wie schweres Asthma. Laut Umfrage* versteckt fast die Hälfte (46 Prozent) aller Betroffenen mit unkontrolliertem Asthma die eigene Krankheit, um nicht als „anders“ wahrgenommen zu wer- den.** „Es ist eben einfach so“, denken viele Menschen mit schwerem Asthma.

Es ist Zeit für Veränderung!

Häufig geht die Asthma-Erkrankung mit Einschränkungen im Alltag einher. Der Lieblingssport kann nicht mehr weiterbetrieben werden, Urlaube müssen gut vorbereitet sein oder auch das einfache Treppensteigen kann zur Herausforderung werden. Aber das muss nicht sein. Die Initiative „Asthma-Aktivisten“ von Sanofi will zu neuem Mut, Optimismus und Selbstbewusstsein inspirieren, um das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen, statt sich von der Krankheit kontrollieren zu lassen. Deswegen engagiert sich die Initiative für ein klares „Ja“ zu einem aktiven Leben mit Asthma.

Der Startschuss: Asthma-Status überprüfen

Die Ersteinschätzung des Asthma-Status mithilfe des Asthma-Selbsttests ist dabei ein erster Schritt für einen positiven Veränderungsprozess. Das Ergebnis gibt einen Hinwies darauf, ob die Erkrankung möglicherweise nicht gut kontrolliert ist. Untersuchungen zeigen, dass die Mehrheit der Menschen mit Asthma ihre Asthma-Kontrolle subjektiv nicht richtig einschätzen können. Sie geben an, dass ihr Asthma gut kontrolliert sei, obwohl dies nicht immer der Fall ist. Das kann unter- schiedliche Gründe haben. Manch- mal werden Situationen, in denen Asthma-Auslöser befürchtet werden, vermieden. Das kann der Spaziergang mit Freunden sein oder sportliche Aktivitäten, die nicht mehr regelmäßig ausgeübt werden. Symptome der Asthma-Erkrankung, wie Kurzatmigkeit, Husten und Engegefühl in der Brust werden hingenommen, ohne mit der behandelnden Lungenfachärztin oder dem behandelnden Lungenfacharzt darüber zu sprechen.

Mit nur vier Fragen zu Beschwerden, Schlaf, Einschränkungen im Alltag und Häufigkeit der Bedarfsmedikation lässt sich schnell und einfach überprüfen, ob das Asthma möglicherweise unkontrolliert ist. Das Ergebnis bietet eine gute Ausgangsbasis für das Gespräch mit der Lungenfachärztin oder dem Lungenfacharzt. So besteht die Möglichkeit, die Therapie an die Situation des Betroffenen anzupassen.

Offenheit im Arztgespräch lohnt

Für eine passgenaue Behandlungsoption ist eine aktive Rolle der Betroffenen im Arztgespräch erforderlich. Fragen sollten gestellt, Beschwerden und Einschränkungen besprochen sowie Sorgen und Ängste mitgeteilt werden. Ein Asthma-Tagebuch beispielsweise kann helfen, den Krankheitsverlauf besser zu verstehen. Es können unter anderem Symptome, Häufigkeit des Bedarfsmedikaments, sowie Auslöser (z. B. Pollen, Lebensmittel etc.) fest- gehalten werden. Auch dafür bieten die Asthma-Aktivisten Unterstützung mit einer Vorlage für ein Tagebuch. Zudem geben Betroffene, als auch eine Lungenfachärztin hilfreiche Tipps für ein erfolgreiches Arztgespräch. Für Wolf- gang, der schon lange mit der Asthma- Erkrankung lebt, hat die aktivere Rolle im Arztgespräch viel verändert. Durch eine Therapieanpassung hat sich vieles zum Positiven entwickelt: „Ich habe mein altes Leben zurück. Letztes Jahr bin ich zum ersten Mal wieder 5 km gelaufen.“ Es lohnt sich, aktiv zu werden – nicht nur im Arztgespräch.

Bewusster leben – leichter atmen

Wie schon mit kleinen Veränderungen das Leben mit Asthma erleichtert werden kann, wird auf der Website Asthma-Aktivisten.de auf vielfältige Weise beschrieben. Neben Informationen zum Arztgespräch gibt es mehr rund um das Leben mit Asthma, wie beispielsweise auch Sport. Denn regelmäßiger Sport kann die körperliche Belastbarkeit verbessern. „Asthma und Sport – das passt zusammen und kann weitere positive Effekte für Menschen mit Asthma haben. Mit gut eingestelltem Asthma und langsamen Belastungssteigerungen ist Bewegung das Beste, was jeder für sich und seinen Körper unterstützend tun kann.“, so der Sport-Experte Dr. Rainer Glöckl. Er erläutert auf der Website auch, wie der innere Schweinehund überwunden werden kann und verrät sein persönliches Erfolgsrezept, um dauerhaft dran zu bleiben.

Du hast das Gefühl, Dein Asthma kontrolliert Dein Leben?
Entdecke, wie andere mit ihrer Erkrankung umgehen, und hole Dir Tipps zu alltagsrelevanten Themen von Betroffenen und Experten unter:


Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit SANOFI entstanden.

* Umfrage unter 306 Teilnehmern (51 Prozent Männer, 49 Prozent Frauen) mit unkontrolliertem Asthma, wie schwerwiegend der Einfluss der Erkrankung auf den Alltag ist. Auftraggeber der Befragung ist Sanofi.

** Die Frage wurde von 144 Teilnehmern beantwortet.

MAT-DE-2200914-1.0-03/2022

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