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Luft und Lunge

Der Schrecken versteckt hinter Schmerzen

Fotos: Privat

Lorena (26) leidet an einer besonderen Form des Lungenkarzinoms. Wir sprachen mit ihr über Erkrankung, Therapie und die Kraft positiver Gedanken.

Bei Ihnen haben die Ärzte vor zwei Jahren Lungenkrebs diagnostiziert. Können Sie schildern, wie die Situation damals war?

Ich hatte starke Schmerzen im Rücken. Im jungen Alter denkt man nicht an gravierende Erkrankungen. Der Hausarzt diagnostizierte normale Verkrampfungen wegen meines Bürojobs. Die Schmerzen wurden aber irgendwann so schlimm, dass ich mich nicht mehr eigenständig bewegen konnte. Im Krankenhaus erhielt ich Schmerzmittel über einen Tropf. Die wirkten jedoch bald nicht mehr. Bei einem zweiten Krankenhausbesuch, inklusive Notaufnahme, drängte ich die Ärzte zu einer genaueren Analyse. Denn sie nahmen die Beschwerden noch immer nicht ernst. Nach einem MRT hatten wir dann die Gewissheit, dass ich an einem Lungenkrebs leide, dem eine bestimmte genetische Veränderung in den Zellen zugrunde liegt. Das war natürlich ein großer Schock. Da lässt sich nichts schön reden.

Haben Sie eine familiäre Vorbelastung?

Nein, die Ärzte sagten, ich hätte einfach nur ganz viel Pech und es sei eine Laune der Natur.

Die Ärzte haben Sie dann therapiert. Wie hat die Behandlung gewirkt?

Ich hatte das Glück im Unglück, dass vor zwei Jahren parallel ein Medikament auf den Markt kam, mit dem sich mein sehr spezieller Lungenkrebs gezielt behandeln lässt. Es hat bei mir sehr gut angeschlagen. Bei meinem Tumor sieht man nun nur noch Narbengewebe. Auch Knochenmetastasen auf der Wirbelsäule sind verschwunden. Wenn das so bleibt, wäre ich glücklich. Meine Krankheit ist aber unheilbar. Krebszellen sind intelligent und können Medikamente austricksen. Keiner kann sagen, ob und wann das passiert. Dieses Risiko bleibt.

Wie leben Sie heute mit der Erkrankung?

Drei Monate nach der Diagnose bin ich relativ schnell wieder in meinem Vollzeitberuf als Finanzwirtin eingegliedert worden. Mein Leben ist vergleichsweise normal. Seit der Diagnose betreibe ich viel Ausdauersport, mache intensiv Yoga und gehe regelmäßig boldern.

Welche Kraftquellen hatten Sie in dieser schweren Zeit?

Freunde und Familie standen von Anfang an hinter mir. Sie haben mich gestärkt und mir geholfen. Dafür bin ich sehr dankbar, sie hätten sich auch abwenden können. Aber nicht erkrankte Freunde wissen meistens kaum, was sie sagen sollen, weil sie nicht dieselben Erfahrungen teilen.

Mir helfen daher andere Betroffene. Ich engagiere mich inzwischen im Kölner TREFFPUNKT und im Patientenbeirat der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. Dort tauschen wir uns in verschiedenen Städten aus. Denn bei der Erkrankung leidet nicht nur der Körper, sondern ebenfalls die Psyche. Darüber muss man reden und nicht noch den Kopf hängen lassen. Wichtig ist, trotz der schlimmen Diagnosen und Prognosen der Ärzte nach vorne zu schauen und sich Ziele zu setzen. Ich glaube, dass positive Gedanken positive Ergebnisse hervorbringen können.

Sie möchten mehr über die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs erfahren?

Die gemeinnützig anerkannte Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs unterstützt und begleitet junge Betroffene im Alter zwischen 18 und 39 Jahren und fördert Wissenschaft, Forschung sowie das öffentliche Gesundheitswesen.

Mehr Informationen finden Sie unter junge-erwachsene-mit-krebs.de

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