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    Diagnose: COPD mit Lungenemphysem – Interview mit Jens Lingemann

    Foto: Ivelin Radkov via Shutterstock.com

    Jens Lingemann

    Vorsitzender COPD – Deutschland e.V.

    Wann wurde bei Ihnen COPD diagnostiziert?

    Die Diagnose COPD mit Lungenemphysem im Stadium III Grenze IV erhielt ich während meines langen Krankenhausaufenthaltes im Sommer 2000 mit schwerer Exazerbation (Atemnot, Beatmung, Koma). Im weiteren Verlauf wiederholt auftretende Pneumothoraxe.

    War es eine klare Diagnose?

    Anhand sämtlicher durchgeführter Untersuchungen konnte Asthma ausgeschlossen werden. Auf den Röntgenbildern und einer CT waren zudem deutlich emphysematische Veränderungen zu sehen, also ja.

    Bis dato habe ich sicherlich einige Tausend Veröffentlichungen in Form von Ratgebern, Berichten und Fachbüchern im Internet gelesen.

    Hatten Sie schon lange Beschwerden?

    Retrospektiv betrachtet verspürte ich vor meiner Diagnose mindestens fünf Jahre sehr langsam zunehmende Atemnot. Zudem erhöhte sich die Anzahl der auf- tretenden akuten Exazerbationen bei einer konstant fortschreitenden Gewichtsabnahme.

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    Viele erhalten „versehentlich“ die Diagnose Asthma. Woran liegt das?

    Diese Frage allgemeingültig zu beantworten, ist nach meinem Dafürhalten nicht möglich. In jedem Fall sind von Atemnot, Husten und Auswurf (AHA) Betroffene gut beraten, einen Pneumologen oder eine Lungenfachklinik aufzusuchen, um dort die notwendigen Untersuchungen durchführen zu lassen. Das sollte die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Diagnose deutlich erhöhen. Darüber hinaus gibt es auch Betroffene, die eine Mischform von Asthma und COPD haben, welche als ACOS bezeichnet wird.

    Wie sind Sie mit der Diagnose umgegangen?

    Anfänglich waren mir die Begriffe COPD und Lungenemphysem gänzlich unbekannt. Während meines Krankenhausaufenthaltes hatte ich begonnen, patientenverständliche Fachbücher zu lesen, um mir ein Basiswissen über meine Erkrankungen zu verschaffen. Bis dato habe ich sicherlich einige Tausend Veröffentlichungen in Form von Ratgebern, Berichten und Fachbüchern im Internet gelesen.

    Und was würden Sie anderen Betroffenen raten?

    Grundsätzlich vermeide ich es, Betroffenen Ratschläge zu erteilen oder von etwas abzuraten. Die Verhaltensweise, die für mich gut war bzw. ist, könnte eventuell bei anderen zu negativen Ergebnissen führen.

    Man geht bei der COPD von einer hohen Dunkelziffer aus. Woher kommt das Ihrer Meinung nach?

    Hierzu kann ich nur Vermutungen anstellen: 

    1. Weil viele Betroffene erst dann den Arzt aufsuchen, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist.
    2. Weil Betroffene, wenn die Einschränkungen sie dazu zwingen, zwar ihren Hausarzt aufsuchen, aber die wichtige Behandlung des Pneumologen vermeiden.
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    Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

    Mehr Aufklärung über die möglichen auslösenden Faktoren der COPD und des Lungenemphysems. Dass die Pneumologie in der Wahrnehmung der politischen Entscheidungsträger und in der Öffentlichkeit einen ähnlichen Stellenwert einnimmt wie z. B. Diabetes oder koronare Erkrankungen. Dass Maßnahmen zum Schutz Dritter, z. B. Nichtraucher, schneller beschlossen und konsequent umgesetzt werden.

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