Home » Männer, bleibt gesund! » Ein zweites Paar Expertenaugen im Operationssaal
Sponsored


Die Rolle der künstlichen Intelligenz bei der Darmkrebsvorsorge

Darmkrebs ist die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend. Welche Rolle kann künstliche Intelligenz bei der Darmkrebsvorsorge spielen? Diese Frage diskutierten wir mit Timo Rath (TiRa), Professor für Endoskopie an der Universität Erlangen-Nürnberg, und Sven Svoboda (SvSv), Leiter Produktmarketing Gastroenterologie bei PENTAX Medical, anlässlich des diesjährigen Movember-Monats. Angesichts der Tatsache, dass sich Menschen auf der ganzen Welt ihre Schnurrbärte wachsen lassen, um das Bewusstsein für die Gesundheit von Männern zu schärfen, sprachen wir über Darmkrebs­ vorsorge, die Wichtigkeit der Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen und darüber, wie Männer von medizinischen Lösungen profitieren können, die durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz deutlich verbessert werden, wie z.B.mit PENTAX Medical DISCOVERY™.

Sven Svoboda

Leiter Produktmarketing Gastroenterologie bei PENTAX Medical

Prof. Dr. med. Timo Rath

Professor für Endoskopie an der Universität Erlangen-Nürnberg

Können Sie die möglichen Auswirkungen einer unzureichenden Krebsvorsorge erklären?

TiRa: Aktuelle Daten zeigen, dass bei einem von 17 Männern im Laufe seines Lebens Darmkrebs diagnostiziert wird, was bedeutet, dass das Lebenszeitrisiko für diese Krebsart bei etwa 6 % liegt. Da Darmkrebs eine so häufige Krebsart bei Männern ist, haben viele europäische Länder Vorsorgeprogramme entwickelt. Dazu gehört häufig die erste Vorsorgekoloskopie im Alter von 5O Jahren, die nur von einem ausgebildeten Endoskopiker durch­ geführt werden sollte. Wir wissen, dass wir mit Darmspiegelungen das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, und das Risiko, an Darmkrebs zu sterben, verringern. Wenn wir diese Darmspiegelungen nicht ernst nehmen, setzen wir diese erwiesene Wirksamkeit aufs Spiel.

Unternehmen wie PENTAX Medical arbeiten an Lösungen, um Ärzten im Operationssaal zu helfen. Kürzlich haben Sie eine Lösung mit künstlicher Intelligenz (KI) vorgestellt – wie sehen Sie die KI bei der Darmkrebsvorsorge?

TiRa: KI wird in der Endoskopie jetzt seit etwa zwei Jahren eingesetzt, und sie hat in zweierlei Hinsicht einen großen Unterschied gemacht. Erstens sind wir alle Menschen und jeder Mensch kann Fehler machen. Studien haben ergeben, dass Ärzte bis zu 26 % der Läsionen übersehen können. Die künstliche Intelligenz kann wie ein zweiter Endoskopiker im Raum fungieren, ein zweites Paar Augen, das mit dir den Bildschirm überwacht. Auf diese Wei­ se wird das Risiko, Läsionen zu übersehen, durch KI verringert. Zweitens können Endoskopiker im Laufe des Tages eine gewisse Müdigkeit entwickeln, da an manchen Tagen 15 Koloskopien geplant sind. Sie können sich vorstellen, dass die Aufmerksamkeit bei Untersuchungen in der zweiten Tageshälfte eine andere ist als zu Beginn des Tages. Um dieser Ermüdung oder Unaufmerksamkeit, die dazu führen kann, dass man etwa einen Polypen auf dem Bildschirm einfach übersieht, vorzubeugen, weist das KI-System einen durch einen Signalton und durch eine Markierung auf dem Bildschirm da­ rauf hin, dass man etwas überprüfen sollte – eine Maschine wird nie müde.


Könnten Sie das an einem Patientenbeispiel verdeutlichen?

TiRa: Als das DISCOVERY™-System von PENTAX Medical auf den Markt kam, haben wir eine Pilotstudie mit 40 Patienten durchgeführt. Bei drei Patienten entdeckte dieses KI-System drei Adenome, die selbst ein erfahrener Endoskopiker bei der Koloskopie übersehen hatte. Die Läsionen waren sehr flach, das heißt, sie waren schwer zu erkennen. Es handelte sich um sogenannte serratierte Läsionen. Und wir wissen aus Erfahrung, dass gerade diese serratierten Läsionen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Darm­krebs haben, also mussten sie unbedingt entdeckt werden.

Nun eine eher technische Frage an Sie zum PENTAX Medical DISCOVERY™ -system. Können Sie uns erklären, wie dieses System mit KI funktioniert?

SvSv: Stellen wir uns vor, dass wir einen Computer haben, der mit Tausenden Bildern unterschiedlicher potenzieller Läsionen gefüttert wurde. Diese Bilder wurden einzeln von Experten annotiert, was uns als Unternehmen geholfen hat, einen Algorithmus zu entwickeln. Dieser Algorithmus, auch bekannt als ‘deep neural network’, kann Läsionen, Adenome, abnorme Schleimhautveränderungen erkennen. Wir haben das System DISCOVERY™ genannt und es ist zur Unterstützung von Endoskopisten gedacht, die während einer Darmspiegelung auf mögliche Läsionen aufmerksam gemacht werden.

TiRa: Mein Team und ich waren auch an diesen ersten Schritten beteiligt, das heißt wir haben Bilder an die Software geliefert und viele von ihnen auch manuell annotiert. Das war ein sehr arbeitsintensiver Prozess, aber es ist spannend zu sehen, dass es zu einem so starken System beigetragen hat.

SvSv: Genau. Das unterstreicht die DISCOVERY™-Idee, dass der Untersucher immer ein zusätzliches Paar Expertenaugen dabeihat. Ich vergleiche das KI-System gerne mit einer Fahrstunde. Während man Auto fährt, hat man immer seinen Fahrlehrer dabei, der auf die Bremse treten kann, wenn es sein muss. Mir gefällt die Vorstellung, dass das System auf die Bremse treten kann, wenn der Arzt mal etwas übersehen hat.

Was würden Sie als Arzt den Männern sagen, die sich scheuen, zur Krebsvorsorge zu gehen?

TiRa: Stellen Sie sich Ihrer Angst – tun Sie es einfach! Ich würde es gerne mit dem Slogan eines großen Sportunternehmens ausdrücken: Just do it. Es ist das Beste, was Sie für Ihre eigene Gesundheit und für Ihre Angehörigen tun können. Die Vorbereitung ist nicht angenehm, aber von der Untersuchung selbst spüren Sie dank der Sedierung überhaupt nichts. In den meisten Fäl­ len wird nichts Ernstes entdeckt, und es ist einfach eines der besten Dinge, die man für seine Gesundheit tun kann.

Können Sie uns mehr darüber erzählen, wie neue Innovationen im Kampf gegen den Darmkrebs entwickelt werden?

SvSv: Bei PENTAX Medical sind wir immer bestrebt, Ärzte im Kampf gegen Darmkrebs zu unterstützen. Eine Koloskopie ist ein komplexer Vorgang, an den zahlreiche Anforderungen gestellt werden. Deshalb versuchen wir, neue Wege zu finden, um allen Erfordernissen gerecht zu werden. So ist es z.B. außerordentlich wichtig, möglichst viel von der Schleimhaut zu sehen. Aber der Dickdarm hat viele Falten. Deshalb bieten wir ein spezielles Endoskop an, G-EYE®-System genannt, mit dem der Endoskopist die Darmfalten mithilfe eines Ballons glätten kann. Andere innovative Endoskope, wie z.B. das RetroView™, ermöglichen eine starke Abwinkelung der Endoskopspitze, wodurch der Arzt in der Lage ist, hinter die Falten zu schauen. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Experten. Dies verschafft uns die Möglichkeit, herauszufinden, an welchen Stellen wir die Früherkennung von Darmkrebs weiter verbessern und unterstützen können.

TiRa: Ich kann mich dem nur anschließen – PENTAX Medical ist wirklich ein innovatives Unternehmen, dessen Ziel es ist, für jedes Problem oder Bedürfnis, das noch nicht befriedigt ist, eine umfassende Lösung zu ent­ wickeln. Das Endziel ist immer die Verbesserung der Patientensicherheit und der Patientengesundheit. An dem Punkt arbeiten wir, Industrie und Gastroenterologen, eng zusammen. Das ist einzigartig und notwendig, da­ mit wir uns gegenseitig Rückmeldung geben können, wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Nächster Artikel