Home » Männergesundheit » Stress als Auslöser für Depressionen, Burn-out und Suchterkrankungen
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Jeder ist anfällig für die negativen Auswirkungen von Stress, besonders aber Menschen, die ein gewisses Unvermögen im Umgang mit einigen Gefühlen (Emotionen) bis hin zur psychischen Erkrankung entwickelt haben.

Andreas Gholmié

Leitender Arzt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; LIFESPRING Privatklinik

In diesem Zusammenhang kann man den Charakter oder die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen als die Art und Weise, wie er mit Emotionen umgeht, definieren. Emotionen haben grundsätzlich die Funktion einer Kommunikationsstruktur ohne Worte und sind daneben Handlungsimpulsgeber. Neben genetischen Faktoren erlernt der Mensch zeit seines Lebens einen immer besseren Umgang mit Emotionen durch inneres und äußeres Erleben sowie durch Einflüsse seines Umfeldes. Die Persönlichkeitsstruktur reift also immer weiter. Eine fortwährende Reifung bedeutet, dass auch ein guter Umgang mit einzelnen besonders negativ erlebten Emotionen immer besser möglich wird. Dies kann man letztendlich als Zufriedenheit bezeichnen. Die Realität sieht häufig leider anders aus.

Unzufriedenheit schafft psychische Erkrankungen

Mittlerweile entsteht gesellschaftlich das Gefühl, mehr Leistungsbereitschaft haben zu müssen und ständig verfügbar sein zu müssen. In einigen Bereichen wird dies auch tatsächlich erwartet. Diesem Erwartungsdruck können viele nur unter Missachtung der eigenen körperlichen, psychischen und sozialen Grenzen nachkommen. Als Warnzeichen entstehen dann unangenehme oder negative Gefühle und intrapsychische Anspannung.

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Kann der Einzelne den adäquaten Umgang mit einigen seiner Emotionen nicht erlernen, verändert sich die Persönlichkeitsstruktur, psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen, Suchterkrankungen, Angststörungen, Burn-out et cetera sind die Folge. Die Zahl der Fälle von Arbeitsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen ist alarmierend und steigt stetig.

Der Weg zurück in die Zufriedenheit mit dem Instrument der Psychotherapie

Der Leidensdruck durch Anspannung und andere psychische Symptome kann ursächlich durch Psychotherapie entlastet werden, bevor diese Symptome vollständig aus dem Ruder laufen oder sich sogar weitere Folgeerkrankungen wie eine Sucht oder Medikamentenmissbrauch als Ventil entwickeln. Die Aufgabe von Psychotherapie ist, einen besseren Umgang mit Emotionen zu ermöglichen und so die Persönlichkeitsstruktur zu stabilisieren und zu stärken. Auch lange zurückliegende Veränderungen durch etwa Traumata oder frühe Bindungsstörungen sind einer Psychotherapie zugänglich.

Wie können Unternehmen unterstützen?

Menschen mit einer stabilen körperlichen, sozialen und psychischen Struktur sind kaum krank, steigern so fortwährend den eigenen Selbstwert und sind in letzter Konsequenz da- mit auch maximal produktiv für das gesamte Umfeld, die Gesellschaft und den Betrieb. Insofern sollte es auch das Interesse einer jeden Betriebsstätte sein, in die Gesundheit und in die Gesundheitsprävention der eigenen Mitarbeiter zu investieren.

Unternehmer können ihrer Personalverantwortung optimal nachkommen, indem sie bei Problemen oder Erkrankungen mit ihren Mitarbeitern einen offenen Umgang pflegen, um bei Verdachtsfällen so früh wie möglich Hilfe anbieten zu können. Denn gerade das frühe Eingreifen mindert Folgeschäden für die Betroffenen und somit auch für das Unternehmen erheblich.

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