Home » Magen & Darm » Jede Vorsorge ist besser als keine Vorsorge
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Darmkrebs ist mit 26.000 Toten und 62.000 Neuerkrankungen jedes Jahr allein in Deutschland auf Platz zwei der Sterberate. Die Diagnose Krebs ist ein Schreckgespenst und wird oft mit einem Todesurteil gleichgesetzt. Darmkrebs ist aber, frühzeitig erkannt, zu 90 Prozent heil- oder sogar vermeidbar.

Darmkrebs entwickelt als einzige Krebsart über einen langen Zeitraum (zehn Jahre) ungefährliche Vorstufen, Polypen, die problemlos entfernt werden können. Damit ist die Erkrankung verhindert. Der Nachteil ist, dass diese Polypen keine Beschwerden verursachen, weshalb sie nicht wahrgenommen werden. Sie machen sich aber bemerkbar durch geringe, nicht sichtbare Mengen Blut im Stuhl. Dieses kann mit einem Test (Blut im Stuhl) nachgewiesen werden. Natürlich können auch Polypen mit einer Darmspiegelung aufgedeckt werden.

Die beste Vorsorge nutzt jedoch nur etwas, wenn sie auch in Anspruch genommen wird. So ist die Teilnahme von Männern am Test mit nur vier bis sechs Prozent* sehr gering. Darmspiegelung ist die beste Vorsorge, bedarf jedoch einiger Vorbereitung. Der alternative Blut-im-Stuhl-Test ist in wenigen Minuten zu Hause gemacht. Dabei wird eine kleine Menge Stuhl mit einem Stäbchen in ein Röhrchen gegeben und in ein Labor geschickt. Die Qualität der neuen Tests wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg in der Wirksamkeit der Darmspiegelung gleich gesetzt, wenn sie denn regelmäßig angewendet werden.

Um die Teilnahme an der Vorsorge zu verbessern, werden seit Juli dieses Jahres Männer ab 50 und Frauen ab 55 Jahren per Brief eingeladen, aktiv Darmkrebsvorsorge zu betreiben. Ob diese Einladung einen Nutzen bringt, bleibt abzuwarten. Bisherige Erfahrungen sprechen dagegen. Gesundheitsminister Jens Spahn setzt auf den digitalen Weg. „Wo ich hinmöchte, ist, dass jeder auf seinem Smart-phone seine Patientenakte hat und dass sich dort ein Fenster öffnet, das an das Impfen oder an die Darmkrebsvorsorge erinnert – sofern der Nutzer das möchte.“** Digital kann also eine Lösung sein.

Wer keine Zeit oder Möglichkeit für einen Arztbesuch hat, kann sich auch den Test bequem nach Hause schicken lassen (kostenpflichtig ­– 12 Euro). Der Test kommt dann per Post und wird auch per Post zurückgeschickt. Das Ergebnis wird wenige Tage später schriftlich mitgeteilt. Eine Hotline mit fachlicher Beratung steht zur Verfügung. 

Darmkrebs ist vermeidbar. Ein Zeitaufwand von wenigen Minuten, der Leben retten kann.

*AOK Rheinland Hamburg Gesundheitsreport 2019
**Diskussionsveranstaltung Gesundheitsveranstaltung 18.08.19 Berlin

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