Home » Magen & Darm » Stillstand im Darm: Warum eine Opioid-Verstopfung keine Seltenheit ist
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Kennen Sie das? Sie sitzen auf der Toilette, aber es passiert nichts – oder nur unter Schmerzen. Mitunter können Sie auch Völlegefühl und starke Blähungen plagen. Die unerfreuliche Folge: Der gesamte Tagesablauf wird um den Toilettengang herum geplant. 

Speziell bei der Einnahme von  Schmerzmitteln ist es wichtig, der Ursache von Magen-Darm-Beschwerden auf den Grund zu gehen. Denn viele Betroffene ahnen nicht, dass Opioide die Ursache für seltenen, meist harten Stuhlgang sein können. Bei bis zu 81 Prozent aller Patienten mit chronischen Schmerzen, die mit Opioiden behandelt werden, gehört die sogenannte „Opioid-induzierte Verstopfung“ (OIC) zu den häufigsten Begleiterscheinungen.1

Was ist eine Opioid-induzierte Obstipation?

Warum haben Opioide einen Effekt auf den Stuhlgang? Die Arzneimittel entfalten ihre schmerzlindernde Wirkung über spezielle Opioid-Bindungsstellen im Gehirn. Doch auch in anderen Körperregionen kommen ähnliche Bindungsstellen vor, zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt. 

Die Besetzung der Opioid-Bindungsstellen im Darm kann dann beispielsweise die Bewegungs- und Entleerungsfähigkeit des Darms einschränken. Der Speisebrei und später der Stuhl verweilen länger im Magen-Darm-Trakt, dadurch wird dem Stuhl vermehrt Flüssigkeit entzogen. Die Folge: trockener, harter Stuhl, der nur schwer entleert werden kann. 

Maßnahmen gegen Opioid-induzierte Verstopfung

Doch was können Sie als Opioid-Patient selbst tun, um Ihr Leiden zu lindern? Zunächst einmal sollten Sie nicht länger warten, sondern die Probleme beim nächsten Arztbesuch ansprechen. Trauen Sie sich!

Erste Maßnahmen zur Behandlung sind in der Regel ausreichendes Trinken, Bewegung und ballaststoffreiche Lebensmittel. Meist reicht dies nicht aus und Ihr Arzt kann zur Unterstützung des Stuhlgangs ein Abführmittel empfehlen. 

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Gezielt wirkende Therapieoptionen verfügbar

Wenn diese Maßnahmen bei Opioid-induzierter Verstopfung nicht weiterhelfen, können PAMORA (auf Deutsch: „peripher wirkender µ-Opioid-Rezeptor-Antagonist“) eingesetzt werden. Im Gegensatz zu klassischen Abführmitteln setzen PAMORA direkt und gezielt an den Bindungsstellen im Darm an, über welche die Opioide ihre verstopfende Wirkung entfalten. 

Auf diese Weise kann das Opioid selbst dort nicht mehr binden und der Darm erhält seine natürliche Beweglichkeit zurück, sodass der Stuhl entleert werden kann. Da PAMORA die Blut-Hirn-Schranke nicht überqueren, wird die schmerzlindernde Wirkung nicht beeinträchtigt. Das Opioid kann also weiterhin seine schmerzlindernde Wirkung ausüben, während der PAMORA die Verstopfungssymptome in der Regel deutlich reduziert.2

Erfahren Sie mehr über die Wechsel- und Nebenwirkungen von Opioiden.


1 Andresen V et al. United European Gastroenterol J. 2018;6: 1254-66.

2 DGS-PraxisLeitlinien Schmerzmedizin: „Opioidinduzierte Obstipation“ v2.0, 2019.

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