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Migräne und Mamasein

Foto: fizkes via Shutterstock

Die Migräne begleitet mich nun schon seit zehn Jahren. Sie kam das erste Mal in der Endphase meiner Schulzeit und während des Übergangs zum Erwachsenwerden mit Umzug, Selbstständigkeit und anderen neuen Herausforderungen auf. Seitdem lebe ich mal mit starken, mal mit weniger starken Migräneattacken.

Maike Pham

Migräne Patientin

In der Anfangszeit habe ich die Migräne meist einfach nur ausgehalten. Da wusste ich noch nicht, was ich dagegen tun kann. Ich hatte mich einfach noch nicht so mit dem Thema beschäftigt. Kam eine Migräneattacke auf, habe ich irgendwie den Tag überstanden, mich zu Hause dann in das dunkle Schlafzimmer gelegt und gewartet, bis mich das Erbrechen von den Kopfschmerzen befreite. Denn meist ging es nach dem Erbrechen wieder langsam bergauf. Damals war ich noch auf der Suche nach für mich geeigneten Kopfschmerztabletten, denn ich vertrug einige Tabletten nicht.

Als Mama gehe ich heute anders mit meinen Migräneattacken um. Mit Kind ist es schließlich oft nicht möglich, einen ganzen Tag oder gar mehrere Tage auszufallen. Ich möchte mich trotz Migräneattacken voll und ganz um mein Kind kümmern können. Ich möchte so schnell es geht wieder fit sein und mich gar nicht erst von einer Attacke herunterziehen lassen. Das heißt, ich versuche, die Migräne so gut es geht einzudämmen. Zum einen tue ich das, indem ich bei einer Kopfschmerzattacke direkt aktiv werde.

Bei den ersten Anzeichen von Migräne nehme ich entweder eine Kopfschmerztablette, trinke einen Kaffee oder mache etwas, das mich entspannt. Häufig läuft es aber auf die Tablette hinaus, da oft nur noch diese hilft. Dazu versuche ich mir dann eine kleine Auszeit zu nehmen und mich hinzulegen. Ist mein Mann zu Hause, kümmert er sich um unser Kind und übernimmt meine Aufgaben, sodass ich mich wirklich für kurze Zeit ausruhen kann – gegebenenfalls bis die Schmerztablette wirkt.

Für mich war die Migräne vor allem in der Stillzeit eine echte Herausforderung. In dieser Zeit darf man nur wenige Medikamente einnehmen – man möchte auch am liebsten nichts nehmen – und ist zudem Tag und Nacht sehr gefordert. Auch hier habe ich mir bei Migräneattacken viel Hilfe von meinem Mann geholt. Er hat dann übernommen, was ihm möglich war. Er hat zum Beispiel beim Anlegen geholfen während ich im Bett lag und mich ausruhte, unser Baby beruhigt oder beschäftigt und mich mit Essen und Trinken versorgt. Diese Unterstützung ist wirklich Gold wert.

Für noch wichtiger als die Migräne einzudämmen, wenn sie schon da ist, halte ich es vorzubeugen. Als Mama, die auch noch zusätzlich arbeitet, hat man unheimlich viel Stress. Auch die Arbeit macht Stress. Da ist Migräne quasi schon vorprogrammiert – zumindest bei mir. Deshalb versuche ich, alles ganz bewusst möglichst stressfrei anzugehen und mich zwischendurch immer wieder zu entspannen. Manchmal reicht es aus, einige Male tief Luft zu holen und den Körper herunterzufahren, bevor ich weitermache. Zudem verschaffe ich mir aber auch immer wieder Zeit für mich. Das heißt, ich nehme die Unterstützung, die ich von meiner Familie habe, an und tue dann etwas für mich. Das kann Sport, ein Besuch im Kosmetikstudio, schlafen oder auch eben in Ruhe arbeiten sein. Optimal ist es natürlich, in der „Me-Time“ etwas für einen entspannten Körper und Kopf zu machen, beispielsweise Yoga oder Progressive Muskelentspannung.

Ansonsten achte ich vorbeugend darauf, dass ich regelmäßig esse, ausreichend trinke und Magnesium zu mir nehme. Tue ich das nicht, kann das bei mir nämlich auch zu Migräne führen. Vorbeugung ist für mich unumgänglich!

Als Migräne-Betroffene und Mama kann ich nur raten, vorzubeugen so gut es geht und sich unbedingt Unterstützung von Familie oder Freunden zu holen oder auch direkt danach zu fragen. Denn nur so kann man sich im Fall von Migräne ideal um sich selbst kümmern, nach einer Attacke wieder fit werden und letztendlich trotz Migräne für sein Kind da sein.

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